28.12.2017 - 20:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Aktiver Verein seit 100 Jahren

Es lässt aufhorchen, was Heimatpfleger Robert Treml über die geschichtliche Entwicklung des Kleintierzuchtvereins Waldsassen zu berichten hat, der heuer sein 100-jähriges Bestehen feiert. Ebenfalls im Blickpunkt eines Züchterabends stehen die Ehrungen der neuen Vereinsmeister.

Die neuen Vereinsmeister des Kleintierzuchtvereins Waldsassen mit Vorsitzendem Franz Haberkorn (links), Bürgermeister Bernd Sommer (hinten, Zweiter von rechts) und Heimatpfleger Robert Treml (Zweiter von links), der einen Vortrag zur geschichtlichen Entwicklung der örtlichen Kleintierzucht hielt. Bild: kro
von Konrad RosnerProfil

Schon 1907 ist nach den Worten Tremls erstmals ein "Geflügelzuchtverein für den Distrikt Waldsassen" konstituiert worden, der dann aber im Zuge des Ersten Weltkriegs seine Tätigkeit eingestellt hat. Ziel dieses Vereins sei es gewesen, die Fleischversorgung für die Zivilbevölkerung sicherzustellen. Am 22. April 1917 wurde dann im ehemaligen Waldsassener Klostergasthof der Kaninchenzuchtverein Waldsassen gegründet. Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder Fabrikdirektor Rudolf Weinberger, den späteren Chef der Glashütte Lamberts. In der Einladung zu dieser Sitzung hieß es: "Mögen diese Zeilen begeisterten Widerhall finden zum Wohle unserer Zucht und zum Nutzen und Segen unseres deutschen Vaterlandes."

Ein Jahr später fand schon die erste "Kaninchen- und Produktenschau" statt. 1918 entschloss man sich zur "großen Lösung": Auch die Ziegenzucht und die Sparte Geflügel wurden mit aufgenommen. So entstand ein Verein für alle Züchterfreunde. 1920 gab Rudolf Weinberger den Vorsitz ab, Anton Sacher stand bis 1924 und wieder von 1935 bis 1940 an der Spitze. Zwischendurch, von 1924 bis 1935, war Gärtner Hans Rasp Vorsitzender. Nach dem Tod von Anton Sacher und der Einberufung vieler Männer zum Wehrdienst sei die Vereinstätigkeit mehr oder minder zum Erliegen gekommen, wie Robert Treml weiter berichtete. 1943 wurde Karl Koch zum neuen Vorsitzenden berufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kleintierzucht unermüdlich vorangetrieben, immer wieder fanden große überregionale Ausstellungen statt. Der Verein nahm unter den Vorständen Rudolf Scharf, Josef Schicker, Reinhard Schwientek, Hans Nürnberger, Fred Stingl und Konrad Heindl eine beachtliche Entwicklung. Seit 1976 steht Franz Haberkorn an der Spitze des Kleintierzuchtvereins Waldsassen. Absoluter Höhepunkt in der 100-jährigen Geschichte sei die Schaffung der vereinseigenen Ausstellungshalle und der angeschlossene Zuchthalle an der Konnersreuther Straße gewesen. Diese Anlagen entstanden in den Jahren 1984 bis 1987.

Im Anschluss nahm Franz Haberkorn die Ehrung der neuen Vereinsmeister vor. In der Sparte Enten und Hühner groß setzte sich Josef Bauer mit 575 Punkten durch. Dahinter landete Peter Schmelzer. Bei den Zwerghühnern siegte Gerhard Lang vor Franz Haberkorn. Meister bei den Taubenzüchtern wurde Michael Lang vor Anton Eckstein. Bei den Geflügel-Jungzüchtern setzte sich Lina Bomann vor Elias Kastl an die Spitze. Neuer Vereinsmeister bei den Kaninchenzüchtern wurde Nikolaus Ramer vor Bastian Pritzl.

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