31.03.2017 - 12:20 Uhr
WaldsassenOberpfalz

OTH Amberg-Weiden stellt neueste Technologie vor Einstein gibt's jetzt in 3D

Unseren Wohlstand haben wir der Technologie zu verdanken. Bald werden komplette Häuser aus dem 3D-Drucker gefertigt. Das ist das Fazit von Professor Dr. Wolfgang Blöchl, der die neue Technik der OTH Amberg-Weiden nach Waldsassen gebracht hat.

Wer könnte besser Pate für die neue Technologie stehen als das Genie: Staunend hält Landrat Wolfgang Lippert (im Bild mit OTH-Präsidentin Professor Andrea Klug) den 3D-Einstein in Händen. Bild: ubb
von Ulla Britta BaumerProfil

(ubb) Wirtschaftsförderer Manfred Dietrich freute es sehr, am Donnerstag seltene Gäste im Gründerzentrum begrüßen zu können. Zum "Technik-Forum@OTH - Additive Manufacturing" fand erstmals ein Workshop zu "Markttransparenz durch das OTH-Qualitätsprüfteil AM" sowie "Reverse Engineering - Prozesskette" statt. Dietrich stellte als Hauptreferenten und einzigen Bestreiter des Tagesprogramms Professor Dr. Ingenieur Wolfgang Blöchl vor, der sich vor dem politischen Hintergrund von "Industrie 4.0" für neue Technologien einsetzt.

Bei derart kompetenter Fachpräsenz verzichtete Landrat Wolfgang Lippert auf ein Grußwort. Er beließ es dabei, von seiner ersten Begegnung mit 3D bei Siemens in Kemnath zu berichten. Dort sei ihm eröffnet worden, was überhaupt bereits alles mit 3D-Druck möglich sei. Natürlich lasse sich ein großes Thema wie die Digitalisierung nicht in einem einzigen Tag abhandeln, so Lippert, der von großen neuen technischen Ebenen für die Industrie sprach. Auch Professor Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden, verzichtete auf ein Grußwort, um Blöchls Referat mehr Raum zu lassen.

Dass die 3D-Drucktechnik durchaus Interesse in den Chefetagen der großen Firmen weckt, dafür sprachen die Workshop-Teilnehmer, immerhin über 70 an der Zahl, darunter ein Gast aus Hamburg. Blöchl stieg unter anderem mit der Genialität der Menschheit ins Referat ein. Ein berühmtes Beispiel stand vor ihm auf dem Tisch: Albert Einsteins Büste, gefertigt mit 3D-Druck, haben bisher nur wenige in Händen gehalten. Der handliche "Einstein" zum Anfassen ist aber nur ein kleines Beispiel, was zukünftig alles möglich sein wird.

Unumwunden gab Blöchl zu, dass damit jede Menge Berufsbilder sowie einfache Arbeitsplätze von der Bildfläche verschwinden werden. Doch wiege dies eine Erfordernis nach hochdotierter Bildung und lebenslangem Lernen wieder auf, was das Gesamtniveau der Arbeitswelt enorm anhebe. Blöchl sprach von einer Revolution. "Unser Reichtum ist der Technologie zu verdanken", sagte er, unterlegte seine These mit Beispielen aus Vergangenheit und Gegenwart.

3D werde sicherlich vieles verändern, woran kein einziger Hersteller mehr vorbeikommen werde. Das neue Potenzial müsse genutzt werden. Blöchl: "Und wer nicht mitmacht, wird überrollt." Dabei zeigte der Professor eine Fülle von Anwendungsmöglichkeiten auf: in und für die Industrie bis hin zum Sport, der Kunst oder sogar beim Bau kompletter Häuser. Im Detail besprach Blöchl dann nach der Pause mit den Workshop-Teilnehmern die technischen Daten, beurteilte die Prozessgenauigkeit und Wirtschaftlichkeit und ging auf ein Forschungsprojekt der OTH ein.

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