26.09.2017 - 11:38 Uhr
WaldthurnOberpfalz

Zu Besuch bei Lydia und Gustav Moissl Ein Parkgarten zum Träumen

Im Garten der Familie Moissl sind es die großen Gesten, die Staunen lassen. Kraftvolle Bäume, Mauern, ein Naturteich und das Zierapfel-Spalier geben den Räumen ihre Struktur.

von Gertraud Portner Kontakt Profil

Lydia und Gustav Moissl empfangen gerne Besucher im Garten. "Nein, wir haben keinen Gärtner", beantworten sie die Frage, die sie häufig schon bei der Begrüßung gestellt bekommen. "Wir sind Rentner und haben Zeit!" Knapp 3000 Quadratmeter weist das parkähnlich gestaltete Grundstück am Waldthurner Ortsrand auf. Wir spazieren auf geschwungenen Wegen durch die großzügigen Garten-Räume. Im Eingangsbereich geben Stützmauern aus Feldsteinen die Struktur vor, verstärkt durch prächtige Hortensienbüsche und in Form geschnittene Hainbuchen. Hinterm Haus ist alles noch etwas großzügiger. Der offene Blick in die Landschaft lässt die Freiheit förmlich einatmen.

"Es war früher eine landwirtschaftliche Fläche", erzählt Lydia Moissl und berichtet davon, wie ihre Eltern ab dem Jahr 1955 den vorderen Bereich vor allem als Obstwiese gestaltet haben. Nach und nach kam etwas dazu und vor 25 Jahren kaufte das Ehepaar Moissl eine weitere Fläche am Haselranken, pflanzte Bäume und Sträucher als Windschutz. Hier fühlen sich jetzt Vögel und Kleintiere wohl, und die Besitzer freuen sich über Eichhörnchen und Frösche.

Der Weiher war schon immer da. Vor vier Jahren wurde er zu einer riesigen Teichlandschaft mit gefliester Schwimmzone umgebaut und 50 Kubikmeter Wasser eingefüllt. "Im Sommer bin ich jeden Tag drin", berichtet Lydia Moissl. In der Mitte ist das Becken etwa 1,30 Meter tief, was zum Abkühlen oder für Wassergymnastik und kurze Schwimmrunden reicht. Auch die Enkel und Nachbarskinder sind von früh bis abends am Teich und suchen mit der Taucherbrille nach Molchen. Mittels Flachzone mit Kies und Bepflanzung - quasi als biologische Selbstreinigungsstrecke - regeneriert sich die Anlage selber. "Keine Chemie, alles biologisch", erklärt Gustav Moissl. Auch er freut sich über wenig Algen und das klare, natürliche Wasser. Pflanzen wie Hornblatt, Laichkraut oder Wasserpest nehmen Nährstoffe über das Blatt auf und geben Sauerstoff ab. "Ein tolles Plätzchen zum Beobachten der Libellen", schwärmt Lydia Moissl und zeigt einladend auf Tisch und Stühle am Ufer. Doch es gibt noch mehrere Terrassen, die je nach Wind und Sonnenstand zum Lieblingsplatz der Familie werden.

Den harmonischen Eindruck des Gartens verstärkt die wunderbar gepflegte Rasenfläche. Diese wurde vor vier Jahren als Rollrasen angelegt. Das Geheimnis: Mähen, Mulchen, Düngen. Der Rasenroboter parkt im Staudenbeet und fährt jeden zweiten Tag über den grünen Teppich. Das Mähgut bleibt liegen. Gedüngt wird dreimal jährlich und zwar im Frühjahr (Mai), im Laufe des Sommers und im Oktober (spezieller Herbstdünger). Selbst die etwa 5000 Besucher beim "Tag der offenen Gartentür" im Juni machten den Rasen nicht kaputt. "Einige testeten das dichte Gras barfuß", erzählt die Hausherrin lachend. "Der Tag war einfach unglaublich schön", bekräftigt das Ehepaar, dass sich über viele Gespräche mit Bekannten oder früheren Patienten aus der Weidener Praxis (RNZ-Zentrum) freute.

Ein Bewässerungssystem gibt es nicht: "Das wächst so, die Stauden sind ja gut eingewurzelt." Und auch organischer Naturdünger wird nur im Frühjahr auf allen Beeten aufgebracht. Lediglich die Rosen - für sie ist Dr. Gustav Moissl zuständig - werden anders behandelt. Die Kletterrosen beim Pavillon - vor dem Spalier aus Zieräpfeln - dankten es im Sommer 2017 mit rosa Schönheit. Die Schätze der Gattin sind die Hortensien und pflegeleichten Taglilien, die nach einem Rückschnitt ein zweites Mal blühen. "Pfingstrosen liebe ich, die sind überall mit drin", ergänzt sie und auch die zahlreichen Rhododendren, die sie von den verblühten Spitzen befreit. Auch sonst gibt es viel zu tun. "Von Mai bis Oktober sind wir meist jeden Tag zwei bis drei Stunden beschäftigt", berichtet Lydia Moissl. "Wir haben beide große Freude mit dem Garten, die Arbeit ist für uns ein Hobby." Und auch ein Genuss: Im Hochbeet wachsen Kohlrabi, Zucchini, Pflücksalat, Petersilie und Kürbis.

Der Blick wandert weiter zu der Nasch-Ecke mit den Beerensträuchern (Schwarze Johannisbeere, Aroniabeere) und den drei Eisenholzbäumen (Parrotien), die den Garten mit ihrer kupferroten Herbstfärbung zum Leuchten bringen. "Sie müssen im Frühjahr wiederkommen, wenn ein paar Tausend Osterglocken und Tulpen blühen", sagt Lydia Moissl beim Abschied. Gerne.

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Weitere Bilder im Internet:

www.onetz.de/bildergalerie

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