Schaufenster für Projekt Welterbe

Wer Welterbe werden will, muss auch im weltweiten Netz vertreten sein. Die neue Homepage stellten (von links) Bürgermeister Bernd Sommer, Äbtissin Laetitia Fech, Robert Ehrmann und Projekt-Koordinator Harald Hertel vor. Bild: kgg
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Waldsassen
01.12.2016
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Die einzigartige Kulturlandschaft im Stiftland ist in vielen Jahrhunderten gewachsen. Moderne Medien sollen auf dem Weg zur Anerkennung als Welterbe helfen. Seit heute wartet eine Homepage mit allen Informationen auf.

Waldsassen/Tirschenreuth. Der Förderverein "Welterbe Klosterlandschaft Waldsassen - Stiftland" schaltet das Schaufenster des Projekts am 1. Dezember frei. Nach längeren Vorarbeiten erfolgte nun der symbolische Knopfdruck bei einem wesentlichen "Pulsgeber" der Klosterlandschaft, der Zisterzienserinnenabtei Waldsassen. Über die Freischaltung freute sich auch die Hausherrin, Äbtissin Laetitia Fech, die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins ist.

Robert Ehrmann, Vorstandsmitglied im Verein, widmete sich der Aufgabe, eine Website in professioneller Art zu gestalten. Mit der Ausarbeitung habe man sich bewusst Zeit gelassen, sagte Harald Hertel, Projektkoordinator des Fördervereins. Zum einen, weil man inhaltsreiche Beiträge einbinden wollte, die das Besondere der Klosterlandschaft in verständlicher Art darlegen: "Die lassen sich nicht aus dem Ärmel schütteln." Zum anderen, weil man erst noch das Projekt-Logo haben wollte, das nun den Kopf der Homepage schmückt. "Daran mussten wir auf Anraten eines Experten, der mit Welterbe-Anträgen schon viele Jahre beschäftigt ist, noch eine Änderung vornehmen", informierte Hertel. "Wir haben das Wort ,Projekt' im Logo ergänzt, damit jeder weiß, dass wir eben noch im Projektstatus sind. Die Hoffnung besteht natürlich darin, dass wir dieses Wort irgendwann einmal wieder löschen können", betont der Vorsitzende des Fördervereins, Bürgermeister Bernd Sommer.

Die Homepage beinhaltet neben den Fachbeiträgen zur Klosterlandschaft auch eine chronologische Zeitschiene über alle bisherigen Aktivitäten seit Anfang 2014. Eine laufende Ergänzung ist selbstverständlich. "Damit kann sich jeder rückblickend und umfassend informieren", hoffen die Verantwortlichen auf rege Nutzung. Die Information, Einbindung und Motivation der gesamten Bevölkerung zum weiteren Geschehen ist dem Förderverein wichtig: "Ziel ist es, dass sich die Stiftländer mit diesem Projekt identifizieren."

Der Welterbe-Titel, so die nach eigenen Angaben realistische Einschätzung des Vereins, könnte eines Tages im nächsten Jahrzehnt die Besonderheit der Landschaft adeln. "Wir können stolz auf das uns vererbte landschaftliche Kapital einschließlich der vielen sakralen Bauwerke und Flurdenkmäler sein", sagte Harald Hertel. "Dem müssen wir nicht die Käseglocke überstülpen, sondern lediglich behutsam damit umgehen und stets darauf bedacht sein, maßgebliche charakteristische Merkmale der Klosterlandschaft nicht zu schädigen."

Die Definition von Kulturlandschaften geht nach seinen Worten von der Begriffsbestimmung in Artikel 1 der Welterbe-Konvention der Unesco aus, wonach zum Kulturerbe auch Werke von Menschenhand oder gemeinsame Werke von Natur und Mensch gezählt werden. "In diesem Sinne versteht sich die Klosterlandschaft Waldsassen als lebendige Kulturlandschaft, die ihren unverwechselbaren Charakter der Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur verdankt." Die Homepage sei ein weiterer Baustein auf dem Weg zum Titel Welterbe.

Wir haben das Wort Projekt im Logo ergänzt, damit jeder weiß, dass wir eben noch im Projektstatus sind.Bürgermeister Bernd Sommer
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