29.03.2018 - 20:10 Uhr
Waldsassen

Nicole Katsikis wird in der Osternacht in die katholische Kirche aufgenommen Eine Herzensangelegenheit

Dieses Jahr gibt es in der Familie Katsikis noch mehrere besondere Anlässe zum Feiern. Tochter Maria empfängt die Erstkommunion, der älteste Sohn Dominik kommt bald zur Firmung. Zuerst aber ist Mama Nicole an der Reihe.

In der Diözese Regensburg werden in der Osternacht 12 Erwachsene in die katholische Kirche aufgenommen - darunter Nicole Katsikis - im Bild zusammen mit den Kindern Armin (auf dem Arm) sowie rechts daneben Dominik und Maria sowie Stadtpfarrer Thomas Vogl (rechts) und Pfarrvikar Markus Hochheimer. Bild: pz
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Die 40-Jährige wird am Samstagabend während der Osternacht-Feier in der Basilika vor vielen Gläubigen in einem feierlichen Zeremoniell getauft, gefirmt und die Erstkommunion empfangen - "die drei Sakramente des Christwerdens", heißt es dazu im aktuellen Pfarrbrief. Als "Geschenk für die Pfarrei" sieht Stadtpfarrer Thomas Vogl die Entscheidung von Nicole Katsikis. Immer schon sei sie präsent gewesen bei Gottesdiensten, erinnert sich der Pfarrer: Bei der Kommunion lehnte sie die Hostie ab, ließ sich stattdessen segnen. Damit befolgte sie einen Rat einer befreundeten Katholikin. "Sie wird halt evangelisch sein", schildert Pfarrer Vogl seine Einschätzung damals. "Als der Stein ins Rollen kam, dachte ich mir: Hoppla, da ist doch eine andere Vorgeschichte." Vor einem Jahr erklärte Nicole Katsikis dem Pfarrer ihren Wunsch nach der Taufe. Es sei aber ein langer Prozess gewesen, es sei alles langsam gewachsen. Nicole Katsikis stammt aus dem Osten Deutschlands, hatte aber immer wieder Kontakt zur katholischen Kirche - vor allem durch gute Freunde der Eltern. "Aber ich war eben nicht getauft." Die Familien besuchten gemeinsam an Weihnachten die Kirche, vorm Essen wurde gebetet. "Gott hat mir viele Personen an die Seite gestellt, die meinen Weg begleitet haben." Nicole und Niko Katsikis zogen mit den beiden älteren Kindern Ende 2008 nach Waldsassen, Sohn Armin ist hier geboren. "Monika Mittereder war mein erster Kontakt", nennt sie das Zusammentreffen mit der Waldsassenerin. "Seither ist Moni an meiner Seite." Sie nahm sie mit zu den Angeboten der Pfarrei; inzwischen nennt Nicole Katsikis ihre Freundin als wichtige Basis der Entscheidung für die Taufe. Monika Mittereder, Mitglied im Pfarrgemeinderats-Sachausschuss Ehe und Familie, wird auch am Samstag ganz nah bei Nicole Katsikis sein - als Patin.

Seit einem Jahr bereitet sich der erwachsene Täufling intensiv vor - zuerst mit Pater Romanos Werner, danach mit Pfarrvikar Markus Hochheimer. Gefragt nach den entscheidenden Erlebnissen für ihren Schritt nennt Nicole Katsikis - neben Monika Mittereder und den Zugang zur Pfarrei durch sie - ein Gebets-Wochenende mit Äbtissin Laetitia Fech im Kloster und den "Alphakurs". Dort werden Glaubens-Grundlagen vermittelt - katholischen, evangelischen Christen wie Interessierten anderen Glaubens. Sie war konfessionslose Teilnehmerin. "Das war mehr in der Fügung als alles andere." Ein großer Wunsch der Neu-Katholikin ist die Organisation eines solchen Kurses in Waldsassen. Die Gemeinschaft in der Kirche, in der Pfarrei sei ein Punkt. Vor allem aber wolle sie noch einen Schritt tiefer in der Beziehung zu Jesus gehen. "Es ist für mich eine Herzensangelegenheit", sagt Nicole Katsikis. Vor einem Jahr hatte sie etwas Bammel beim Gedanken an den großen "Auftritt" in der Basilika. Inzwischen aber fieberten so viele Freunde und Angehörige mit, so dass sie mit dem Herzen dabei sei und sich auf den großen Tag freue. Viele seien auch überrascht gewesen. "Es ist ja klar, man läuft nicht herum und sagt: Ich bin nicht getauft." Nicole Katsikis sieht nun auch ihre Aufgabe darin, die Leute wachzurütteln - etwa nach dem Motto: "Würde ich mich jetzt in dieser Situation ganz bewusst entscheiden?" Hintergrund

Gott hat mir viele Personen an die Seite gestellt, die meinen Weg begleitet haben.Nicole Katsikis

Hintergrund

In der Vorbereitungszeit (Katechumenat) sollen die künftigen Katholiken den christlichen Glauben (näher) kennenlernen und mit dem Gottesdienst und den Festen des Kirchenjahres vertraut werden. Nach einer gewissen Zeit der Vorbereitung stellt der Pfarrer einen Antrag an das bischöfliche Generalvikariat um Erlaubnis zur Aufnahme, da für die Aufnahme eines erwachsenen Bewerbers der Bischof zuständig ist. Die Taufe findet in der Regel in der Osternacht statt. Wenn diese in der Pfarrei gefeiert werden soll, will das gut begründet sein - wie im aktuellen Fall: Tochter Maria steht in der Kommunionvorbereitung, Sohn Dominik kommt bald zur Firmung und wird als Ministrant in der Osternacht bei der Taufe der Mama assistieren. "Das hätten wir im Dom alles nicht", so Pfarrer Thomas Vogl. "Das wird für die Pfarrei als Gemeinschaft eine schöne Erfahrung." In der Osternachtfeier im Regensburger Dom werden 7 der 12 Erwachsenen aus der Diözese in die Kirche auf genommen, die anderen in den Pfarreien. (pz)

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