30.03.2017 - 12:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mit der Geduld des Jägers Georg Sieder hat sich der Tierfotografie verschrieben

Am übelsten haben ihm bislang Puna und Siruya mitgespielt. Um die beiden Mähnenwolf-Welpen "abzuschießen", musste Georg Sieder an drei Wochenenden hintereinander anreisen. Dann wurde er belohnt.

von Michael Ascherl Kontakt Profil

Als würden sie den Langmut des Gastes aus der Oberpfalz honorieren wollen, werfen sich die Wölfe endlich in Pose, einer stützt sich cool auf dem Rücken des anderen ab. Volltreffer. Oder der junge Löwe, der stolz zur Seite blickt, jedes Härchen ist auf der Aufnahme oben links auszumachen. Solche Fotos schießt man nicht aus der Hüfte.

Profi-Kamera


Georg Sieder, der in Krummennaab (Kreis Tirschenreuth) lebt, hat nicht nur das Auge, er nutzt auch Technik vom Allerfeinsten: eine professionelle Spiegelreflexkamera vom Typ Canon 1 DX Mark II, die er motiv- und situationsabhängig mit sieben verschiedenen Objektiven bestückt. Für die Tierfotografie im Zoo nutzt Sieder in der Hauptsache ein 400-Millimeter-"Rohr" mit Lichtstärke 2,8 und ein Zoom 70-200 Millimeter, ebenfalls mit der größten Blendenöffnung 2,8. Dazu kommen noch verschiedene Stative, alles nicht ganz billig. Seine Brötchen verdient sich Sieder in der IT-Abteilung von Oberpfalzmedien in Weiden. Der Kollege findet in der Fotografie Ausgleich vom Stress im Job, und das seit mehr als sieben Jahren. Lieblingsziel ist der Tiergarten in Nürnberg, aber auch Zoos in weiteren Städten hat Sieder schon mit der Kamera durchstreift: München, Stuttgart, Leipzig, Hannover, Berlin und andere mehr.Er ist stets darüber informiert, wo sich welche Motive – meist Nachwuchs im Gehege – anbieten und zu welcher Tageszeit das Licht "passt". Naturgemäß sind das die Morgen- und Abendstunden, wenn die Sonne die Details herausarbeitet und plastische Bilder ermöglicht. Wenn's geht, nutzt Sieder freie Tage während der Woche, um dem Trubel in den Tiergärten zu entgehen. In den Ferien ist er nie anzutreffen: "Da ist zu viel los."

Volles Rohr


Oft steht der Fotograf Stunden auf der Lauer, ohne dass sich das gewünschte Tier zeigt. Geht es aber los, dann kennt Georg Sieder kein Halten. "Was die Kamera hergibt", feuert er dann, wie er berichtet. Und das sind 14 Bilder in der Sekunde. So füllen sich die Speicherkarten, und nach einem guten Tag fährt der 30-Jährige schon mal mit 3000 Bildern im Gepäck zurück. Sichten, Bearbeiten der RAW-Dateien mit Lightroom und Photoshop - das kostet abermals Zeit und Geduld. Zeit und Blende wählt Sieder übrigens manuell vor; die Belichtung reguliert die Kamera per Spotmessung, indem sie den ISO-Wert anpasst.

Frägt man ihn nach seinen bisherigen Highlights, dann zögert er zunächst – es sind zu viele gute Aufnahmen –, um dann doch die jungen Tiger und die Schneeleoparden aus dem Tiergarten Nürnberg zu nennen.

25 bis 30 Tage im Jahr opfert der IT-Experte der Fotografie. Was sagt Freundin Christina zu Georgs zeitaufwendigem Hobby? Sie unterstützt ihn aktiv und fährt oft mit in die Zoos und Tiergärten. Statt einer Kamera hat sie einen Zeichenblock dabei. Mittags, wenn die Sonne hoch und deshalb ungünstig steht, ist ja Zeit für einen Kaffee.

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