Schnitzern über die Schulter geschaut
Jedes Stück ein Unikat

Während die Besucher die Krippen bestaunten, gingen die OWV-Schnitzer ihrem Hobby nach und ließen sich gerne über die Schulter schauen. Bilder: fla (2)
Vermischtes
Waldthurn
30.12.2016
83
0
 
Bürgermeister Josef Beimler (Bildmitte) begrüßte gut gelaunt die Besucher.

Die Schnitzergruppe des OWV Waldthurn trifft sich seit über fünf Jahren regelmäßig. Welche Kunstwerke dabei entstehen, ist in der ehemaligen Sparkasse zu sehen.

(fla) Zum zweiten Mal hatten die OWV-Schnitzer zur Krippenausstellung mit Schauschnitzen eingeladen. "Besonders freue ich mich über den Besuch aus der Partnergemeinde Hostau", sagte Bürgermeister Josef Beimler. Sein Amtskollege Miroslav Rauch war mit dem Stadtrat angereist. Damit die Gäste alles verstanden, übernahm Partnerschaftsbeauftragter Uli Völkl die Funktion des Dolmetschers.

Kleine Kostbarkeiten

OWV-Vorsitzender Hans-Peter Reil berichtete über die Schnitzer-Gruppe: "Seit über fünf Jahren treffen wir uns zwischen Allerheiligen und Palmsonntag immer montags im Werkraum der Grundschule." Unter der Anleitung des Pleysteiners Anton Pöpperl entstehen Abend für Abend wunderschöne kleine Figuren. "Wichtig ist es für uns, den Menschen eine Freude zu machen", sagte Reil. So entstehen in vielen Stunden kleine Kostbarkeiten, die gelegentlich auch verschenkt werden. Waldthurn sei jetzt nicht der Schnitzer-Ort schlechthin, führte er weiter aus, man habe sich daher auch Anregungen aus dem Pleysteiner oder Tirschenreuther Raum geholt.

Zurzeit umfasst die Gruppe rund 25 Schnitzer, "darunter auch 5 junge", betont Reil stolz. Sein großer Dank gilt Initiator und Koordinator Erwin Klotz, der sich nicht nur für die Ausstellung in der ehemaligen Sparkasse verantwortlich zeichnet, sondern auch federführend beim Aufbau im Heimatmuseum beteiligt war.

18 große Krippen waren im ehemaligen Schalterraum aufgebaut, zumeist naturbelassen, einige aber auch bunt bemalt. "Viele Figuren konnten wir gar nicht mit aufstellen, weil der Raum zu klein dafür war", merkte Hans-Peter Reil an. Stattliche Stallkrippen mit bäuerlichen Szenen waren ebenso vertreten, wie solche, die in einem Wurzelstock untergebracht waren.

Einige Krippen waren auf einer Länge von über einem Meter aufgebaut und beinhalteten mehrere Szenen, von der Wanderung nach Bethlehem über die Verkündigung des Engels Gabriel bis hin zur Geburt Christi im Stall. Die einzelnen Figuren sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet - jedes Stück ist ein Unikat. Viele Gäste kamen bereits am ersten Tag der Ausstellung. Nicht nur für die Kinder gab es viel zu entdecken - bei der einen Krippe trug ein Hirte ein kleines Lamm, bei einer anderen schob die Bäuerin gerade Brote in den Backofen, in der nächsten "kämpften" zwei Geißböcke miteinander, beim Taubenschlag hörte man regelrecht das Gegurre und Geflatter oder man entdeckte hinten in einer Ecke ein "Klohäusl".

Über die Schulter geschaut

Aber nicht nur die Figuren sind in vielen Arbeitsstunden entstanden, die Krippenbauer haben auch Ställe, Häuser und anderes Zubehör entworfen und gebaut. Die Exponate stammten unter anderem von Erwin Klotz, Alwin Daubenmerkl, Max Gallitzendörfer, Rudi Meier, Anton Pöpperl, Hans Pflaum sowie Herbert und Toni Blöderl.

Während die Besucher in einem Bereich die Krippen bewunderten, ließen sich die Schnitzer in der Mitte des ehemaligen Schalterraums bei ihrem Hobby über die Schulter schauen. In einer anderen Ecke hatten die "Schnitzer-Frauen" eine Kaffeestube eingerichtet. Mit Kaffee und Kuchen gestärkt machte sich mancher Gast daran, die Krippen ein zweites Mal zu bestaunen.

Wichtig ist es für uns, den Menschen eine Freude zu machen.OWV-Vorsitzender Hans-Peter Reil
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.