12.09.2017 - 17:52 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Sternwallfahrt zur Basilika Christus ohne Arme

Der "geschändete Heiland" ist am Sonntag Ziel einer Sternwallfahrt: Kirchliche Vereine und Verbände ziehen aus drei Richtungen betend zur Basilika. Dort ist der Pilsener Bischof Tomás Holub Festprediger.

Der Geschändete Heiland wird in der Basilika als Gnadenbild verehrt. Es ist das Ziel einer Sternwallfahrt am kommenden Sonntag. Bild: kgg
von Autor KGGProfil

Seit 1951 wird der verstümmelte Christus-Korpus aus der ehemaligen Wallfahrtskirche von Wies - einst an der Grenze zwischen Waldsassen und Eger gelegen - als Gnadenbild in der Basilika verehrt. Die Figur erinnert nicht nur in drastischer Weise an die Folgen des zweiten Weltkrieges, die jahrzehntelange Trennung durch den eisernen Vorhang und die Unterdrückung des christlichen Glaubens im Nachbarland. Der Christus ohne Arme ist ein Symbol für die wehrlose Liebe Gottes, die sich ganz und gar hingibt und auch den Feind lieben lehrt. Vor dem "geschändeten Heiland" erbitten Gläubige regelmäßig um Frieden für die ganze Welt. Frauenbund und Vita-Frauen sowie die Landjugend Kondrau treffen sich um 9.30 Uhr beim Kreuz an der Ecke Mitterteicher Straße und Kondrauer Quellenweg. Die KAB trifft sich zum Weggang um 9.45 Uhr bei der zweiten Rosenkranzstation an der Chodauer Straße. Die Kolpingsfamilie startet um 9.30 Uhr beim Flurkreuz an der Mammersreuther Straße. Stadtpfarrer Thomas Vogl bittet die Pfarrangehörigen sowie Gläubige von auswärts, sich diesen Gruppen anzuschließen. Der Festgottesdienst in er Basilika mit Bischof Tomás Holub beginnt um 10 Uhr; im Anschluss Einzelsegnung mit dem Kreuzreliquiar. Musikalisch gestalten wird den Festgottesdienst der Chor der Basilika mit Franz Schuberts Missa in BD 324 für Solisten, Chor und Orchester. Der 11-Uhr-Gottesdienst entfällt. (Hintergrund)

Hintergrund

Am 6. Februar 1951 reißt an der deutsch-tschechischen Grenze ein Soldaten-Trupp die Egerländer Wallfahrtskirche der kleinen Ortschaft Wies nieder. Einer der Soldaten bringt aus der abgebrochenen Kirche ein Kreuz, tritt mit dem Fuß darauf und reißt die Christusfigur ab, so dass beide Arme des Gekreuzigten abbrechen. Die Holzteile samt dem Christus-Korpus wirft er darauf hin in ein schon vorher angezündetes Feuer. Kurz darauf holt er die Figur wieder aus dem Feuer, legt dem Rumpf eine Schlinge um den Hals und hängt sie zwischen zwei Baumstämmen in der Straßensperre auf, so dass sie wie an einem Galgen über der Brandstelle baumelt. Ein deutscher Grenzpolizist, der dies beobachtet hat, holt sich nach dem Abzug der Soldaten über die Grenze herüber und übergibt sie dem damaligen Stadtpfarrer von Waldsassen. Der lässt sie in der Pfarrkirche zur Verehrung anbringen (Quelle: Pfarrei Waldsassen).

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.