30.08.2017 - 14:58 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Neue Asphaltschicht sorgt weiter für Diskussionen Wirbel um bedeckte Deckel

Die Welle der Kritik an der neuen Fahrbahnoberfläche in der Mitterteicher Straße rollt munter weiter. Immer mehr Leute berichten von eigenen Erfahrungen und bestätigen Berichte über Unebenheiten. Für Verwunderung sorgen jetzt auch noch ganz und teilweise zuasphaltierte Kanaldeckel.

Teilweise und sogar ganz zuasphaltierte Kanaldeckel auf dem erneuerten Fahrbahnabschnitt in der Mitterteicher Straße sorgen für Verwunderung in der Klosterstadt. Doch das Bauamt der Stadt Waldsassen und das Staatliche Bauamt geben Entwarnung - das sei alles so geplant gewesen. Die Deckel werden noch freigelegt und auf Höhe der Fahrbahn gebracht. Bild: lnz
von Udo Lanz Kontakt Profil

Der innerörtliche Straßenabschnitt der B 299, der in der vergangenen Woche eine lärmarme Asphaltschicht erhielt, ist nach wie vor das Aufreger-Thema in der Klosterstadt. Eifrig diskutiert wird unverändert in der Facebook-Gruppe "Du weißt, du bist aus Waldsassen und Umgebung, wenn..." mit inzwischen über 2060 Mitgliedern. Nach dem jüngsten Artikel der Oberpfalz-Medien zu dem Thema mit Nachfrage beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach gab es einen erneuten Kommentar-Schub. Aussagen vonseiten der Behörde ernteten jede Menge Hohn und Spott.

Ein neuer Sturm der Entrüstung brach los, als eine Userin in der Facebook-Diskussion ein Foto einstellte, das einen teilweise zuasphaltierten Kanaldeckel zeigt. Dazu berichtet sie noch von weiteren ähnlichen Fällen auf dem Abschnitt. "Pfusch am Bau vom Allerfeinsten", kommentiert das ein Nutzer und hält den Sachverhalt für geeignet für die TV-Undercover-Reporter vom "Team Wallraff". Eine andere Userin ruft nach Skandal-Aufdecker Mario Barth, während eine weitere Nutzerin schreibt: "Sag bitte, dass das eine Fotomontage ist...".

Nein, eine Fotomontage ist es wahrlich nicht. Ein kurzer Spaziergang entlang der Strecke bestätigt das. Tatsächlich sind es rund 10 Kanaldeckel, die teils oder ganz zuasphaltiert wurden - und zwar mit purer Absicht, wie Waldsassens Stadtbaumeister Hubert Siller auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien betont. Mit dem Staatlichen Bauamt habe die Stadt - die zwar nicht für die Fahrbahn, aber die Kanäle zuständig ist - dieses Vorgehen zuvor abgesprochen. "So konnte man viel schneller asphaltieren." Selbstverständlich werden die Kanaldeckel im Nachgang sauber freigelegt und dann auf Höhe der Fahrbahn gebracht. Dieses Verfahren sei absolut nicht ungewöhnlich. "Das wird öfters so gemacht", versichert Siller.

Hans Gschrey, Bauleiter für das Projekt beim Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, teilt auf Nachfrage mit, dass diese Arbeiten an den Kanaldeckeln sowie auch die Reinigung der gepflasterten Randflächen in den kommenden zwei Wochen über die Bühne gehen werden. "Es wird da noch einmal zu Behinderungen kommen, aber ein Ampelbetrieb ist nicht vorgesehen."

Von der Beschaffenheit der Fahrbahn hat sich Gschrey am Mittwoch vor Ort selbst ein Bild gemacht. Unebenheiten seien vorhanden, wie er einräumt, aber in einem vertretbaren Maße. Wer jetzt ganz genau aufpasse, nehme sicherlich mehr wahr als ein durchschnittlicher Verkehrsteilnehmer, meint Gschrey. Eine Prüfung der Ebenflächigkeit werde wohl schon nächste Woche erfolgen. "Abweichungen innerhalb einer gewissen Toleranz sind natürlich zulässig."

Zu bedenken sei in diesem Zusammenhang die sehr kurze Bauzeit. "Es wurde gemacht, was möglich war", bilanziert Gschrey. "Die Baufirma hat zuletzt bis zum Anbruch der Dunkelheit gearbeitet, um fertig zu werden." Problematisch gewesen sei neben der Vielzahl an Hydranten und Kanalschächten, dass die alten Pflastereinfassungen bzw. Entwässerungsrinnen erhalten bleiben sollten. "Man hätte schon wie auf freier Strecke eine vollständig ebene Fläche schaffen können - dann hätten die Arbeiten aber drei Wochen gedauert." Doch man habe in Absprache mit der Stadt eine Kompromisslösung finden müssen, um die Dauer der Vollsperrung möglichst gering zu halten, aus Rücksicht auf Anwohner, Gewerbetreibende und eben auch die Verkehrsströme. Wichtig sei, so Gschrey, eine Verringerung des Lärms - und das habe man erreicht.

Inzwischen hat sich auch Bürgermeister Bernd Sommer in der Facebook-Diskussion zu Wort gemeldet. „Ich kann es nur bestätigen. Echt eine Buckelpiste“, schreibt er über die neue Fahrbahn. „Wäre die Stadt Auftraggeber, würde ich toben.“

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