08.06.2017 - 20:10 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Dividende für Mitglieder der Raiffeisenbank im Stiftland Drei Prozent für Mitglieder

Vor der Abstimmung über die Fusion erst das übliche Prozedere bei Vertreterversammlungen - mit den Berichten von Vorstand und Aufsichtsrat. Die gute Nachricht dabei: Es gibt wieder eine Dividende.

Nach der Abstimmung darüber, ob über die Verschmelzung offen oder geheim entschieden werden soll, zog sich die Auszählung gut eine Viertelstunde hin. Am Saaleingang mussten Raiffeisenbank-Mitarbeiter die Anzahl der Stimmen melden. Bild: pz
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Drei Prozent schüttet die Raiffeisenbank im Stiftland an die aus - 297 788,54 Euro, informierte Vorstandssprecher Thomas Wirth am Mittwochabend im Raiffeisensaal. Der Vorstand skizzierte gestrafft die Entwicklung der Genossenschaft und erläuterte die Zahlen. Das Wachstum bezeichnete der Sprecher als deutlich besser als der Durchschnitt bayerischer Genossenschaftsbanken.

Wirth sprach von enormen Einlagenzuflüssen im vergangenen Jahr und verwies darauf, das die Genossenschaftsbank bisher keine Negativzinsen auf Einlagen verrechnet habe. Die Liquidität der Bank liege über den gesetzlichen Anforderungen. Das Kreditgeschäft bezeichnete der Vorstandssprecher als gut, wobei der Banker erhöhte Nachfrage bei Landwirten und gewerblichen Kunden verzeichnete. Ein großer Teil des Zuwachses hätten die Geschäftsstellen in Tschechien beigesteuert; dabei verwies der Sprecher auf die Eröffnung einer weiteren Zweigstelle in Karlsbad zum 1. August 2017 - nach Eger, Marienbad, Plana und Pilsen in den vergangenen Jahren. Aufsichtsratsvorsitzender Josef Schwägerl berichtete über die Arbeit des Gremiums und würdigte den "überdurchschnittlichen Einsatz" des Vorstands, vor allem im Hinblick auf die Fusion. Den Mitarbeitern bescheinigte der Sprecher Leistungsbereitschaft und Kompetenz.

In der Vertreterversammlung, bei der auch die Vorstände und Aufsichtsratsvorsitzenden der beiden anderen Weidener Genossenschaftsbanken mit anwesend waren, schworen Vorstandssprecher Thomas Wirth wie auch Aufsichtsratsvorsitzender Schwägerl die Mitglieder auf die Verschmelzung ein. Wirth erinnerte an die Informationsversammlungen in der Vergangenheit. "Wir haben uns gefreut, dass knapp 65 Prozent der Vertreter mit großem Interesse daran teilgenommen haben."

Viele Fragen im Vorfeld

Im Vorfeld seien viele Fragen eingereicht worden. "Wir sind dankbar für die Anregungen, auch für die zum Ausdruck gebrachten vereinzelten Befürchtungen, aber auch für den insgesamt großen Zuspruch." Wirth schilderte noch einmal die wichtigsten Anliegen, die den Vertretern wichtig gewesen seien: Die Geschäftsstellen sollten erhalten, Mitarbeiter weiterhin beschäftigt bleiben. Die gewohnten Ansprechpartner vor Ort sollten sich nicht verändern; auch die kurze Entscheidungswege sollten Bestand haben in Zukunft.

Wirth verwies auf die Regulatorik: Die gesetzlichen Vorschriften würden noch mehr werden und die Banken noch stärker fordern. "Das bindet Kapazitäten, das kostet enorm viel Geld." Alle drei Häuser müssten die gleichen Vorschriften umsetzen. "Hier sehen wir erhebliches Potenzial uns deutlich effizienter aufzustellen." Weiteres wichtiges Argument für die Fusion sei das geänderte Kundenverhalten. "Die Bank heute ist 24 Stunden überall auf der Welt." Die technischen Vorgaben dafür müssten künftig nur mehr einmal bereitgestellt werden. Außerdem spreche der demografische Wandel für einen Zusammenschluss: "Weniger Kunden führen dazu, dass wir von Mitbewerbern Kunden gewinnen müssen, um weiterhin unser Niveau zu halten." In Zeiten rückläufiger Schulabgänger sei außerdem der Gewinn qualifizierter Mitarbeiter eine enorme Herausforderung. Zuletzt nannte Wirth noch die anhaltend historisch niedrigen Zinsen als weiteren Grund für den Schritt. "Uns fehlt in Zukunft ein bedeutender Ertragsbringer", sagte der Banker und rechnete nur für die Raiffeisenbank im Stiftland vor, dass bis 2021 etwa 2,6 Millionen Euro weniger Zinsüberschuss zu verkraften sein würden. Vor diesem Hintergrund müssten mit Wachstum und Kostenoptimierung Erträge erzielt werden. "Die drei Partner passen sehr gut zusammen", erklärte Wirth. Es sei auf Augenhöhe, konstruktiv und kollegial verhandelt worden.

Schnelle Entscheidungen

Den Mitgliedern sagte Wirth, dass sich die gewohnte Ansprechpartner nicht veränderten. "Entscheidungen werden genau so schnell getroffen, wie sie es derzeit von uns erwarten." Es liege jetzt an den Mitgliedern, ob die Raiffeisenbank im Stiftland bei der künftigen großen Regional-Genossenschaft dabei sei. Denn nach der Vertreterversammlung am Dienstag in der Weidener Raiffeisenbank mit dem 100-Prozent-Votum pro Verschmelzung sei die Platz-Fusion in Weiden bereits Fakt.

"Warum sollten wir fusionieren", erklärte Hans-Jürgen Schmidt, Unternehmer in Tirschenreuth und seit 44 Jahren Raiffeisenbank-Kunde, über das Saalmikrofon vor der Abstimmung. Es sei alles gut mit der übersichtlichen Struktur der Bank und es könne doch alles so bleiben wie bisher. Beim näheren Hinsehen stelle sich die Situation anders da. Fehlende Zinserträge und die Bürokratie ließen einen Zusammenschluss sinnvoll erscheinen. "Wir haben keine andere Chance." (Info-Kasten)

Die Raiffeisenbank im Stiftland in Zahlen

Die Bilanzsumme bezifferte Vorstandssprecher Thomas Wirth auf 691,4 Mio. Euro - 10,4 Prozent mehr als im Vorjahr (626,4). Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase ist das Kreditgeschäft weiter ausgebaut worden - von 366 Mio. Euro auf 393 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss beträgt 1,141 Mio. Euro. Davon werden an die Mitglieder 3 Prozent Dividende (297 788,54 Euro) ausgezahlt. Der Raiffeisenbank im Stiftland gehören 16 312 Mitglieder an, das Geschäftguthaben beträgt erstmalig über 10 Mio. Euro. Bei der Raiffeisenbank im Stiftland sind 342 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 28 Auszubildende. (pz)

Wir haben keine andere Chance.Hans-Jürgen Schmidt vor der Abstimmung über die Fusion
Wir sind dankbar für die Anregungen, auch für die zum Ausdruck gebrachten vereinzelten Befürchtungen, aber auch für den insgesamt großen Zuspruch.Vorstandssprecher Thomas Wirth

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