04.03.2018 - 12:06 Uhr
Waldsassen

So viele Firmen wie nie zvor bei Waldsassener Ausbildungsmesse Chefs rollen den roten Teppich aus

Ein kleines Tattoo an der falschen Stelle kann große Auswirkungen haben. Es kann einem zum Beispiel den Zugang zum Traumberuf verbauen.

von Josef RosnerProfil

Wer hätte das gedacht: Wer zur Bundespolizei will, muss zunächst einmal ein Diktat bestehen. Dies ist die erste Prüfung, die angehende Bundespolizisten machen müssen. Und die jungen Leute dürfen an sichtbaren Stellen nicht tätowiert sein. Wer also an den Armen ein Tattoo hat, hat ein großes Problem, wenn er diese Ausbildung anstrebt. Diese und viele andere interessante Dinge erfuhren die vielen interessierten Jugendlichen am Samstag bei der 8. Ausbildungsmesse in der Realschule im Stiftland. Martin Faget vom Regionalmanagement schätzte, dass sich etwa 1700 Besucher an den Ständen drängten. Das waren zwar etwas weniger als in den Vorjahren. Dafür gab es bei den Betrieben eine Rekordbeteiligung. Aber für die Veranstalter zählt ohnehin nicht die Quantität, sondern die Qualität der Gespräche.

Viele Azubis dabei

Weitgehend unter sich waren Aussteller und Ehrengäste am Samstagmorgen um 9 Uhr bei der offiziellen Eröffnung. Erst um 10 Uhr trafen die ersten Jugendlichen ein, viele in Begleitung ihrer Eltern. Stephan Drexler, kommissarischer Schulleiter der Realschule im Stiftland, machte in seiner Begrüßungsrede deutlich, dass ein verfehlter Beruf einen das ganze Leben lang verfolge. "Die Berufswahl ist die wichtigste Entscheidung im jungen Leben." 55 Unternehmen aus der Region seien da, um bei dieser Entscheidung zu helfen, freute sich Drexler. "Wir wollen mit dieser Ausbildungsmesse dazu beitragen, dass die jungen Leute den für sie richtigen Beruf finden. Mit dieser Messe wollen wir langfristig die Lebensqualität der jungen Menschen sichern und dazu beitragen, dass sie ihren Lebensmittelpunkt in der Region behalten können", sagte Drexler weiter. Den Jugendlichen riet der Pädagoge, die Chancen zum Gespräch mit den Unternehmern zu nutzen.

Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler nannte Ausbildungsmessen wichtig, auch weil hier die Arbeitgeber von morgen mit den jungen Leuten direkt ins Gespräch kommen konnten. Scheidler wusste aus vielen Gesprächen mit Firmenchefs, dass diese nach Fachkräften suchen. Jetzt hätten die jungen Menschen die Chance, ihren Traumberuf zu finden und damit eine Stütze eines Unternehmens zu werden. Scheidler bedauerte etwas, "dass wir früher diese Möglichkeiten nicht hatten". In der Berufswahl sah der stellvertretende Landrat eine der wichtigsten und wohl auch schwierigsten Entscheidungen für jungen Leute. Den Unternehmern wünschte er viele spannende Gespräche.

Bürgermeister Bernd Sommer meinte, dass es Wahnsinn sei, wie sich die Zeit verändert habe. "Früher suchten die jungen Leute die Unternehmen auf, heute ist es umgekehrt, heute kommen die Chefs zu den jungen Leuten und rollen ihnen den roten Teppich aus". Der Bürgermeister machte deutlich: "Unser gemeinsames Ziel ist es, die jungen Leute in der Region zu halten." High-Tech-Firmen aus der Region würden helfen, dies umzusetzen. Sommer sah in der Messe eine Erfolgsgeschichte.

Viele gute Partner

Schulamtsdirektor Rudolf Kunz wusste, dass die Ausbildungsmessen im Landkreis Erstaunen und Bewunderung weit über die Bezirksgrenzen hinaus erfahren und dort auch wahrgenommen werden. Kunz sah dies vor allem über die übergreifende Zusammenarbeit vieler Partner begründet. "Bei uns haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich konkret über ihr mögliches Berufsbild umfassend zu informieren. Unsere Betriebe jammern nicht, sondern sie arbeiten zukunftsorientiert und gehen auf die jungen Leute zu. All diese Puzzleteile ergeben ein Konzept, in dessen Mittelpunkt immer der junge Mensch steht. Wir wollen unsere jungen Leuten einen Beruf vermitteln, der ihren Neigungen und Fähigkeiten entspricht".

Breitgefächertes Angebot

Bei einem Rundgang überzeugten sich die Ehrengäste über die breitgefächerten Angebote. Viele der Aussteller hatten ihre Auszubildenden mitgebracht, was ungemein gut ankam und den jungen Besuchern die Kontaktaufnahme erleichterte. Gar mit eigenen Projekten vertreten war die Schott AG. Dort hatten Auszubildende einen Automaten mit Greifarmen gebaut, mit denen die Messebesucher kleine Präsente und Süßigkeiten herausangeln konnten.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp