SPD-Fraktionsvorsitzender stirbt im Alter von 57 Jahren
Trauer um Johannes Schuster

Johannes Schuster ist am Montag nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Bild: Archiv
Politik
Waldsassen
17.10.2017
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Die Nachricht macht schon am Kirchweihmontag spätnachmittags in der Skihütte in Schloppach die Runde: Johannes Schuster, Fraktionssprecher der SPD im Stadtrat und viele Jahre Vorstandssprecher der Bürgeraktion „Mitmachen lohnt“, ist tot.

Der Kommunalpolitiker, Jahrgang 1960, hatte sich vor einigen Tagen nach akuten Herzproblemen einem Eingriff im Weidener Klinikum unterzogen. "Er war guter Dinge, dass er wieder ganz gesund wird", ist Robert Christ beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien schwer geschockt vom überraschenden Tod des Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Stadtrat. Am Kirchweihmontag war der 57-Jährige dann zu Hause zusammengebrochen. Notarzt und Rettungssanitäter versuchten den Patienten noch zu reanimieren - erfolglos letzten Endes. Christ, der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende  im Waldsassener Stadtrat, hatte zuletzt am Wochenende mit Schuster telefoniert: "Sehr gut drauf" gewesen wäre Schuster, sagt Christ - und vor allem sehr zuversichtlich, was seine Genesung betrifft: Diesen Donnerstag hätte Schuster in Bad Neustadt einen Reha-Aufenthalt antreten sollen. Karl-Hans Hofmann, Verwaltungs-Geschäftsführer im Rathaus, versorgte Schuster noch mit Tipps, wie sich die Zeit dort außerhalb der medizinischen Anwendungen sinnvoll nutzen lässt.

Keine persönlichen Angriffe

Schusters Tod bedeutet einen herben Verlust für die Stadt Waldsassen und für den Stadtrat. Bei allen kontroversen Debatten und Diskussionen blieb Schuster stets auf der sachlichen Ebene und schaffte es stets souverän und ruhig, persönliche Angriffe zu vermeiden. In Erinnerung bleiben Schusters stetes Ringen um Kompromisse, das ausgleichende Wesen und das große Pflichtbewusstsein. "Er war ein ganz toller Freund und zu 100 Prozent zuverlässig", sagt Christ. Für die Sitzungen des Stadtrats habe sich der belesene und stets an politischen Themen sehr interessierte Fraktionschef stets sorgfältig und detailliert vorbereitet.

"Ich habe ganz schlecht geschlafen", so Bernd Sommer, den Robert Christ noch spätabends telefonisch informierte. "Die Meldung war für mich ein schwerer Schlag", gesteht Sommer. "Er war damals der Erste, der mir gratuliert hat", erinnert sich der Bürgermeister an den 16. März 2014, als Schuster dem CSU-Amtsinhaber beim Rennen um den Posten des Rathaus-Chefs unterlag.

Entschuldigt

"Er war sachlich und fair, das hat ihn absolut ausgezeichnet." Über seine Krankheit hatte Schuster die Verantwortlichen im Rathaus stets auf dem Laufenden gehalten. Zuletzt hatte sich Schuster in einer E-Mail für die nächsten Stadtratssitzungen entschuldigt.

Ausgleich zu den Anforderungen im Beruf und in der Kommunalpolitik war für Schuster seine große Leidenschaft, das Schreinern und Tischlern: In der eigenen Hobby-Werkstatt, die er sich in einem Nebengebäude des Familien-Anwesens eingerichtet hatte, schöpfte Schuster neue Kräfte. Um Schuster, der im Hauptberuf in der Keramik-Branche als Prozess-Ingenieur in Selb arbeitete, trauern seine Frau und die drei erwachsenen Kinder.

Zur Kommunalwahl 2014 Bürgermeisterkandidat der SPDSchuster war im Waldsassener Stadtrat Vorsitzender der SPD-Fraktion sowie Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Bauleitplanung und Stadtentwicklung. Ein weiteres Ehrenamt war das des Verbandsrats im Zweckverband Wasser/Abwasser Stiftland/Steinwald. Unvergessen ist das über 24-jährige Engagement im Vorstand und als Vorstandssprecher der Bürgeraktion "Mitmachen lohnt", die sich für eine "echte" Umgehung für Waldsassen einsetzt. In den Stadtrat kam Johannes Schuster am 1. März 2007 - als Nachrücker von Walter Treppesch, der das Amt niedergelegt hatte. Bei den folgenden Kommunalwahlen 2008 und 2014 wurde Schuster direkt in das Rathaus-Gremium gewählt und war seit 2008 Fraktionsvorsitzender. Vor dreieinhalb Jahren trat Schuster als Bürgermeisterkandidat der Waldsassener SPD an. (pz)
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