Michael Selinger verlässt Umweltstation Waldsassen
Zurück in die Heimat

Michael Selinger bei seinem Hobby, der Imkerei. Im Naturerlebnisgarten hat der aus dem Markgräflerland stammende Geoökologe eine "Bienen-Sauna" (im Hintergrund) errichtet. Ende März wird Selinger seinen Posten als Leiter der Umweltstation verlassen. Archivbild: Grüner
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Waldsassen
04.01.2017
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In der Stiftung Kultur- und Begegnungszentrum Abtei Waldsassen steht die zweite personelle Veränderung innerhalb kurzer Zeit an: Der Leiter der Umweltstation, Michael Selinger, wird Ende März die Klosterstadt verlassen.

"Ich gehe zurück in die Heimat", erklärt Selinger am Mittwoch gegenüber dem NT. Private Gründe hätten ihn dazu bewogen. Der aus dem Raum Freiburg stammende Geoökologe lebt mit seiner Familie in Konnersreuth lebt, bezeichnet die Oberpfalz als "zweite Heimat".

"Es war eine schöne Zeit hier." Nun aber sei die Zeit für die Veränderung da, sagt Selinger, der nach eigenen Worten positiv in die Zukunft und dankbar und ohne Bitternis zurückblickt. "Die Oberpfalz ist eine der schönsten Landschaften Deutschlands." Selinger hatte 17 Jahre in Bayern verbracht. "Die Oberpfalz behalte ich im Herzen."

"Ich bedauere es sehr"

Erst einmal tief durchgeatmet hat Äbtissin Laetitia Fech, nachdem sie von Michael Selingers Entschluss erfahren hat - am Dienstagmittag per Mail. "Ich bedauere es sehr", sagt die Vorsitzende des Stiftungsrats und spricht von einer "Familienentscheidung". Diese habe sich schon angedeutet. "Ein Wechsel ist immer anstrengend", kommentiert Äbtissin Laetitia Fech die aktuelle Situation. "Wir müssen damit zurecht kommen." Selingers Nachricht kam rechtzeitig vor einem Gespräch mit der künftigen Geschäftsführerin Johanna Härtl und Hubert Kellner am Nachmittag. Der Betrieb in der Geschäftsstelle der Stiftung und in der Umweltstation werde nach einer Übergangsphase bis zum Ausscheiden Selingers Ende März ohne Probleme weiterlaufen.

Hohe Qualifikation

"Das Jahresprogramm steht, auch die Finanzierung ist gesichert", verweist die Äbtissin auf die bereits in den vergangenen Monaten erledigten Aufgaben. Zudem verfüge Johanna Härtl über eine hohe fachliche Qualifikation, die sie auch für die Leitung der Umweltstation befähige. Die Zuschussgeber bei den zuständigen Ministerien in München seien informiert. Michael Selinger hatte Bürgermeister Bernd Sommer zuerst über seine Entscheidung informiert: Der Leiter der Umweltstation, der seit April 2012 den Posten besetzte, hatte zunächst einen Vertrag für fünf Jahre erhalten. Dieser wäre am 31. März ausgelaufen - mit der Option auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag als Chef der Umweltstation.

"Aber er hat sich anders entschieden. Das nehmen wir jetzt so hin", so Sommer in einer ersten Stellungnahme. Auch der Vorsitzende des Stiftungsvorstands verweist auf die hohe Qualifikation der neuen Geschäftsführerin Johanna Härtl. Sie verfüge über die fachliche Kompetenz den Betrieb in der Umweltstation aufrecht zu erhalten. Dadurch würden auch staatliche Fördermittel für die Umweltstation fließen.

Ich behalte die Oberpfalz im Herzen.Michael Selinger, der Ende März als Leiter der Umweltstation ausscheiden wird

Angemerkt: Pause für Sankt Joseph

Dass nach der Entscheidung von Michael Selinger auf den Heiligen Joseph im Büro von Äbtissin Laetitia Fech ein neuer Job zukommt, mag vielleicht nur auf den ersten Blick so aussehen. Denn die Verantwortlichen der Stiftung stehen diesmal nicht unter Zeitdruck. Johanna Härtl ist fachlich top: Master in Umweltplanung und Ingenieur-Ökologie, Bachelor in Geografie. Ihren eigentlichen Job und die Leitung der Umweltstation kann die Frau auf dem Geschäftsführerposten auch in Personalunion erledigen. Die nächsten Monate werden zeigen, ob dies nur übergangsweise geschieht oder es - mit Unterstützung von Hubert Kellner - vielleicht sogar auf Dauer so bleiben wird. In diesem Falle hätte Sankt Joseph seine Aufgabe besonders gut erledigt und sich eine Pause verdient.

paul.zrenner@oberpfalzmedien.de
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