Zieglerbrauerei ist verkauft
Vorm Neustart

Nach dem Verkauf der Zieglerbrauerei an einen Investor aus dem norddeutschen Raum soll das große Gebäude (Bild) mit Sudhaus, Abfüllanlage, Gärbecken sowie Lager und Bürobereichen bestehen bleiben. Die Gebäude dahinter sollen abgebrochen und durch eine neue Halle ersetzt werden. Bild: kgg
Wirtschaft
Waldsassen
16.02.2018
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In der Branche kennt sich der Investor aus. Er will an frühere Traditionen anknüpfen: Die Zieglerbrauerei ist verkauft.

Noch ist offenbar nicht alles in den sprichwörtlich "trockenen Tüchern". Doch Bürgermeister Bernd Sommer selbst hatte vor wenigen Wochen über die Stadt Waldsassen eine Bauvoranfrage an das Landratsamt Tirschenreuth gestellt. Sie deutet auf eine Fortsetzung der Jahrzehnte langen Brauerei-Geschichte hin - mit völlig neuen Akteuren in der Verantwortung.

In der Bauvoranfrage, die der Bauausschuss gebilligt und an das Landratsamt weitergeleitet hat, geht es konkret um "... den Abbruch von Bestandsgebäuden und Errichtung einer Micro-Brauerei mit Verkaufsshop und Gastronomie", wie es in den auf den 28. Dezember datierten Antrag heißt. Diesen Freitag trafen sich die Beteiligten im Gästehaus St. Joseph zu einer größeren Gesprächsrunde. Dort sollten Details ausgehandelt werden. Die Investoren aus dem norddeutschen Raum wollen die Immobilie an eine Betreibergesellschaft verpachten. Die befindet sich noch in der Gründungsphase: Deshalb hat stellvertretend für die künftigen Betreiber der Bürgermeister die Voranfrage gestellt. Sommer, der auf dem Brauerei-Gelände aufgewachsen ist begleitet das Thema intensiv: "Es wäre super, wieder eine eigene Brauerei mit regionalem Bier zu haben."

Außerdem will der Bürgermeister die Immobilie nicht verfallen lassen: "Lieber aktives Leben statt Abriss." Das große Brauereigebäude soll unverändert bleiben. Dagegen sehen erste Entwürfe den Abbruch der Nebengebäude - Garagen und Holzlagerschuppen - vor. An dieser Stelle soll eine einstöckige Halle in Holz- oder Stahlrahmenbauweise errichtet werden - rund 1000 Quadratmeter groß: Darin entstehen Platz für eine Mikrobrauerei, einen Verkaufsshop sowie einen Gastro-Bereich. Er werde, so die Pläne, die größten Teile der Halle einnehmen. Auch eine Außenbewirtschaftung ist geplant.

Die bestehende Brauerei solle weiter betrieben und im Anfangsstadium mit der Abfüllanlage, der Lagerhalle und den Büros genutzt werden. Die Sanierung von Sudhaus, Gärbecken und Kellerräumen erfordere, wie es in der Bauvoranfrage heißt, "einen erhöhten Aufwand". In Angriff genommen würden diese Maßnahmen nach dem Start der Mikro-Brauerei. Diese solle zunächst den Fortbestand sichern. Hintergrund

HintergrundBier wird am Stationsweg schon seit geraumer Zeit nicht mehr gebraut. Einen letzten verheißungsvollen Neubeginn gab es im Frühjahr 2013: Damals sollte "Bier von hier" auch in Tschechien und vor allem in Moskau vertrieben werden - mit Unterstützung eines Braumeisters aus Franzensbad und einem in Karlsbad wohnenden Vertriebsmanager aus Russland. Es war kräftig investiert worden - ein sechsstelliger Betrag wie es hieß. Sogar der Bau eines Gebäudes für zwei Stahltanks wurde begonnen. Doch das Vorhaben wurde niemals beendet: Die Sanktionen gegen Russland in der Folge der Krim-Krise hätten, wie es hieß, auch den neuen Export-Schwerpunkt und die Visionen einer florierenden Brauerei zunichte gemacht. Die Stahltanks standen später viele Monate im Freien - bis sie der Lieferant nach einem Rechtsstreit wieder abholen ließ. (pz)
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