19.11.2017 - 17:06 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Mit Ministerin Emilia Müller Richtfest auf der Mühlenviertel-Baustelle gefeiert Äbtissin steigt aufs Dach

Geht alles gut, gibt es 2019 zwei große Einweihungen in der Klosterstadt. Man darf gespannt sein, was früher fertig wird: das Rathaus oder das Haus "Heilige Gertrud".

Vor dem Richtspruch erbat Äbtissin Laetitia Fech (Zweite von links neben Staatsministerin Emilia Müller, links) im Beisein der Mitschwestern den Segen für das Haus.
von Ulla Britta BaumerProfil

2019 wird eingeweiht: Das ist erklärtes Ziel von Äbtissin Laetitia Fech beim Richtfest auf der Mühlenviertel-Baustelle am Freitag. Hier entstehen 14 Appartements und 8 barrierefreie Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderung. Ausgesprochen herzlich umarmte die Äbtissin vor dem Gebäude Sozialministerin Emilia Müller, die zum Mitfeiern gekommen war. Die beiden Frauen, die beim vertrauten "Du" angekommen sind, schritten rasch zur Tat.

Im liebevoll geschmückten Foyer des sanierten Gebäudes begrüßte die Äbtissin ihre Gäste, unter anderem Regierungspräsident Axel Bartelt, Bürgermeister Bernd Sommer, den zukünftigen Betreiber der Einrichtung für Behinderte von der Katholischen Jugendfürsorge, Dr. Michael Eibl, als Vertreter von dp-Architekten Ulrich Dotter und für den Richtspruch Toni Schatzberger.

Das Projekt sei eine enorme Aufwertung für die Stadt, hier sei ein Aushängeschild geschaffen worden als Platz der Begegnung. "Heute ist ein guter Tag für Waldsassen", meinte Emilia Müller. Gerne habe sie als Oberpfälzerin das Projekt unterstützt: "Das ist ein Musterbeispiel für gelebte Inklusion", sagte die Ministerin. Inklusion stehe für Miteinander, Solidarität und Teilhabe, ganz nach dem Motto "Mittendrin statt nur dabei". Bayern sei nicht nur Top-Wirtschaftsstandort, sondern auch Kulturstaat. "Und dafür sind unsere Kirchen und Klöster unersetzlich als spirituelle Kraftquellen, die Halt und Orientierung geben in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt."

Nach Grußworten und näheren Baubeschreibungen von Dr. Michael Eibl und Ulrich Dotter wollte Bürgermeister Bernd Sommer seine Überraschung loswerden. Er habe im Stiftland-Museum etwas für die Äbtissin entdeckt, sagte er geheimnisvoll - und enthüllte eine historische Bautafel aus dem Jahr 1933, die den Brand und den Wiederaufbau des Mühlenviertels beschreibt.

"Das gehört hierher", fand Sommer. Deshalb habe er den Museumsleiter gebeten, die Tafel abzunehmen, um sie der Äbtissin zu schenken. "Auch wenn Robert Treml nicht recht wollte", lachte Sommer. Zum Richtfest für das "Haus Gertrud" meinte er, damit stünde das Kloster im Wettrennen mit dem Rathaus, das auch 2019 eingeweiht werden soll. Mit dem Segen der Äbtissin für einen weiteren unfallfreien Bauverlauf und dem Richtspruch war die Feier noch nicht zu Ende: Die Klosterchefin stieg aufs Mühlenviertel-Dach, um symbolisch den Hammer zu schwingen für den allerletzten Nagel.

Der Umbau des Hauses "Heilige Gertrud" soll Ende 2018 beendet sein, die Einweihung ist für 2019 geplant. Neben den Wohnungen entstehen hier eine Pilgerherberge und eine Physiotherapie-Praxis. Gefördert wird die Sanierung bei einer Bausumme von 11,5 Millionen Euro mit einem Zuschuss des Freistaats in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Die Städtebauförderung beteiligt sich mit 4,7 Millionen Euro, die staatliche Denkmalpflege mit 2 Millionen Euro. Weiter leisten die Stadt, der Landkreis, der Bezirk Oberpfalz und die Bayerische Landesstiftung einen Anteil. Das Kloster selbst übernimmt 2,8 Millionen Euro.

Heute ist ein guter Tag für die Stadt Waldsassen.Staatssekretärin Emilia Müller

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