40 Kilogramm hochexplosive Feuerwerkskörper transportiert
Polizei entdeckt verbotene Böller im Kofferraum

(Foto: Bundespolizei)
Vermischtes
Waldsassen
27.12.2016
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Der 31-Jährige hatte den Kofferraum voller Feuerwerkskörper, die unter anderem den Namen Ho Chi Minh trugen. Am 2. Weihnachtsfeiertag staunten die Fahnder der Bundespolizei aus Bärnau bei der Kontrolle eines Fahrzeugs im Bereich Hundsbach/Waldsassen nicht schlecht. Sie überprüften gegen 8.35 Uhr den Mann und stellten fest, dass er sich auf einem Asia-Markt in Tschechien mit insgesamt 40 Kilogramm hochexplosiven Feuerwerkskörpern eingedeckt hatte.

Bei der verbotenen Pyrotechnik handelte es sich um Abschussbatterien der Marke "Ho Chi Minh", "TraBant" sowie Blitzknallkörper "Draci Ocas". "Angeblich hatte der 31-Jährige nicht gewusst, dass die gefährlichen Böller in Deutschland nicht erlaubt sind und dem Sprengstoffgesetz unterliegen", berichtet Polizeisprecher Franz Völkl.

Beamte der Bundespolizeiinspektion in Waidhaus entdeckten acht Stunden später bei Waidhaus einen 26-Jährigen. Er hatte 200 der verbotenen Böller der Marken "La Bomba", "Color Salute", "Dum Bum", "Viper" und "Cobra" im Fahrzeug.

Bei verschiedenen Aufgriffen haben die Bundespolizisten allein im Dezember im Bereich Waidhaus und Waldsassen 120 Kilogramm der verbotenen Pyrotechnik festgestellt. Der Strafverfolgung schließt sich die Entsorgung beschlagnahmter Pyrotechnik an. Die behördliche Entsorgung durch Fachpersonal ist immer kostenpflichtig.


Warnung und HintergrundDie Bundespolizei warnt kurz vor Silvester eindringlich vor der Einfuhr von Feuerwerkskörpern. Diese Pyrotechnik kann gefährlich und mit extremen Risiken verbunden sein. Nicht zugelassene oder nicht konformitätsbewertete pyrotechnischen Gegenstände sind um ein Vielfaches gefährlicher als geprüfte Pyrotechnik. Explosionsfolgen können Knalltrauma, Tinnitus, Gesichts-, Augenverbrennungen, sonstige Verbrennungen, Abtrennen von Gliedmaßen, Verätzungen der Augen, Haut und Atemwege sein. Es kann Atemnot und Lungenschädigungen durch entstehende Gase und Rauch entstehen.

In Deutschland sind nur Feuerwerkskörper erlaubt, die durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zugelassen wurden. Diese verfügen über ein CE-Zeichen mit einer Registriernummer und eine entsprechende BAM-Identifikationsnummer. Auf allen zugelassenen Gegenständen stehen die Gebrauchshinweise in deutscher Sprache.



Bei Feuerwerk ohne diese BAM-Prüfzeichen können mangelhafte Verarbeitung und die Verwendung von Industriesprengstoff selbst bei korrekter Anwendung zu schwersten Verletzungen führen. Zerfetzte und abgetrennte Finger und Hände sind dabei keine Seltenheit. Nicht zugelassene Feuerwerkskörper sind empfindlich gegen Reibung, statische Aufladung und Schlag.

Der Gesetzgeber hat aus diesem Grund die Einfuhr nicht zugelassener Feuerwerkskörper unter Strafe gestellt. Wer solche Gegenstände transportiert, weiter verschenkt oder veräußert und diese abbrennt, macht sich ebenfalls strafbar.

Personen, die diese Feuerwerkskörper nach Deutschland einführen erfüllen den Straftatbestand nach § 40 Sprengstoffgesetz, der dafür Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen als Sanktionen vorsieht.
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