15.02.2018 - 18:00 Uhr
Waldthurn

Waldthurner Herbert Kick will Gesang fördern Klingende Kindergärten

Seit Jahren setzt sich der Waldthurner Herbert Kick für mehr musische Erziehung in Kindergärten ein. Ein neues Gesangbuch soll dabei helfen, wieder mehr Buben und Mädchen für das Singen zu begeistern.

"Bei so vielen sangesfreudigen Kindern ist dieses Liederbuch genau richtig als Geschenk", meint Kick Herbert Kick (hinten, Dritter von links). Bild: fvo
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(pblf) Früher, da sei das mit dem Singen anders gewesen, erklärt Kick. "Als ich in der dritten Klasse war und die Schüler kurz vor Unterrichtsende unruhig geworden sind, da hat der Lehrer aufgehört", erinnert er sich, "und wir durften singen." Kick ist Ehrenvorsitzender des Nordoberpfälzer Sängerkreises, eines Zusammenschlusses von knapp 100 Chören. Der Waldthurner hat sich auf die Fahnen geschrieben, wieder mehr junge Menschen an das Singen heranzuführen.

Denn: Dem Sängerkreis fehlt es an Nachwuchs. Gerade die Buben seien dem Gesang arg abgeneigt. Die Mitgliederzahlen in den Kinderchören nehmen stetig ab. Den Grund dafür meint Kick schon ausgemacht zu haben: "Die Lehrer haben heutzutage keine musische Ausbildung. Wie sollen die den Kindern das Singen beibringen?" Ein guter Freund von ihm sei Grundschullehrer, er lasse seine Schüler immer nur Lieder auswendig lernen. "Singen mag er nämlich nicht." Und genau da liege der Kardinalfehler, vermutet Kick.

Vor Jahren schon habe der Deutsche Chorverband deshalb darauf gedrungen, dass in Kindergärten mehr Augenmerk auf die musischen Fähigkeiten der Erzieherinnen gelegt wird. Ein wichtiger und überfälliger Schritt, findet Kick. Er selbst blieb nicht untätig, an über 70 Kindergärten hat er eine Plakette verliehen, die ihnen eine gute gesangliche Schulung bescheinigt. "Wichtig war, dass das Liedmaterial kindgerecht ist", sagt Kick. Es sei keine besonders schwierige Prüfung gewesen. Aber dass in Kindergärten gesungen wird, sei eben keine Selbstverständlichkeit mehr. Von Kicks Besuchen waren die Erzieherinnen "ganz begeistert".

Jahrelang stand auf der Plakette "Felix - wir singen gern". Der Felix sei ein bunter Singvogel. Eines Tages meldete sich der Katzenfutterproduzent "Felix". Die Firma wollte den Namen schützen lassen und die Plakette umbenannt wissen. Kick und seine Kollegen entschieden sich daraufhin für "Die Carusos".

Was aber ist so wichtig daran, dass Kinder singen lernen? "Erstens lernt man Zusammenarbeit in der Gruppe und zweitens ist Singen sehr gesund. Es fördert die richtige Atemtechnik", sagt Kick. Er beteuert, es gehe ihm bei der Aktion keineswegs nur darum, Nachwuchs für seinen Sängerkreis zu generieren. Außerdem könne jeder Mensch singen, "noch eher als reden", findet er.

Deshalb geht Kick seinen Weg unbeirrt weiter. Der deutsche Chorverband hat ein Liederbuch für Kinder editiert. Darin seien fast 200 Lieder enthalten. Alle seien einfach und bekannt. "So, dass man sie im Kindergarten singen kann." Zur Förderung der Integration seien auch ausländische Lieder dabei. Erst kürzlich hat Kick ein Exemplar der Waldthurner Vorschuleinrichtung überreicht. Neben den Stücken seien drei CDs enthalten. "Die Kinder sollen spielerisch lernen", erklärt Kick. Das Buch kostet unter 50 Euro. "Wem der Nachwuchs wichtig ist, dem sollte der Preis nicht zu hoch sein", findet er.

Die Lehrer haben heutzutage keine musische Ausbildung. Wie sollen die den Kindern das Singen beibringen?Herbert Kick

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