06.03.2018 - 20:00 Uhr
Waldsassen

Ausstellung im Kunsthaus setzt deutliches Zeichen für mehr Inklusion Kunst als kreativer Türöffner

Auch Hobbykünstler sind durchaus imstande, mit ihren Arbeiten zu begeistern. Das zeigt die Vernissage im Kunsthaus "Bitte eintreten! Türen zum Miteinander". Das, was es zu sehen gibt, überrascht viele Besucher.

Deborah Bregler aus Kemnath (Mitte nennt ihre Tür "Herzlich willkommen".
von Ulla Britta BaumerProfil

Bisher waren es die Profis, die im Kunsthaus (KuWa) mit ihren Werken Botschaften vermitteln wollten. Diesmal sind es Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen, die sich mit Kunst befassen. Sie haben Türen bemalt als Zeichen einer offenen Welt für alle Menschen. Maßgeblich verantwortlich für diese besondere Kunstform ist das Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth. Gezeigt werden 14 Türen, die im Rahmen des Jubiläums 500 Jahre Reformation Martin Luthers künstlerisch gestaltet wurden.

KuWa-Vorsitzender Wolfgang Horn freute sich sehr, dass das Netzwerk Inklusion mit dieser Ausstellung nach Waldsassen gekommen ist. Horn, der unter anderem Bürgermeister Bernd Sommer und Bürgermeister Roland Grillmeier aus Mitterteich sowie zur musikalischen Unterhalten des Ensemble des Akkordeonorchesters Waldsassen unter den Vernissage-Gästen begrüßte, las zum Einstieg ein Gedicht vor: "Lasst uns Türe öffnen für die Menschen" ist ein Zitat daraus, das sehr anschaulich den Sinn der Ausstellung beschreibt.

Roland Grillmeier nutzte dies als Vorsitzender der Lebenshilfe Tirschenreuth unter anderem auf die Dringlichkeit der Barrierefreiheit in Städten und Kommunen hinzuweisen. Dies sei im KuWa vorbildlich umgesetzt worden. Kunst stehe für Freiheit und Offenheit. Deshalb sei das Kunsthaus hervorragend für diese tolle Ausstellung geeignet. Christina Ponader, Sprecherin des Netzwerkes Inklusion Landkreis Tirschenreuth, betonte ebenfalls, dass hier im Kunsthaus jeder eintreten könne. "Das ist nicht überall selbstverständlich!" Sie stellte die Werke vor und wer jeweils dahintersteckt. Ausgegangen sei die Idee von der evangelischen Jugend Weiden. Daran beteiligt hätten sich dann 60 Gruppen mit insgesamt 500 Jugendlichen und Erwachsenen. Daraus entstanden seien 70 Türen, wovon 14 nun im Kunsthaus präsentiert werden.

Unter den bemalten Türen sind überaus kunstvolle Objekte, wie die Tür des Jugendrats Mitterteich, die das menschliche Leben und Miteinander als "einen Berg an Anforderungen, Aufgaben und Freuden" zeigt. Aber auch einfache Motive machen dem Betrachter viel Freude. So hat Deborah Bregler aus Kemnath, eine junge Frau mit Handicap, als Vertreterin des Familienzentrums Mittendrin (einem Kemnather Sozialprojekt) eine Tür mit bunten, leuchtenden Punkten bemalt. Als "Leinwand" diente ihr dabei eine besondere Fläche: die alte Kemnather Rathaustür.

Schön anzuschauen sind alle Objekte, wobei auch die Titel der Werke beachtenswert sind. "Brückenbauer zwischen den Menschen", "Mal dein Leben bunter", "Türen für Familien öffnen" oder "Hinter der Tür gehören wir alle zusammen" sind nur einige Beispiele, wie viel Kreativität hinter diesem schönen Projekt steckt. Die Ausstellung kann noch bis 25. März immer mittwochs von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 16 bis 18 Uhr im Kunsthaus Waldsassen besichtigt werden.

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