31.05.2017 - 20:10 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Psychosoziale Gesundheit im Beruf: Dr. Ruperta Mattern bei der SPD über Umgang mit Stress und ... Eine „Gegenwelt“ für den Ausgleich

Mit dem Thema "Psychosoziale Gesundheit im Beruf - Umgang mit Stress und Burnout" setzte der SPD-Ortsverein Waldsassen seine Vortragsreihe im Jugendheim fort. Organisationsleiter Helmut Zeitler hieß als Referentin Dr. Ruperta Mattern willkommen. Die Ärztin wies zunächst darauf hin, dass Arbeit durchaus positive Aspekte beinhalte, wie etwa als Quelle von sozialen Kontakten und innerer Lebenszufriedenheit. Dies trage zur seelischen Gesundheit bei.

von Externer BeitragProfil

Risiko: Zuviel und Zuwenig

Arbeit sei mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen vernetzt. Arbeitslosigkeit, unsichere Arbeitsbedingungen oder ein "Zuviel" oder "Zuwenig" an Arbeit stellten ein Gesundheitsrisiko da. Während die Zahl der Arbeitsunfälle mit körperlichen Folgen in den letzten Jahren gesunken sei, wären die Krankheitstage aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen gestiegen.

Individuelle und Arbeitsplatzfaktoren könnten über Arbeitsüberforderung, Stress, Erschöpfung bis zum Burnout führen. Der Mediziner Hans Selye sah Stress als "physiologische Reaktion des Körpers auf bedrohliche Ereignisse" an. Dr. Mattern unterschied zwischen akutem Stress, der unter anderem leistungssteigernd sei und chronischem Durchhaltestress, der zu Erschöpfung und Erkrankungen führen könne. Zur Stressbewältigung könne man seine Gedanken, seine Denkstile und sein Zeitmanagement ändern. Wichtig sei eine "Gegenwelt" als Ausgleich. Probleme sollten nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung gesehen werden.

Bis zum Burnout

Negative Arbeitsfaktoren - darunter Zeitdruck, schlechtes Betriebsklima, fehlende Kommunikation, Perspektivlosigkeit, schlechtes Führungsverhalten - und persönliche Faktoren - darunter Perfektionismus, Unsicherheit, emotionale Instabilität - könnten über verschiedene Stadien bis zum Burnout führen. Betroffene zeigten eine verringerte Leistungs-Zufriedenheit, eine gleichgültige oder zynische Einstellung gegenüber Kollegen oder Kunden, seien launenhaft und unorganisiert und hätten generell eine negative Einstellung zum Leben. Zudem nähmen psychosomatische Reaktionen wie Erkältungen, Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Herzklopfen und Bluthochdruck zu.

"Frau Dr. Mattern verstand es, die schwierige Materie mit Beispielen aus dem Leben und ihren Erfahrungen zu verdeutlichen", heißt es in der Pressemitteilung. Ortsvereinsvorsitzende Angela Baumgartner überreichte der Referentin eine Orchidee als Dankeschön für den Vortrag.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.