23.07.2017 - 20:00 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Schönwerth trifft Waldthurn Märchenhaft

"Nirgendwo in ganz Deutschland ist umsichtiger, voller und mit so leisem Gehör gesammelt worden", zitierte die aus Regensburg angereiste Erika Eichenseer keinen Geringeren als Jacob Grimm von den Gebrüdern Grimm. Die Märchenforscherin beschäftigt sich seit Jahren mit Franz Xaver von Schönwerths unerschöpflichem Nachlass und entdeckt dabei immer wieder unbekannte Seiten der Volkskultur in der Oberpfalz.

Erika Eichenseer erzählt Schönwerth-Märchen beim Sommerfest der Grundschule in Waldthurn. Bild: fvo
von Franz VölklProfil

Schulleiterin Tanja Willax-Nickl hatte die eloquente Frau zu einer "Schönwerth trifft Waldthurn"-Lesung" zum Sommerfest eingeladen. Die Forscherin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Sammeln und zeitgemäßen Wiedergeben von Märchen von Schönwerth. Er zählt zu den fast vergessenen großen Söhnen der Oberpfalz, dessen 200. Geburtstag im Jahr 2010 gefeiert wurde. Schönwerth, der am 16. Juli 1810 in Amberg geboren wurde, war zeitweise Sekretär des Kronprinzen Maximilian und später Ministerialrat im bayerischen Finanzministerium. Er hat sich durch sein mühevolles Sammeln und Erhalten von Sagen bleibende Verdienste für die Heimat erworben.

Schon am Vormittag erzählte Eichenseer den Mädchen und Buben ihre faszinierenden Schönwerth- Märchen. Beim Sommerfest waren nicht nur die Schüler, sondern auch Eltern, Geschwister, Großeltern und Gäste ganz Ohr. Aufregend erzählte sie von den "Wasserfräulein und dem großen Wassermann in der Zott". Um die 500 Märchen seien von Schönwerth bekannt. Ihm sei sogar der Adelstitel verliehen worden.

Sie erzählte das Märchen von der verwunschenen Krähe. "Eigentlich sind dies sehr tiefgründige Geschichten oft nur für Erwachsene". Zu Schönwerths Erbe gehören auch Sprichwörter. "Wer die Augen nicht aufmacht, muss den Geldbeutel aufmachen" oder auch "Wenn man alten Dreck aufrührt - stinkt er immer wieder neu".

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