Kolpingsfamilie unterstützt Hilfsaktion
Sascha hört Symphoniekonzerte

Beim Besuch in Annaberg-Buchholz informierten sich die Mitglieder der Waldsassener Kolpingsfamilie auch über das Hilfsprojekt von Katja Seifert. Von links Vorsitzender Werner Hahn zusammen mit Katja Seifert, Sascha und daneben Alfons Prechtl von der Pfarrei Brand/Marktredwitz. Bild: kgg
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Waldsassen
11.07.2017
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Die Fahrt der Kolpingsfamilie ins Erzgebirge war kein normaler Tagesausflug. Über die Gäste aus dem Stiftland freuten sich in Annaberg-Buchholz besonders die Verantwortlichen eines besonderen Hilfsprojekts.

Das Programm mit Besichtigungen vor Ort für die Fahrt der Kolpingsfamilie zusammengestellt hatte Berthold Kreuzer, unterstützt von Alfons Prechtl aus Brand/Marktredwitz. Die dortige Pfarrgemeinde unterhält sei vielen Jahren eine Partnerschaft mit Annaberg-Buchholz. Zudem hatte Prechtl ein Zusammentreffen mit Katja Seifert organisiert.

Katja Seifert berichtete den Kolpingmitgliedern über den von ihr und ihrer Familie vor Jahren ins Leben gerufenen Verein "Anna und Sascha" und schilderte gleichzeitig das angestrebte Projekt. Dessen Entstehung sei einem besonderen Menschen zu verdanken - Sascha. Er wurde 1995 in St. Petersburg geboren. Als Ärzte erkannten, dass er das Down-Syndrom hat, sagten sie seiner Mutter kurzerhand das Kind sei tot. Erst zwei Wochen später erfuhr die Mutter durch einen Anruf, dass ihr Kind lebe, jedoch schwerbehindert sei und sie selber ihr Leben mit einer solchen Last nicht zerstören solle. Im staatlichen Kinderheim sei es gut versorgt. Als Katja Seifert fünf Jahre später bei einem Besuch ihres Bruders dort Sascha zum ersten Mal dort sah, habe sie ihm leise ins Ohr gesagt: "Ich hol dich hier raus!". Nach schwerem behördlichem Hürdenlauf sei es dann 14 Monate später soweit gewesen: Sascha war sieben Jahre, 77 Zentimeter klein und wog sieben Kilo, konnte weder laufen, noch sprechen aber Essen, sagte Katja Seifert.

Laut russischem medizinischem Gutachten war Sascha schwerhörig, nahezu blind, habe einen schweren Herzfehler und eine Nierenatrophie. Heute ist Sascha 21 Jahre alt und hat inzwischen viele Herzen erobert. Er ist körperlich gesund, kann laufen, schwimmen, kennt Buchstaben und macht sich jedem verständlich, liebt die Musik und ist begeisterter Symphoniekonzert-Hörer, sagt Katja Seifert. In deren großer Familie ist Sascha aufgewachsen. Er ist künstlerisch tätig und arbeitet heute mit großer Freude und Hingabe in der Küche der EGE (Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge). Dem Verein gehört das Haus am "Buchholzer Tor" und es bietet beste Voraussetzungen für Gastronomie und Herbergswesen, sagt Katja Seifert. Dieses Potenzial möchte man gerne nutzen und ein barrierefreies Café mit Herberge errichten. Dabei sei man auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Die Herzen der Besucher waren angerührt von den Ausführungen der Katja Seifert über Sascha und sein anfängliches Schicksal. Vorsitzender Werner Hahn überreichte eine Spende - 150 Euro. Auch Alfons Prechtl hatte eine Spende mit dabei. Sie festigt weiter die Partnerschaft der Pfarrei Brand zu Annaberg-Buchholz.
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