Experiment: 24 Stunden ohne Smartphone:
Nur ein Daumen nach unten

10 von 19 Schülerinnen - immerhin - haben das Experiment durchgehalten: "24 Stunden ohne" waren die Schülerinnen der Mädchenrealschule und schalteten das Smartphone aus. Bild: hfz
Vermischtes
Waldsassen
07.12.2016
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24 Stunden ohne! Abgeschnitten von der Welt? Schülerinnen der Klasse 8b der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen Waldsassen starteten ein interessantes Experiment.

24 Stunden das Smartphone nicht benutzen: Geht das überhaupt? Verpasst man da nicht etwas? Wie gingen die Mädchen mit der sogenannten "Fomo" - das die Abkürzung von "fear of missing out" und bedeutet "Angst, etwas zu verpassen" - um? Zunächst einmal: Es geht. 10 von 19 Schülerinnen - immerhin - haben das Experiment durchgehalten und berichteten der Pressemitteilung zufolge davon, dass "es eigentlich ganz ok" war. In der Reflexions-Runde, in der die Mädchen mit Hilfe von Smileys ihre Empfindungen beim Smartphone-Fasten ausdrücken sollten, griff auch nur eine einzige Schülerin zu dem grimmig aussehenden Smiley mit den Daumen nach unten.

Musik und Filme

Bei der Auswertung in Form von Tagebucheinträgen und Interviews erzählten die Schülerinnen davon, dass das Schwierigste dabei zum einen die Langeweile war und dass man eben "nicht mal schnell die Nachrichten von Freunden checken kann". Zum anderen sei der sonst schon routinemäßige Griff zum Smartphone eine kleine Schwierigkeit gewesen. Eine Schülerin schrieb in ihrem Tagebucheintrag: "Am Anfang war es schwierig, da jeder im Bus auf sein Smartphone geschaut hat - außer wir." Dass die ganze Klasse daran teilgenommen hat, war hilfreich. "So verpasste man wenigstens nichts im Klassen-Chat", bemerkte eine Schülerin. Nicht zu wissen jedoch, was andere Freude machen oder ob sie etwas von einem wollen, empfanden einige nicht unbedingt als leicht. "Denn es hätte ja wichtig sein können." Also doch ein wenig Fomo! Die Mädchen, die im Laufe der 24 Stunden der Versuchung erlagen und zu ihrem Smartphone griffen, begründeten dies damit, dass sie irgendwann einfach nicht mehr an das Experiment gedacht und es völlig vergessen haben. Mehrere berichteten im Interview auch, dass sie wichtige Nachrichten schreiben oder lesen mussten oder dass der Wunsch Musik im Bus zu hören oder Filme anzuschauen doch zu groß geworden ist. Und wie wurde die handyfreie Zeit genutzt? Lesen, Spielen mit den Haustieren, Besuch bei der Oma, Kochen und Backen waren die meist genannten Aktivitäten. Einige Mädchen nutzten die gewonnene Zeit aber auch zum Lernen. (Info-Kasten)

Am Anfang war es schwierig, da jeder im Bus auf sein Smartphone geschaut hat - außer wir.Eine Schülerin in einem Tagebucheintrag


Heute Filmpremiere im T1-Medienzentrum zum Workshop-AbschlussDas 24- Stunden-Smartphone-Fasten war Teil des Projekts "Perspektiva" - ein deutsch-tschechischer Video-Workshop des Jugendmedienzentrums T1. Daran beteiligt sind neben der Gruppe der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen auch Schüler der freien Schule Eger/Cheb. "Perspektiva" wird unterstützt vom Rotary Club und gefördert aus dem deutsch-tschechischen Zukunftsfonds. Bei der Auftaktveranstaltung mit Philipp Reich vom Jugendmedienzentrum T1 an der Mädchenrealschule hatten die Schülerinnen der 8b sich in Form von Arbeitsaufträgen und Spielen und anhand von Videoclips darüber Gedanken gemacht, wie junge Leute und vor allem sie selbst in und mit sozialen Netzwerken und digitalen Medien unterwegs sind. Eine fünftägige "Real-Life-Challenge" (von der Internetseite "Handysektor") schloss sich an: Hierbei forderten die Mädchen sich gegenseitig zu Challenges heraus. Keine Abkürzungen oder keine Emojis (Bildschriftzeichen) zu verwenden, waren die einfacheren Herausforderungen. Als schwieriger erwiesen sich Anweisungen wie "Verwende WhatsApp binnen 24 Stunden nur zehn Mal!" oder "Friends first - Wenn du mit Freunden und anderen Personen zusammen bist, darfst du dein Smartphone nicht verwenden." Der Video-Workshop mit dem Dreh kurzer Clips läuft seit Montag bis heute, Mittwoch, mit je sechs Schülern beider Partnerschulen in Tannenlohe. Das Jugendmedienzentrum T1 lädt heute, Mittwoch, um 15 Uhr Interessierte ins T1, zur Premiere beider Kurzfilme ein.
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