08.06.2017 - 20:00 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Raiffeisenbank im Stiftland Große Mehrheit für Fusion

Ganz reibungslos wie am Vorabend in Weiden verläuft der zweite Schritt auf dem Weg zur "Elefanten-Hochzeit" in der Region nicht. Doch dann stimmt eine große Mehrheit für den Verschmelzungsvertrag.

Emmeram Ernstberger wollte eine geheime und schriftliche Abstimmung über die Fusion. Der Antrag scheiterte dann aber an der 25-Prozent-Hürde. Bild: pz
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Bei der Vertreterversammlung der Raiffeisenbank im Stiftland waren 93,65 Prozent der anwesenden 126 Vertreter der Mitglieder für die Fusion der regionalen Genossenschaftsbanken. Am Vorabend hatte es bei der Versammlung der Raiffeisenbank Weiden ein 100-prozentiges Votum für den Zusammenschluss gegeben. Die umfangreichen Regularien vor der Abstimmung wickelte Wirtschaftsprüfer Helmut Thurn vom Genossenschaftsverband Bayern ab. "Sie haben dafür entschieden, unseren genossenschaftlichen Förderauftrag weiterhin zu verfolgen", zeigte sich Vorstandsprecher Thomas Wirth nach der Abstimmung erleichtert über das Ergebnis. Auch Aufsichtsratsvorsitzender Josef Schwägerl sah in dem Zusammenschluss eine zukunftsorientierte Entscheidung. Bis zur Abstimmung über Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Weiden und der Volksbank Nordoberpfalz brauchten die Vertreter im großen Raiffeisensaal unter dem Dach der Hauptgeschäftsstelle viel Geduld. Nach dem obligatorischen Schnitzel mit Kartoffelsalat skizzierte Vorstand Thomas Wirth die Entwicklung der Bank, Aufsichtsratsvorsitzender Josef Schwägerl berichtete über die Arbeit des Gremiums. Vor dem achten der elf Tagesordnungspunkte - gegen 21.30 Uhr - erklärt Helmut Thurn: "Ich möchte Sie auffordern den Zusammenschluss zu genehmigen." Aufsichtsrat und Vorstand hätten bereits zugestimmt. Dann für viele im Saal eine Überraschung und deutlich hörbare Unruhe, als Emmeram Ernstberger ans Mikrofon tritt. Der Münchenreuther beantragte eine geheime Abstimmung über den Verschmelzungsvertrag. Nicht dass einer der Vertreter sich in einigen Jahren etwas vorwerfen lassen müsse, wenn Kunden und Mitglieder nach einer weiteren Banken-Konzentration zu einer Genossenschaftsbank in Bayreuth oder Regensburg gehören, argumentierte der Sprecher.

Die Anspannung im Saal war deutlich spürbar, als Helmut Thurn über Ernstbergers Antrag abstimmen ließ. Der Antrag sei angenommen, sobald 25 Prozent der anwesenden Mitgliedervertreter sich Ernstberger anschließen. Mitarbeiter der Raiffeisenbank meldeten die abgegeben Stimmen pro und kontra auf Zetteln weiter, die dann am Saaleingang gesammelt und ausgewertet wurden. Notarin Sonja Pelikan wachte über den korrekten Ablauf. Nach gut einer Viertelstunde das Ergebnis: "21,6 Prozent", gab Helmut Thurn die Anzahl derer bekannt, die für das geheime Votum plädiert hatten. (Mehr auf Seite 34)

Sie haben dafür entschieden, unseren genossenschaftlichen Förderauftrag weiterhin zu verfolgen.Vorstand Thomas Wirth nach der Abstimmung über die Fusion

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