Christbaumversteigerung bei der Waldthurner Wehr
Ein Mann wie ein Baum

Auch der Kommandant der Patenwehr Spielberg, Franz-Josef Beimler, sichert sich am Donnerstagabend ein Stück des Waldthurner Christbaums. Und ein Stamperl Schnaps gibt's obendrein.
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Waldthurn
06.01.2017
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Keine Frage: Gut gewachsen ist er. Mit einer Christbaumkugel dekoriert, kommt auch Feuerwehr-Vorstand Andreas Troidl (vorne, rechts) bei der Christbaumversteigerung in Waldthurn unter den Hammer. Anton Meier (links) kann allerdings keine allzu hohe Summe herausholen. Bilder: fla (2)

Als Brennholz ist so ein ausgedienter Christbaum doch zu schade. Insofern trägt die Feuerwehr zum Brandschutz bei, wenn sie einen alten Brauch pflegt: die Christbaumversteigerung. In Waldthurn kommt diesmal aber auch ein Vorstand unter den Hammer.

Bereits seit Jahrzehnten versteigern die Waldthurner Floriansjünger ihre Christbäume. Bevor der geschmückte Baum aber an den Meistbietenden weitergereicht wird, sind im Schützenhaus viele andere Sachen meistbietend abzugeben: liebevoll zusammengestellte Spezialitäten wie einBrotzeitbrett mit Brot, Wurst, Messer und Heftpflaster (!), ein "Schräidl Greicherts" oder ein Laib Brot mit Presssack und passendem Getränk. Auch gestiftete selbstgebackene Torten oder Handwerkskunst - Holzrechen, die man auch als Rückenkratzer benutzen kann - bringen die jeweiligen Auktionatoren an den Mann oder die Frau. Für die Jagd nach Brotzeiten tun sich ganze Tischgruppen zusammen, die das Gesteigerte im Anschluss sofort verspeisen.

Schnaps treibt Preis

Natürlich verläuft die Angelegenheit nicht "trocken". Manchmal muss der Auktionator - Vorstand Andreas Troidl - mit einem Schnäpschen den Preis ein bisschen in die Höhe treiben. Der Christbaum wird danach stückchenweise angeboten - ein Ast oder Ästchen, aber immer mit einer Kugel, Kerze oder einem Stern verziert. Auch hier häufig in Verbindung mit einem Stamperl Schnaps, weil ja "der Baam so schöi is"!

Wenn alle Teile verkauft sind, kommt der restliche Baum an die Reihe. Traditionell ersteigern ihn die Bieter erst und geben ihn dann wieder zurück, damit er erneut angeboten werden kann. Hier greifen nicht nur die Mitglieder oder andere Vereinsvertreter tief in die Tasche, auch die Markträte und vor allem Bürgermeister Josef Beimler lassen sich nicht lumpen. Schließlich kommt das erwirtschaftete Geld doch der Vereinsarbeit zugute. Erstmals wird in diesem Jahr der Vorstand der Waldthurner Wehr durch den Ehrenvorsitzenden der Patenfeuerwehr Roggenstein, Anton Meier, versteigert. Viel bringt Troidl nicht ein. Das Höchstgebot von vier Euro gibt die Patenwehr Waldkirch ab.

Viele Gäste kommen aber nicht nur wegen der Versteigerung ins Schützenhaus, auch die Tombola hat einiges zu bieten. Jedes Jahr organisieren die Floriansjünger in den Wochen vor der Veranstaltung die Gewinne, gehen bei Firmen und Geschäftsleuten "Preise fechten". Andere Gewinne erwerben sie selbst. Dass das Ganze keine todernste Sache ist, zeigt sich, wenn ein gutgewachsener Feuerwehrmann mit einer pinkfarbenen Leggings in Größe S nach Hause geht. In einem "Überraschungspaket" wurden auch schon Spitzenunterwäsche und Plüschhandschellen gefunden. Den ersten Preis, einen Grill im Wert von rund 350 Euro, sichert sich dieses Jahr der Waldthurner Schützenmeister Siegfried Stöcker. Das Los für den zweiten Preis, eine hochwertige Motorsäge, zog der "Siffert-Sepp" (Josef Müllner). Den 100 Euro-Einkaufsgutschein des Gänsbürgerladens bekommt Wolfgang Bergmann überreicht. Und noch einen Grund zu feiern gibt es diesmal: Festbursche Julian Bauer wird am Tag der Christbaumversteigerung 18. Jahre alt. Glückwunsch!

Lange TraditionSeit Jahrzehnten - mindestens den 1950er Jahren - gibt es einen wichtigen Termin im Kalender der Freiwilligen Feuerwehr Waldthurn: die Christbaumversteigerung am Vorabend des Dreikönigstages. Gerne erinnern sich die Älteren noch an die Zeiten, da diese Veranstaltung mit Musik und Tanz im Kühnhauser-Saal über die Bühne ging. In den letzten Jahren ist es etwas ruhiger geworden. Bereits vor 20 Jahren zog die Wehr ins Schützenhaus um. Musik gibt es trotzdem, getanzt wird aber weniger. In diesem Jahr trugen erneut "d'Hogger" das ihrige zur Unterhaltung bei. (fla)
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