28.08.2017 - 16:52 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Verabschiedung von Pfarrer Marek Baron Für jedes Jahr hier dankbar

Einen fulminanten Abschied bereitet die Pfarrgemeinde St. Sebastian am Samstag ihrem scheidenden Pfarrer Marek Baron. Der Geistliche freut sich über die vielen Gottesdienstbesucher und darf einige überraschende Momente erleben.

Den Abschiedsgottesdienst für Pfarrer Marek Baron feierten sehr viele Gläubige mit. Am kommenden Donnerstag wird er an seine neue Wirkungsstätte nach Maxhütte-Haidhof reisen. Bilder: fvo (2)
von Franz VölklProfil

Schon beim Kirchenzug unter der klangvollen Blasmusik der Trachtenkapelle Waldthurn war dem Geistlichen die Anspannung dieses Abends förmlich ins Gesicht geschrieben. "Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen" ist der Bibeltext des Propheten Jeremias. Genau dieser Vers sei die persönliche Überschrift seines Pfarreistellenwechsels.

Normalerweise könne man eine Nacht darüber schlafen, ob man eine neue Pfarrstelle übernehme wolle, er habe aber gemäß diesem Spruch sofort zugesagt, nach Maxhütte-Haidhof zu gehen. Eigentlich hatte er im September 2000 vor, nur 10 Jahre zu bleiben - nun seien es 17 Jahre geworden.

"Ich bin für jedes Jahr hier in Waldthurn von ganzen Herzen in erster Linie Gott dankbar." Gott habe ihn in "seine Pfarrei" nach Waldthurn geschickt. Viel Wohlwollen und Liebe habe er hier erhalten, man müsse aber Veränderungen annehmen.

Er habe versucht, mit den Gläubigen ein Stück des Lebensweges zu gehen, sei aber auch an Grenzen gestoßen. Es bleibe noch Luft nach oben. "Ich entschuldige mich von tiefstem Herzen und bitte um Verzeihung, wenn ich jemanden gekränkt, enttäuscht, übersehen habe, deren Vorstellungen nicht gerecht wurde oder deren Wünsche nicht erfüllen konnte", meinte Baron sehr selbstkritisch und ehrlich.

Als Stadtmensch im Dorf

Auch als Stadtmensch habe er sich in Waldthurn sehr wohlgefühlt. "Es ist keine Trennung, sondern nur ein Abschied. Gott behüte euch alle Tage", meinte der Geistliche mit einem leichten Kloß im Hals unter dem Applaus der Kirchenbesucher.

Zu Ehren des Pfarrers hat sich der Heimatfest-Projektchor unter der Leitung von Manuela Grünauer erneut zusammengestellt. Mozarts anspruchsvolle Spatzenmesse wurde bei Barons Primiz am 9. Juli 1995 in Regensburg gesungen. Mehr als 55 Sänger sowie Instrumentalisten boten dieses Werk zum Abschied des Geistlichen meisterlich dar.

Nach dem Gottesdienst fand die weltliche Verabschiedung, geleitet von Kirchenpfleger Max Kick, am Pfarrheim für alle Pfarrangehörigen statt. Pfarrgemeinderat-Sprecherin Birgit Bergmann dankte dem "exzellenten Kirchenfachmann" für seine Seelsorge und sagte, dass Baron in den letzten 17 Jahren ein "Bild des liebenden Gottes" gezeichnet habe. "In dieser Zeit dürftest du etwa 7500 Gottesdienste zelebriert haben."

Fan von 1860 und Freiburg

Die Sprecherin erwähnte die Leidenschaft des Priesters für den Fußball und erwähnte dabei, dass der Pfarrer Fan des FC Freiburg oder auch TSV 1860 München sei. "Dies entscheidet er immer, welcher der beiden Vereine gerade in der Bundesliga spielt." "Dieser Weg wird kein leichter sein - für dich und für uns", stellte sie hinsichtlich der Zukunft fest. Als Abschiedsgeschenk überreichte sie einen "Geldregenschirm" und eine Bildercollage mit dem Geistlichen und den Gotteshäusern der Pfarrei.

Auch die Pfarrhaushälterin Martina Kett wurde verabschiedet. "Ich möchte keinen Tag in Waldthurn missen - es war eine schöne Zeit", erklärte diese. Lisa Käs sprach für den Frauenbund über den fairen Umgang des Geistlichen, Hannah-Sophia Hornstein von der Landjugend zog mit einem Gedicht Bilanz. "Damals waren alle gespannt, was auf uns zukommt, wenn ein Stoderer aufs Land kommt." Sie wünschte sich, dass Baron zukünftig ein bisschen Sehnsucht nach den Waldthurner Jugendlichen hat. Die Ministranten überbrachten ein "Tablett voller Wünsche" und Kolpingchef Martin Zellner übergab ein "Marek Baron-Bier".

Ergriffen dankte der Geistliche, angefangen von den Pfarrgemeinderäten, über die Kirchenverwaltungen der letzten 17 Jahre bis hin zu seiner Pfarrsekretärin Ingrid Troidl, den Mesnern sowie den Ministranten, die er aufforderte, treu in ihrem Dienst zu bleiben. Nicht vergessen wollte er die Trachtenkapelle, die Chöre und die Bildungseinrichtungen.

Zu guter Letzt erwähnte er die vorbildliche Zusammenarbeit mit dem Marktrat und Bürgermeister Beimler. "Lieber Sepp, wir waren auf keinen Fall Don Camillo und Peppone." Waldthurn sei auch ein Stück Heimat geworden. Am Donnerstag, 31. August, zelebriert Pfarrer Baron um 8 Uhr seine letzte Messe in Waldthurn.

Freundschaftliche Abschiedsworte

Für die weltliche Gemeinde und die Vereinsgemeinschaft ergriff Bürgermeister Josef Beimler das Wort. Er sprach nicht von Abschied, sondern nannte es einen Neuanfang. "Du hast es dir und auch uns nicht immer leicht gemacht - wir dir aber vielleicht auch nicht."

Baron habe immer darauf Wert gelegt, weltliche und kirchliche Angelegenheiten nicht zu vermischen, aber manche Vorgaben des Staates machen eine Zusammenarbeit unumgänglich. "An Gottes Segen ist alles gelegen", so gab der Geistliche in den vergangenen Jahren vielen weltlichen Einrichtungen den kirchlichen Segen. "Du hattest immer ein offenes Ohr für die Vereine in der Marktgemeinde."

Baron habe die Menschen von der Wiege bis zur Bahre begleitet. "Danke für deine Freundschaft, die ich nicht missen möchte." Als Überraschungsgeschenk überreichte der Rathauschef und Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft ein E-Bike. "Sollte dein Akku mal leer sein, kannst dich drauf setzen und ihn wieder füllen." (fvo)

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