07.07.2017 - 15:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ein Besuch bei den Weiden Vikings Faszination Football

Warum ist der amerikanische Nationalsport seit einigen Jahren so beliebt in Deutschland? Ein Besuch bei den Weiden Vikings.

Nur nicht die Übersicht verlieren.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Die TV-Übertragungen der Football League (NFL) mit Experten wie Patrick Esume haben viele Fans. Doch es geht inzwischen weit über das einfache TV-Vergnügen hinaus. Immer mehr junge Menschen spielen selbst Football. Dabei sind sie oft blutige Anfänger, vor allem wenn es um Taktik geht.

Beim Football geht es darum, den Ball in die Endzone des Gegners, ein Bereich am jeweiligen Ende des Spielfelds, zu bringen und dadurch Punkte zu erzielen. Dabei hat jedes Team eine Mannschaft für den Angriff (Offense) und eine Mannschaft für die Verteidigung (Defense), die abwechselnd auf dem Feld steht. Die Offensive versucht Punkte zu machen, die Defensive versucht den Gegner zu stoppen.

Die Weiden Vikings bestehen aus vielen Neulingen. Nur Headcoach Brian Jansma, Assistent-Coach Tobias Hahner und Team-Manager Ralph Wenisch waren schon beim Vorgängerverein, den Grafenwöhr Griffins, aktiv. Die Mannschaft der Vikings geht in der Aufbauliga an den Start. Der Kader am Spieltag darf nur 25 Mann haben. Um die Chancengleichheit zu wahren, dürfen die Teams am Spieltag nur sechs Amerikaner melden - davon dürfen nur zwei gleichzeitig auf dem Feld stehen. Gekennzeichnet sind sie durch ein großes "A" auf der Hose und dem Helm. Wenisch erklärt diese Regelung: "Man merkt einfach, dass die US-Amerikaner diesen Sport seit ihrer Kindheit betreiben." Dennoch bringen die Vikings die vielen deutschen Neulinge und die spielstarken Amerikaner unter einen Hut. Trainer Jansma stimmt zu: "Es ist wichtig, ein paar Amerikaner im Team zu haben. Sie kennen die Spielzüge und die anderen Spieler können sich an ihnen orientieren. Die Bedeutung von Football in den USA ist mit Fußball in Europa zu vergleichen."

Sport gehört zur Kultur

Es ist irgendwie auch ein kultureller Auftrag, den die lokalen Football-Mannschaften erfüllen. Sport gehört zur Kultur - in Europa ist manchen Menschen Fußball heilig, in den USA ist es Football. Nicht umsonst fliegt die Airforce beim Super Bowl und College-Finalspielen über die Stadien. Football-Spiele sind Feiertage und das schon auf der Highschool. Trainer Brian Jansma kennt dieses Spektakel seit seiner Schulzeit.

In Weiden muss er ein neues Team aufbauen. "Das schöne an Rookies, wie wir die Neulinge im US-Sport, nennen, ist, dass sie zuhören und bereit sind zu lernen", erklärt Jansma. Einer der vielen Rookies ist Fabrice Solahoue: 19 Jahre alt, über 1,90 Meter groß, breite Schultern. Er hat früher mal Fußball gespielt, aber dann aufgehört. Und jetzt Football - warum? "Es ist ein ganz anderer Zusammenhalt. Jeder muss für den anderen da sein. Wir sind wie eine Familie."

Es stimmt, der Zusammenhalt bei den Vikings ist offensichtlich grandios. Das Spiel gegen die Regensburg Royals liefert den Beweis. Weiden liegt zur Halbzeit mit 0:20 zurück und gewinnt das Spiel doch noch mit 28:20 gewinnt. Alle sind euphorisiert und schwören sich mit Vikings-Gesängen ein. Zudem spornt die auf NFL-getrimmte Show mit Cheerleadern und eigener Begrüßungszeremonie zusätzlich an. Das Adrenalin der Spieler kocht hoch.

Team-Manager Wenisch, der sich um fast alles bei den Vikings kümmert, erklärt: "Ich bin kein Fan anderer Sportarten. Für mich gibt es nur Football." Für Sportfans sind die Weiden Vikings auf jeden Fall einen Besuch wert, denn selbst in der Aufbauliga in Weiden weht ein Hauch der großen NFL.

Vorbild Moritz Böhringer

Jeder Amateur will sein, wie Moritz Böhringer, der es 2016 aus der German Football League (GFL) fast in die National Football League (NFL) geschafft hat, bei den Minnesota Vikings aber dann doch aussortiert wurde. Er kam dem NFL-Traum dennoch sehr nahe.

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