29.03.2018 - 17:36 Uhr
Waldsassen

Mitterhof-Bauer Matthias Frank züchtet vom Aussterben bedrohte Meißner Widder Süßer Osternachwuchs im Stall

Wenn das keine Osterüberraschung ist: Bei der Familie Frank auf dem Mitterhof gibt es Kaninchennachwuchs. Fünf winzige Langohren sind zur Welt gekommen. Eigentlich nichts Besonderes, wenn es sich dabei nicht um eine vom Aussterben bedrohte Rasse handeln würde ...

Kerstin Frank hält die Hasenmutter auf dem Arm. Sie will ihren Beitrag leisten, dass die Rasse Meißner Widdern nicht ausstirbt. Bilder: ubb (2)
von Ulla Britta BaumerProfil

Hundsbach. (ubb) Kerstin und Matthias Frank haben rund 100 Kaninczhen. Trotzdem sind sie richtig aus dem Häuschen. Ihre Meißner Widder, eine vom Aussterben bedrohten alten Rasse, hat erstmals Nachwuchs. Zu sehen ist im Nest noch fast gar nichts - höchstens mal kurz eine kleine Schnauze oder ein kleines Ohr. Die fünf Winzlinge, die vor etwa drei Wochen zur Welt gekommen sind, sind im Heubett versteckt. Nur Kerstin Frank darf die Kleinen herausholen, ohne dass die "Hasenmutter" Panik schiebt. Die Frau vom Mitterhof wirft der Mama frischen Salat hin und schon ist die abgelenkt und lässt Kerstin Frank gewähren.

"Es hat lange gedauert. Wir dachten, das wird gar nichts mehr", erzählt das Ehepaar Frank. Kaninchen sind zwar oft mit reichlich Nachwuchs gesegnet, aber ausgerechnet bei den seltenen Meißner Widdern, die um das Jahr 1900 von Leo Reck und Emil Neupold in Meißen gezüchtet worden sind, tat sich lange gar nichts. "Wir haben sie vor zwei Jahren aus Hamburg geholt", erzählt Matthias Frank. Der Mitterhof-Bauer hat sich auf aussterbende Nutztierrassen spezialisiert. Er ist auch Mitglied im Verband "Arche Noah", einer Organisation zur Rettung seltener Arten. Neben einem Esel, Ziegen, Schweinen und anderen Haustieren gehören die Meißner Widder zu Matthias Franks "Arche", weil die "Mümmelmänner" mit den flauschig-beigen Schlappohren kaum jemand mehr züchten möchte.

Drei Kaninchen (zwei davon sind Weibchen) leben auf dem Mitterhof und sollen für den Erhalt der Rasse sorgen. Groß ist natürlich nun die Freude, dass sich zu Ostern endlich Nachwuchs eingestellt hat. Die fünf Babys werden wohl bald mit ihrer Mutter im Stall herumspringen. Sorgen, dass den Jungen aus dem Wurf etwas geschehen könnte, hat Matthias Winter keine. Kaninchen sind sehr robust. Und die uralten Rassen halten besonders viel aus", weiß er. Ein Exemplar hat übrigens etwa 35 Euro gekostet, kaum mehr als die weit verbreiteten Rassen. Beim Futter sind die Tiere überdies sehr genügsam. "Sie fressen Karotten, Gemüsereste, Heu, Altbrot und im Sommer frische Wiese", erklärt Matthias Frank.

Der Züchter überlegt bereits, wie er die Rasse wieder verbreiten kann. "Vielleicht gebe ich bei Interesse das eine oder andere Tier an Kleintierzüchter ab", überlegt er. Seine kleinen Kaninchenkinder haben übrigens noch keine Schlappohren. Die entwickeln sich erst später. Wer "Familie Schlappohr" sehen möchte: Matthias und Kerstin Frank laden alle Familien herzlich über die Feiertage auf den Mitterhof zum "Osterhasenschauen" ein.

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