Stadtpfarrer Thomas Vogl erhält die Ehrennadel der Stadt Waldsassen in Silber
Kein nächtliches Orgelspiel

"Sie bereichern unsere Pfarrgemeinde", sagte Bürgermeister Bernd Sommer (rechts) in seiner Laudatio auf Stadtpfarrer Thomas Vogl (links): Er bekam beim Neujahrsempfang die Ehrennadel in Silber der Stadt Waldsassen verliehen. Bild: pz
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Waldsassen
08.01.2017
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Traditionell sind beim Neujahrsempfang am Abend des Dreiköngstags verdiente Persönlichkeiten geehrt worden. Daneben gab's noch eine besondere Auszeichnung der Stadt Waldsassen - für Stadtpfarrer Thomas Vogl.

"Sie bereichern unsere Pfarrgemeinde und wirken positiv auf das Leben vieler Menschen hier ein", sagte Bürgermeister Bernd Sommer in seiner Laudatio: In der Klosteraula erhielt der Stadtpfarrer die Ehrennadel der Stadt Waldsassen in Silber. "Pfarrer Vogl ist inzwischen Kenner der Pfarrei und seiner Menschen mit all ihren Eigenheiten, Sorgen, Nöten und Ängsten geworden", sagte Bernd Sommer, nachdem er aus einem NT-Artikel vom 22. September 2005 zitiert hatte. Damals kündigte Vogl an, "nächtens, falls sich tagsüber Frust aufgebaut hat, sich an der Orgel austoben" zu wollen. Doch nächtliches Orgelspiel habe er, Sommer, noch nie aus der Basilika gehört. "Ich resümiere: Der Frust unseres Pfarrers über seine Schäfchen hat sich wohl - Gott sei's gedankt - in Grenzen gehalten."

Liebe zur Musik

"Ein wichtiger Teil von uns geworden" sei Pfarrer Vogl in den fast zwölf Jahren seines Wirkens in Waldsassen, sagte Sommer. Er unterstrich die Liebe zur Musik und seine Verdienste als Förderer der Kirchenmusik in Waldsassen und die augenscheinlichen Leistungen als Bauherr - bei der Fortsetzung der Renovierung im Seniorenheim St. Martin, der Generalsanierung des Kinderhauses St. Michael oder aktuell mit der, wie Sommer sagte, "sicher nervenzehrenden Innensanierung der Basilika und der statischen Ertüchtigung." Die Farbgebung ("weiß gebrochenes Rot - übrigens eine meiner Lieblingskrawatten") sei wohl ein schwieriger Prozess gewesen. "Am Ende wird alles gut." Auch die Neugestaltung des Altarraums ("erst dachte ich, braucht's das wirklich") überzeuge schon jetzt mit dem Setzen der Altarstufen.

Die richtigen Fragen

Unermüdlich sei Vogl in der Seelsorge unterwegs. "Sie haben stets den richtigen Rat oder oft stellen Sie einfach die richtigen Fragen, damit wir selbst auf den rechten Weg finden." Sommer verwies auch auf die rhetorischen Qualitäten des Pfarrers: "Ob ein Nachruf beim Requiem, Worte an Hochzeitspaare oder in einer ganz normalen Predigt. Sie finden immer die passenden Worte."

"Vom ersten Tag an habe ich eigentlich immer gespürt, dass ich sehr willkommen bin", sagte Pfarrer Vogl in seiner kurzen Dankesrede und erinnerte an seinen Dienstantritt 2005. "Das stimmt schon, das kam wirklich wie aus heiterem Himmel. Doch die Waldsassener wären anders gewesen als der Ruf der Oberpfälzer, wonach die eher verschlossen und schwer zugänglich wären. "Es gab so viele Vorschusslorbeeren und so viel Wohlwollen, das hat mich all die Jahre getragen. Ich bin positiv angenommen und kann deshalb auch vieles geben." Pfarrer Vogl würdigte die Zusammenarbeit mit dem Kloster und mit der Stadt und erinnerte dabei auch an Sommers Amtsvorgänger Herbert Hahn. "Ich fühle mich hier sehr wohl, bin von ganzem Herzen dankbar und sage Vergelt's Gott für diese große Wertschätzung."

Es gab so viele Vorschusslorbeeren und so viel Wohlwollen, das hat mich all die Jahre getragen.Stadtpfarrer Thomas Vogl

Lächelnd aus der Kirche

Dass in der Seelsorgearbeit von Pfarrer Thomas Vogl der Humor nicht zu kurz kommt, erwähnte Bürgermeister Bernd Sommer in seiner Laudatio ebenfalls. "Wie soll es gelingen, mehr Menschen für ein Mitfeiern der Gottesdienste zu begeistern, wenn wir mit ernsten Gesichtern die Messe verlassen", erinnerte Bernd Sommer an Pfarrer Vogls Begründung dazu vor Jahren. "Ich bin mir nicht sicher, ob in anderen Pfarrgemeinden nach der Osternacht auch so viele Menschen mit lächelndem Gesicht die Kirche verlassen wie hier in Waldsassen." In der Tradition des "Osterlachens" erzählt Pfarrer Vogl am Ende der Feier mindestens einen Witz.
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