Adventskonzert mit Omnitah im Kunsthaus Waldsassen
Ausbruch des 1. Weltfriedens im Blick

Die schwedische Liedermacherin Omnitah berührte die Zuhörer mit ihrer Offenherzigkeit und einem außergewöhnlichen Musiktalent. Bild: ubb
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Waldsassen
28.12.2016
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Mit stehenden Ovationen und kräftigem Applaus bedankte sich das Publikum im Kunsthaus bei der Liedermacherin für einen zauberhaften Abend. Bild: ubb

"Oh Tannenbaum" oder "Last Christmas" bekam das Publikum am Tag vor Heiligabend nicht zu hören. Dennoch war das Adventskonzert mit Omnitah im Kunsthaus derart emotional, dass sich so mancher Gast Tränen aus den Augenwinkeln wischte.

Eine spürbare Sinnlichkeit, gepaart mit uneingeschränkter Leidenschaft zur Musik und dem Wunsch, die Welt mit Liedbotschaften ein klein wenig besser zu machen, bescherte dem Publikum im Kunsthaus einen musikalischen Abend, der an Emotionalität kaum zu überbieten war. Omnitah, eine schwedische Liedermacherin mit ungarischen Wurzeln, hat die seltene Gabe, mit ihrer Leichtigkeit zur Musik die Seelen der Menschen zu erreichen. Beinahe charismatisch singt sie von ihrer verlorenen Liebe oder von Engeln, die die Menschen begleiten. Sie entlockt dem Piano Klänge, die an vom Himmel fallende Schneeflocken denken lassen und spricht gleich darauf in einem Lied mit Gott.

Nicht nur Sonnenschein

Die in Ravensburg lebende Sängerin ist ihrem Publikum gegenüber sehr offenherzig, geht es um ihr eigenes Leben. Sie sei unter dem Klavier ihrer Mutter, einer erfolgreichen Konzertpianistin, in Südschweden aufgewachsen, erzählt sie. Doch zu ihren Geschwistern habe sie keinen Kontakt mehr, was sehr schade sei. Omnitah spricht vier Sprachen, hatte mit vier Jahren ihren ersten Bühnenauftritt, studierte am Mozarteum Salzburg Geige und Klavier und beherrscht ein Gesangsspektrum von vier Oktaven. Aber das ist es nicht allein, das sie zur Ausnahmekünstlerin macht. Auf eine bescheidene, dennoch sehr persönliche Weise beschenkt sie das Publikum mit ihrem Können. Immer wieder lässt die 42-Jährige durchklingen, dass ihr Leben nicht nur Sonnenschein war. Ihre Passion: Sie will die Welt ein klein wenig besser machen, mit ihren Songs über die Liebe - gerade an Weihnachten. "Eines Tages werde ich den Ausbruch des 1. Weltfriedens verkünden", ruft sie ins Publikum, erntet dankbaren Applaus.

Heimliche Tränen

Im Internet, so Omnitah, habe sie Kinderstimmen zum Thema Liebe gefunden. Ein kleiner Junge, so liest sie vor, hat sich zu einem Mann gesetzt, dessen Frau gestorben ist. Als der Junge gefragt wurde, was er zu dem Mann gesagt hat, antwortet dieser: "Nichts. Ich habe ihm nur beim Weinen geholfen!" Es ist nicht das erste Mal an diesem Abend, dass einige heimliche Tränen im Publikum fließen, bei all den geweckten Emotionen am Tag vor Heiligabend.

Musikalisch lässt Omnitah keine Wünsche offen: Sie beherrscht das Piano ebenso wie ihre Stimme mit einer Leichtigkeit, als wäre sie selbst die Musik. Nichts erscheint angestrengt, einstudiert oder gar nachgeahmt. Diese Frau schwebt auf Musik wie auf einer Wolke. Ihr Können ist längst weltweit gefragt. Die Schwedin, die ihre Songs ausnahmslos selbst schreibt und arrangiert, ist in mehreren Walt-Disney-Kinohits und anderen Filmen zu hören, unter anderem mit Titelsongs. In zahlreichen Ländern ist sie schon aufgetreten.

"Besonders schöner Ort"

"Trag mich fort an einen Ort, wo es keine Tränen gibt" singt sie nach der Pause für das Waldsassener Publikum, bezeichnet das Kunsthaus als einen besonders schönen Auftrittsort, wünscht in ihrem nächsten Song jeder Frau "rote Damenschuhe", für sie das Sinnbild für Selbstbewusstsein - und ruft immer wieder zu mehr Liebe auf gegen den Hass auf Erden, "heute notwendiger denn je". Stehende Ovationen, viel Applaus und die Ankündigung einer erneuten Einladung in der Zukunft sind der Dank von Publikum und Kunsthaus-Verein für diese tiefsinnige Einstimmung aufs Weihnachtsfest.
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