16.10.2017 - 13:14 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Die Stiftsbasilika Waldsassen nach der erfolgreichen Innensanierung Ein Ort zum Feiern des Glaubens

Ein denkwürdiger Moment beim letzten Jour fixe Anfang Oktober. Irgendwie liegt Wehmut in der Luft. Vier Jahre lang alle zwei Wochen zusammen planen, überlegen, diskutieren. Das ist jetzt vorbei.

von Paul Zrenner Kontakt Profil

Die Beteiligten der Innensanierung der Basilika - in aller Regel bis zu 15 Leute - trafen sich am Wochenende in der gewohnten Runde zum letzten Mal: Am Sonntag bei einem Festgottesdienst zur Kirchweih, mit dem auch die Innenrenovierung der Basilika gebührend gefeiert wird, mit Speis' und Trank bei Musik danach.

"Es fällt schon eine Last ab", gesteht Stadtpfarrer Thomas Vogl und sagt über das an den Nerven zehrende und zeitaufwendige Millionenprojekt: "Ich bin heilfroh, dass es jetzt fertig wird." Den ersten Termin durfte er im Oktober 2005 erledigen. "Ich war noch gar nicht Pfarrer", erinnert sich Vogl, als er zu dieser Zeit die Nachfolge von Michael Fuchs antrat, dem heutigen Generalvikar der Diözese Regensburg. "Damals haben wir die Muster- Achse im Chorraum besprochen." Heute, über ein Jahrzehnt später, ist die Basilika-Renovierung erfolgreich beendet.

"Nein, wirklich nicht", antwortet Pfarrer Vogl spontan auf die Frage, ob er denn künftig nichts vermisst, wenn es keine Jour fixe-Termine mehr gibt. Die ersten Jahre habe sich das Verfahren hingezogen. Lange seien sich Freistaat, Kirchenstiftung und Diözese nicht einig gewesen, wie die Kosten aufzuteilen sind zwischen kirchlicher und staatlicher Baulast. "Die eigentlich anstrengende Phase sind die vier Jahre, in denen komplett gebaut und gearbeitet wird", blickt der Stadtpfarrer zurück.

Priorität für Pastoral

Viel Vorplanung erfordert habe die Notwendigkeit, die Kirche während der Arbeiten in Betrieb zu halten. "Gleichzeitig hinterlässt das Spuren, auch was den Gottesdienstbesuch betrifft." Besonders in der letzten Phase des Sanierungsprojekts habe sich "vieles verlaufen", wie Vogl sagt: "Das finde ich echt schlimm." Pastoral und Seelsorge müssten nun wieder oberste Priorität bekommen, um Gemeinde und Menschen zusammenzuführen - "nicht nur, weil die Kirche schön ist, sondern weil sie ein Ort ist, wo wir den Glauben feiern".

Rundum gelungen sei die Basilika- Innenrenovierung, erklärt Pfarrer Vogl, und lenkt dabei den Blick auf die Ausführung durch die beauftragten Firmen. Alleine die in zwei Abschnitten umgesetzte Neufassung von Chorraum und Langhaus zur Einheit zu bringen sei nicht leicht gewesen; zudem sei mit der Ausstattung der Seitenkapellen erreicht worden, "dass alles zusammen schwingt". Die Raumschale in ihrer Farbigkeit brauche dieses Zusammenspiel mit den Altären. "Insofern hat sich der lange Diskussionsprozess gelohnt, dass man nicht schnell laut Befund-Lage die Farbe wiederholt hat, sondern dass man behutsam überlegt hat, was der Raum verträgt."

Der Stadtpfarrer schreibt sich vor diesem Hintergrund im Rückblick seine Haltung für die Weiß-Fassung "ein bisserl auf die Fahnen", wie er sagt. Die Diskussion sei nötig gewesen, um eine ausgewogene Lösung geschafft zu haben. Der ersten Bemusterung zufolge hätte der jetzt zarte Rosa-Ton viel intensiver werden sollen - "nicht zu Anschauen", wie Vogl findet. Nuancen seien in diesem Konzept entscheidend. "Es ist einheitlich, mit einer Linienführung, gleichmäßig geschaffen."

Künstlerischer Wurf

Dass das Gesamtwerk gelungen ist, hat nach Einschätzung von Pfarrer Vogl von Haus aus mit der Kirche zu tun. "Das ist ein künstlerischer Wurf." Pfarrer Vogl freut sich über die vielen Besucher: "Ich staune, was an Werktagen an Gruppen und Einzelgästen rein- und rausgeht." Die Basilika sei Anziehungspunkt aber kein Museum. Der Raum sei das Eine, wie und dass dort Gottesdienst gefeiert werde das Andere. Vor diesem Hintergrund ist dem Seelsorger auch die neue Altarraum-Gestaltung wichtig gewesen. Künstler Herbert Lankl habe eine ausgewogene und gediegene Lösung geschaffen, einer zeitgemäßen Form der Liturgie entsprechend.

"Es ist mir zu wenig, dass wir eine schöne Barockkirche in den Ursprungszustand zurückversetzt haben." Erstes Anliegen eines Pfarrers bei einer Kirchenrenovierung müsse sein, "dass wir einen würdigen Raum schaffen, in dem man so Gottesdienst feiern, dass Menschen ihren Glauben bestärken und erneuern". Pfarrer Vogl wünscht sich, dass nun nach der baulichen Sanierung eine "Innenrenovierung der Herzen und Seelen" folgen möge: "Gerade weil wir jetzt so eine schöne Kirche haben, müssen wir als Gemeinde lebendig sein.

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