01.12.2017 - 17:48 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Adventskalender aus Lamberts-Glas im Haus St. Josef: Advent im "Bernsteinnebel"

Ein Künstlerwettbewerb wird ausgelobt. Den gewinnt Susanne Neumann. Bei der Vorstellung der Installation erklärt sie die Philosophie des Waldsassener Adventskalenders aus Lambertsglas im Haus St. Josef.

Karlheinz Hoyer, Äbtissin Laetitia, Robert Christ und Susanne Neumann (von links) vor dem gläsernen Adventskalender im Haus St. Josef. Bild: Grüner
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Es ist schon das achte Jahr, in dem in den Fenstern des Gästehauses 24 großdimensionierte Lichttafeln auf den Advent hinweisen. Aber diesmal ist der gläserne Adventskalender ganz anders als sonst.

Der größte Unterschied: Alle 24 Tafeln sind von Anfang an beleuchtet. Auf einem roten Glasband darüber markieren weiße Ziffern von 1 bis 24 in Garamond-Schrift den jeweiligen Tag. Das heißt am ersten Advent leuchtet die Eins, am zweiten die Zwei und die Eins und so weiter bis zum 24. Dezember, an dem alle Zahlen beleuchtet sind. Das Zentrum der Installation bilden Gläser, die Lamberts als "Bernsteinnebel" im Sortiment führt. In warmen Orangetönen ziehen sie die Blicke des Betrachters sofort in den Mittelpunkt. Von dort ausgehend bis zum linken und rechten Rand verlieren die Farben an Sättigung und verschieben sich über Gelb in Richtung dezentes Blau.

Zurück zur Mitte: Konzentrische Kreise symbolisieren dort den Urknall um den "Bernsteinnebel". Eine Explosion aus allen erdenklichen Farben, die um dieses Zentrum kreisen, ungeordnet, wild. Der Anfang unserer Welt, die Geburt Christi.

Sofort überzeugt

Aus etwa zehn ernstzunehmenden Beiträgen habe der der Waldsassenerin Künstlerin Susanne Neumann sofort überzeugt, erklärt Lamberts-Prokurist Robert Christ beim Pressetermin. Einen Tag war die Künstlerin zusammen mit Expedient Robert Gruber im Lager des Glasherstellers unterwegs und hat die Lichttafeln ausgesucht. 3500 Farben sind hier eingelagert, "alles in allem etwa 50 000 Glastafeln", sagt Christ. Max Nurtsch hat die 24 Ziffern mit Sandstrahltechnik aus dem Glasband über den Lichttafeln herausgearbeitet. Exakt montiert haben Markus Haberkorn und Markus Müller die Konstruktion. Die Beleuchtungseinheit haben Mitarbeiter der Konnersreuther Firma Malzer installiert.

Den Wettbewerb hatte Firmenchef Hans Reiner Meindl angeregt. Er war es auch, der vor acht Jahren die Idee für den gläsernene Kalender hatte. Zweiter Bürgermeister Karlheinz Hoyer bedankte sich bei der Firma Lamberts für das Engagement, bei der Äbtissin, weil sie diese schöne Tradition in ihrem Haus zulässt und bei der Künstlerin für die gelungene Neuausrichtung. Das sei weltweit sicher der einzige gläserne Adventskalender in dieser Größenordnung, sagte Hoyer.

Erklärung im Foyer

Äbtissin Laetitia Fech bedankte sich ebenfalls bei der Firma Lamberts und vor allem bei Susanne Neumann für die Umsetzung des neuen Konzepts. "Es ist toll, dass die außergewöhnliche Installation wieder machbar ist. Ich werde oft von Gästen auf den Kalender angesprochen." Die Klosterchefin überraschte die Künstlerin mit einem Advents-Teesortiment. Eine Packung, die 24 verschiedene Sorten beinhaltet.

Auch 2018 soll die noch junge Tradition fortgeführt werden. Das Konzept dafür legt Susanne Neumann etwa im Frühjahr vor. "Dann haben wir genug Zeit, während des Jahres die Glastafeln zu fertigen, die wir dafür brauchen", erklärt Robert Christ. Damit jeder den diesjährigen Kalender in seiner ganzen Aussage ermessen kann, legt Neumann ab dem 1. Advent Kopien mit der Erklärung der Künstlerin zum Mitnehmen im Foyer des Gästehauses aus.

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