04.09.2017 - 20:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Sikawild auf dem Vormarsch Im Grenzgebiet etabliert

Das Sikawild

Durch Einbürgerungen kommt der Sikahirsch heute in vielen Gegenden der Welt vor. Ausgewachsene Hirsche erreichen ein Gewicht von bis zu 80 Kilogramm. Das Sommerkleid des Sikahirsches ist in der Regel rotbraun und weist zahlreiche weiße Flecken auf, die in sieben bis acht Längsreihen angeordnet sind. Im Winter verblassen die Flecken. Sikahirsche tragen ihr Sommerkleid gewöhnlich ab Ende Mai. Das Winterkleid zeigen sie ab September.

Im Gegensatz zum Damhirsch, mit dem der Sika verwechselt werden könnte, bilden diese Hirsche keine Schaufeln am Geweih aus. Die Hirsche wurden in verschiedenen Regionen der Welt eingeführt, weil sie ein attraktives Jagdwild darstellen und in Gebieten überleben können, in denen der Rothirsch nicht zurecht kommt. Auf Neuseeland hat es mehrere Versuche gegeben, den Sikahirsch ähnlich wie den Rothirsch nutztierartig zu halten, jedoch bestanden nur wenige Herden über längere Zeit. Sikahirsche sind im Vergleich zum Rothirsch krankheitsanfälliger und in Gattern schwieriger zu halten. Quelle: Freie Enzyklopädie "Wikipedia". (tr)

Seit 1989/90 die Grenze zu Tschechien durchlässig geworden ist, tauchen im Oberpfälzer Grenzgebiet immer wieder Hirsche auf, die es vorher hier nicht gab: Sikawild. Es ist kleiner als der Rothirsch, hat ein geflecktes Fell wie der Damhirsch und ist etwa auch so groß wie dieser.

Lange sichert der junge Sikahirsch, bevor er das schützende Unterholz verlässt und auf die Wiese wechselt. Bilder: Wolfgang Pröls (2)
von Norbert Grüner Kontakt Profil

"Sika-Wild stammt aus dem asiatischen Raum", erklärt der Betriebsleiter des Forstbetriebs Waldsassen, Gerhard Schneider. Im 18./19. Jahrhundert sei es als Gehegewild nach Europa gekommen, vor allem in den tschechisch-böhmischen Raum. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien viele Gehege geöffnet und die Tiere sich selbst überlassen worden. Schnell habe sich eine Population etabliert. Seither ist der Sikahirsch in Tschechien als freie Wildart unterwegs.

Seit Grenzöffnung

Eigentlich klar, dass nach dem Abbau der Grenzanlagen Anfang der 1990er Jahre das eine oder andere Stück mal einen Abstecher ins bayerische Grenzgebiet machte und sich hier umsah. "Anfangs war das nur Jungwild, das nach Manier der Art bevorzugt wandert, um neue Lebensräume zu besiedeln", sagt Schneider. Seit etwa zehn Jahren kämen aber vermehrt auch erwachsene Tiere, blieben dauerhaft und vermehrten sich bestens. "Wir erlegen jährlich etwa 20 bis 30 Stück." Im Bereich Flossenbürg sei die Ausbreitung wesentlich ausgeprägter, weiß der Forstdirektor. "Dort wurden im vergangenen Jahr 150 Stück geschossen.

Die Kollegen hätten sogar eine Vorverlegung der Jagdzeit ab dem 1. Mai beantragt und auch genehmigt bekommen. Vom Jagdrecht her ist der Beginn der Schusszeit der 1. Juli für Schmaltiere (Einjährige) und der 1. September für die älteren Tiere. Das Problem sei, dass die Population von Tschechien her immer wieder natürlich aufgestockt werde. Schneider geht für den Forstbetrieb Waldsassen von einer Population von 50 Stück aus.

"Innerhalb der Jagdzeit werden Sika bei uns grundsätzlich geschossen. Der Hirsch liefert wunderbares Wildbret, das hervorragend schmeckt." Beim Rotwild sei die Situation anders. Es existiere ein ungehemmter Zustrom aus Tschechien, der dazu führe, dass mittlerweile im gesamten Forstbetriebsbereich Rotwild vorkomme.

Rotwildfreies Gebiet

Der Forstbetrieb versuche, das vom Gesetzgeber geforderte rotwildfreie Gebiet rotwildfrei und auch sikafrei zu halten. Das koste viel Kraft, Energie und Zeit.

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