18.10.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Heimische Wildpflanzen und -kräuter für den Hammerweg Keine Tulpen aus Amsterdam

Graben für mehr Pflanzenvielfalt. Bei herrlichem Herbstwetter treffen sich die Freiwilligen vom Arbeitskreis "StadtNatur" sowie Freunde und Nachbarn mit Stadtgärtner Hans Gallersdörfer zum Garteln am Hammerweg.

Tatkräftig ans Werk: Die Naturfreunde sind schon gespannt aufs Frühjahr und freuen sich darauf, ihre Wildpflanzen in der Hammerweg-Anlage zu bewundern. Bild: Schönberger
von Redaktion OnetzProfil

Die Ehepaare Nicole und Michael Merbald, Jürgen Schönig und Irmgard Eckl-Schönig waren hochmotiviert, die Anlage zu verschönern. Spontan stießen Sabine Maunz und Margit Wildbrett-Drechsler mit Sohn Toni dazu. Sie bepflanzten vor allem die Wildwiese, aber auch die Wegeränder drumherum. Ziel ist es, die biologische Vielfalt zu verbessern. Dazu nutzten die Hobbygärtner einheimische Pflanzen und Kräuter. Fremden Gewächsen, wie dem indischen Springkraut, machten sie zugunsten der Vielfalt den Garaus. Das Kraut breitet sich zu sehr aus und behindert andere Pflanzen in ihrem Wachstum.

Gallersdörfer hatte neben Krokus- und Schneeglöckchenzwiebeln auch Nachtkerzen und Akeleien mitgebracht. Die Naturkräuter wurden selbst von der Gärtnerei gezüchtet. "Auch Bürger haben Samen von sich daheim mitgebracht. So kann wirklich Vielfalt entstehen", freute sich der Stadtgärtner. Das ist nicht nur was fürs Auge. Auch Vögel und Insekten profitieren. Nahrung und Brutplätze gingen in letzter Zeit zunehmend verloren. Die Grünflächen in Deutschland seien zu sehr gepflegt. Das schade den Tieren. Bevor es an die Arbeit ging, wies Gallersdörfer die Helfer ein. Einfach Losbuddeln geht auch bei Wildpflanzen nicht. Jede Sorte bevorzugt eine andere Lage. Manche wachsen lieber in Gruppen, andere streuen sehr und wachsen besser bei größerem Abstand zueinander. Besonders betonte Gallersdörfer, die Pflanzen keinesfalls in Reih und Glied zu setzen: "Die Natur wächst nicht in einer Reihe." Nicht nur für das Fortbestehen der Wildpflanzenpopulation sorgten die Frauen und Männer an diesem Tag. Auch heimische Igel bekamen ein Winterquartier. Dazu verteilten die Helfer kleine Holzhütten auf der Hammerweg-Anlage. In Zukunft sollen viel mehr solcher Aktionen starten. Plan ist, auch Schulen in die Projekte einzubinden.

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