10.10.2017 - 20:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Thomas Bäumler stellt dritten Krimi vor Mörderjagd und Zoigldurst

Schon zum dritten Mal lässt der Frauenarzt mit Faible zum Krimischreiben "morden", diesmal im Waldnaabtal. In Thomas Bäumlers drittem Buch trifft es den 2. Bürgermeister von Falkenberg.

In der Zoiglstube las Thomas Bäumler frech und ungeniert von Ehebruch, Mord und Totschlag. Denn so geht es in seinem neuen Krimi "Liebe, Tod und Zoigl" auch recht lebhaft zugeht. Beatrix Rustler (li.) von der Stadt Waldsassen begrüßte den Autor dabei in der Klosterstadt als guten Bekannten.
von Ulla Britta BaumerProfil

"Liebe, Tod und Teufel" Humor lautet der Titel des Werkes, das er auf Einladung der Stadt Waldsassen vor etwa 50 Zuhörern in der Zoiglstube "Sprean" vorstellte. War das erste Buch "Frauengrund" noch eher ein Versuch, in der Schriftstellerei Fuß zu fassen, so gehören "Priester, Neffe, Tod" und auch jetzt "Liebe, Tod und Zoigl" qualitativ in die Ecke der gut lesbaren Literatur. Kurios ist, wie Bäumler das neue Werk verlegt hat. "Rauch & Feuer" zählt mit lediglich einem Autor, Verleger Max Rauch und einem Buch wohl zu den kleinsten Verlagen im Land. Schmunzeln lösten im Publikum Bäumlers Ausführungen zur Druckerei aus. Denn gedruckt wurde "Liebe, Tod und Zoigl" in der Druckerei der Justizvollzugsanstalt Bayreuth, wo junge Strafgefangene sogar eine Ausbildung absolvieren können.

Über 203 Seiten hinweg zieht sich eine spannende Geschichte. Hauptprotagonistin ist nach wie vor Gerti Zimmermann: Reporterin, Mutter der kleinen Emma - und Schnüffelnase. Hauptkommissar Franz Lederer muss wieder verärgert feststellt, dass ihm Gerti stets eine Nase lang voraus ist. "Frohlinde Frömmle, ihres Zeichens Trägerin auch des bayerischen Verdienstordens, lag mausetot in ihrem Lieblingssommerkleid, dem weißen mit den großen, roten Blumen, inmitten ihres geliebten Salatbeets. Die Salatköpfe, auf denen sie lag, waren durch ihr Gewicht plattgedrückt." So beginnt Kapitel eins.

Da rattert es im Kopf des Ortskundigen. Wo in Falkenberg könnte das wohl gewesen sein? Freilich ist der fiktive Garten unauffindbar. Und freilich findet Gerti Zimmermann wieder rein zufällig die Leiche zuerst. Hauptkommissar Lederer hat anderes zu tun. Der steigt einer jungen Kollegin nach und betrügt ungeniert seine Frau, die wiederum ihn betrügt: "Liebe" verbindet Autor Bäumler mit Fremdgehen in vollendeter Form. Da werden Ehen auf Flokati-Teppichen gebrochen, eine noble Karosserie bricht unter dem Gewicht heftiger Liebe gar zusammen und aus so manchem Oberpfälzer wird ein recht triebhafter Geselle. Einfach zum Schmunzeln, weil mit viel Humor gespickt. Schön auch, wie der Auto aus Altenstadt die heimische Natur punktgenau beschreibt. Wenn er vom Nebel über dem Teich an der Blockhütte erzählt und die mit Moos verwitterten Felsenformationen am Flussufer beschreibt, ist der Zuhörer im Geiste selbst auf der Wanderung durchs Waldnaabtal dabei.

Aber die Idylle trügt: Bald liegt der 2. Bürgermeister von Falkenberg mausetot im Teich an der Blockhütte. Und, wie schrecklich, ausgerechnet die kleine Emma findet die Leiche. Die Spur führt Lederer zum Schafferhof in Neuhaus. Dort wird es nicht etwa tragisch, sondern gemütlich. Bäumler kann die genussreiche Zoigl-Tradition sehr sinnig beschreiben. Kommissar Lederer versinkt völlig in Zoigl und Schweinebraten. Mehr hat Thomas Bäumler nicht verraten, schließlich sollen die Leute seinen Krimi selbst lesen.

Nach der etwa einstündigen Lesung spendete das sichtlich amüsierte Publikum kräftigen Applaus und der Autor musste sein neuestes Werk haufenweise signieren. Gemütlicher wie am Samstag beim "Sprean" kann eine Buchvorstellung kaum über die Bühne gehen. "Liebe, Tod und Zoigl" gibt es in allen Buchhandlungen.

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