28.05.2004 - 00:00 Uhr
WaldsassenSport

Hat der ASV Waldsassen beim 2:3 in Holenbrunn ein reguläres Tor erzielt? Streit um das "Loch im Tornetz"

von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Entscheidet in der Kreisklasse Marktredwitz ein "angebliches Loch im Tornetz" über den Abstieg? Nach Ansicht der Verantwortlichen des ASV Waldsassen ja, denn sie fühlen sich um ein vermeintlich reguläres Tor betrogen, das im Punktspiel beim SV Holenbrunn den 3:3-Ausgleich bedeutet hätte. Das Kreissportgericht hat inzwischen den ASV-Einspruch behandelt und auf Tatsachenentscheidung von Schiedsrichter Klaus Haberkorn (Leonberg) erkannt.

Verschiedene Versionen

Was hatte sich am 16. Mai in Holenbrunn beim Stand von 3:2 für die Gastgeber zugetragen? Version 1: "Unser Spieler Strobl erzielte in der 86. Minute ein Tor, doch der Ball schlupfte durch ein Loch im Tornetz ins Aus", formulierte Klaus Bauer, der zweite Vorsitzende des ASV Waldsassen, in seinem Protestschreiben. Version 2: "In der 86. Minute wollte ein Holenbrunner Abwehrspieler den Ball wegschlagen, traf jedoch einen Mitspieler, der an der Torraumlinie stand, am Knie. Ich stand in dieser Situation an der linken Ecke des 16-Meter-Raumes. Von dort konnte ich erkennen, dass der Ball neben dem linken Torpfosten ins Toraus flog", schrieb Schiedsrichter Haberkorn in seiner Stellungnahme. Version 3: "Sollte das Loch zum Zeitpunkt des Spiels bereits vorhanden gewesen sein, ist noch lange nicht geklärt, ob der Ball durch das Loch ins Aus rollte", erklärte der Holenbrunner Vorstand Klaus Benkner.

Ein Beweis, was sich nun in der 86. Minute dieser Kreisklassen-Partie tatsächlich zugetragen hat, wird kaum zu erbringen sein. Leider bleibt wie meistens in solchen Streitfällen das "Fairplay" auf der Strecke, die beteiligten Parteien bezichtigen sich gegenseitig - direkt oder indirekt - der Lüge. Selbst bei der Frage "Hat Schiedsrichter Haberkorn vor dem Spiel das Tornetz ordnungsgemäß überprüft?" gibt es vollkommen unterschiedliche Aussagen. Fakt ist nur, dass das Netz nach der Begegnung in 50 Zentimeter Höhe aufgerissen war.

Sportlich bleibt festzuhalten, dass Schlusslicht ASV Waldsassen (19 Punkte) nach der jüngsten Heimniederlage gegen Schirnding ein 3:3 in Holenbrunn und damit ein Zähler mehr auch nicht zum Klassenerhalt gereicht hätte. Neben dem FC Marktleuthen (21) stehen die Klosterstädter bereits als Absteiger in die A-Klasse Marktredwitz fest.

Anders ist die Situation allerdings beim SV Holenbrunn (24), der als Tabellen-14. momentan auf dem dritten Abstiegsplatz liegt, mit zwei Punkten weniger aber deutlich schlechtere Karten gegenüber dem SV Pechbrunn (12./27) und FCV Röslau II (13./25) hätte. Pechbrunn - am Samstag in Holenbrunn zu Gast - könnte nämlich nicht mehr auf einem direkten Abstiegsplatz, sondern nur noch auf dem Relegationsplatz landen. Für Holenbrunn wäre nicht mehr als die Relegation drin. Jetzt aber kann Holenbrunn mit einem Sieg Röslau II überholen sowie mit Pechbrunn gleichziehen und in einem Entscheidungsspiel den "Kopf endgültig aus der Schlinge ziehen".

Im Ratespiel "Wahrheit oder Lüge" könnte also am Saisonende ein Club schuldlos der große Verlierer sein, falls Version 1 zutreffend ist. Einen bitteren Nachgeschmack wird das "Loch im Tornetz" in jedem Fall hinterlassen.

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