21.03.2018 - 20:00 Uhr
Waldthurn

Gutes Trinkwasser dank freiwilliger Kooperation

Albersrieth. Rund 120 000 Kubikmeter Trinkwasser benötigt die Gemeinde Waldthurn pro Jahr. Die Hälfte davon kommt aus dem eigenen Tiefbrunnen, der inmitten einer intensiv genutzten landwirtschaftlichen Fläche liegt. Bis 2003 nahm die Nitratbelastung kontinuierlich zu. "Dann haben wir die Geschicke selbst in die Hand genommen", so Bürgermeister Josef Beimler.

Mit den Ergebnissen des gemeinsamen Projekts zum Trinkwasserschutz zufrieden sind BBV-Vizebezirkspräsident Ely Eibisch (von rechts), BBV-Geschäftsführer Hans Winter, Landwirt Georg Bocka, Christine Griesbach, Stefan Kremb von der Regierung und Bürgermeister Josef Beimler. Bild: bgm
von Benedikt GrimmProfil

Der Bayerische Bauernverband (BBV), das Landwirtschafts- und Wasserwirtschaftsamt wollen anlässlich des heutigen Weltwassertages die Anstrengungen der Landwirtschaft zum optimalen Grundwasserschutz unter Beweis stellen und haben sich die Gemeinde Waldthurn als bestes Beispiel herausgepickt. "Ich bin richtig stolz auf meine Bauern in der Gemeinde. Wir hatten ein Riesenglück, dass die Landwirte bereit waren, mitzumachen", freut sich der Bürgermeister. Die Rede ist von einem freiwilligen Kooperationsmodell, das 2004 startete und mit dem sich elf Landwirte zu besonderen Bewirtschaftungsweisen verpflichten.

Vorrangiges Ziel dabei ist es, den für Pflanzen lebensnotwendigen Stickstoff im Herbst nach der Ernte oberflächennah im Boden zu halten. Das gelingt vor allem durch den Anbau von Zwischenfrüchten. "Über 90 Prozent der möglichen Flächen waren im Herbst begrünt", ist Christine Griesbach, die bei der Marktverwaltung für das Projekt zuständig ist, auf die Ergebnisse stolz. Bei den Messwerten des Grundwassers lässt sich der Erfolg indes nicht ganz so unmittelbar feststellen. "Wasser hat ein langes Gedächtnis", weiß Griesbach. Im Herbst 2017 rutschte der Messwert erstmals wieder unter den Sollwert von 45 Kilogramm je Hektar und gibt den Anstrengungen der Projektbeteiligten damit Recht.


"Das ist für jeden ein Vorteil, auch für die Landwirtschaft, denn der Stickstoff bleibt für das nächste Jahr im Boden erhalten", bestätigt der Landwirt Georg Bocka aus Irlhof, der auf dem Gebiet zwischen Albersrieth und Lennesrieth auch eine Demofläche betreibt. Gemeinde und Landwirte arbeiten eng mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landwirtschaftsamt (AELF) zusammen. Als fester Ansprechpartner vom AELF steht Martin Schreyer zur Verfügung.

Auch über den Markt Waldthurn hinaus sei die Landwirtschaft stark für den Grundwasserschutz engagiert, betont der stellvertretende BBV-Bezirkspräsident Ely Eibisch aus Kemnath. Jeder zweite Landwirt in Bayern sei an freiwilligen Projekten zum Trinkwasserschutz beteiligt. Die Regierung versuche über den Basisschutz durch Wasserschutzgebiete, Kooperationen, Bildungsmaßnahmen und Beratungsleistungen mitzuwirken, erklärt Stefan Kremb. Siegfried Kiener vom Weidener AELF sieht Landwirte nicht nur als Produzenten von Getreide, Gemüse oder Fleisch, sondern auch als Produzenten des Grundwassers, indem der Regen durch die Flächen gefiltert und als Grundwasser gespeichert wird.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.