Stadt muss Kinderhaus erweitern
Lückenschluss lindert Platznot

Für die Erweiterung des Kinderhauses Tausendfüßler (rechts) bietet sich nach Einschätzung des Stadtbauamts der Lückenschluss auf dem Gelände der jetzigen Grundstückszufahrt an. Zum Schulgebäude, in dem der Kinderhort untergebracht ist, führt ein verglaster Verbindungsgang. Bild: kgg
Politik
Waldsassen
13.12.2016
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Eine Gruppe im Turnraum, eine zweite in einem Aufenthaltsraum im Hort nebenan: Das Kinderhaus "Tausendfüßler" ist rappelvoll. Das soll sich aber kommendes Jahr ändern.

Der Stadtrat billigte am Montag die Erweiterung der städtischen Einrichtung - zwischen Grundschule-Gebäude und bestehendem Kinderhaus, auf dem Gelände der Grundstücks-Zufahrt. Dass die wegfallen soll, gefiel SPD-Rat Helmut Plommer nicht, ist aber nach Einschätzung der Experten kein Problem - auch nicht aus Sicht der Feuerwehr. Sie erreiche das Schulgelände über die Lämmerstraße, hieß es. Der Erweiterungsbau in Holzständerbauweise, laut Stadtbaumeister Hubert Siller "von einem Massivbau nicht mehr zu unterscheiden", entsteht als Lückenschluss zwischen beiden Nachbargebäuden. Diese sollen über einen Glas-Gang verbunden werden. Auf dem Dachgeschoss werden Sozial- und Sanitärräume für das inzwischen 20 Mitarbeiter umfassende Personal entstehen. Rund 1,2 Millionen Euro dürfte nach ersten Schätzungen die Erweiterung inklusive Ausstattung kosten, dazu noch 200 000 Euro für die Außenanlagen. Unklar war am Montag die Höhe der Förderung für das Projekt. "Da ist alles im Fluss", sagte Siller im Hinblick auf die gegenwärtige Veränderung der Richtlinien.

"Unsere bisherige Planung wird über den Haufen geworfen", schilderte zuvor Bürgermeister Bernd Sommer die Problematik, dass es eng wird mit Kindergartenplätzen in Waldsassen: Die Geburtenraten seien stabil, außerdem sprach Sommer von einem, so wörtlich, "qualifizierten Zuzug" von Familien. Die beanspruchten Betreuungsplätze.

Dann 150 Plätze

Auf Nachfrage von Markus Scharnagl (CSU) erläuterte Bürgermeister Bernd Sommer, dass mit der Erweiterung Platz für zwei Gruppen mit jeweils 25 Kindern entsteht, also dann für 50 Kinder. Damit stünden 150 Betreuungsplätze zur Verfügung. "Auf den ersten Blick erscheint mir das etwas viel", wunderte sich SPD-Sprecher Johannes Schuster, worauf Bürgermeister Sommer entgegnete: "Rein von der Geburtenzahl brauchen wir die Plätze." Elmar Brandl (SPD) unterstrich die aktuelle Situation im Kinderhaus: Nach dessen Erweiterung könnten die zwei Notgruppen aufgelöst werden. Nach der Erweiterung wäre kein zusätzlicher Betreuungsplan gewonnen.

Unsere bisherige Planung wird über den Haufen geworfen.Bürgermeister Bernd Sommer


Hintergrund"Wir wollen vorbeugen und variabel bleiben", sagte Bernd Sommer am Montag in öffentlicher Sitzung des Stadtrats über die geplante Erweiterung des städtischen Kinderhauses Tausendfüßler. Der Bürgermeister erwähnte auch, dass die katholische Kirchenstiftung nicht den Wunsch habe, ihr Haus zu erweitern. Rein rechnerisch sei dann Platz für 50 Kinder mehr. "Aber die Kopfzahl ist weitaus geringer", erklärte Sommer: Für Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf wäre mehr als ein Platz zu rechnen. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass die Stadt das Kinderhaus noch einmal erweitern müsse, "... oder wir dann eine ganze andere Nutzung haben". (pz)
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