24.01.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nach dem Brand des Vereinsheims packen die Mitglieder des Zug- und Begleithundevereins an "Wir schaffen das gemeinsam"

Nach einem Brand muss der Zug- und Begleithundeverein vorerst ohne sein Vereinsheim auskommen. In der Not zeigt sich aber auch: Der Vorsitzende kann auf seine Mitglieder zählen.

Am Tag danach: Wand und Decke der Hütte sind erheblich ramponiert. Der Brand ging laut Polizei offenbar vom Ofenrohr aus. Bild: Schönberger
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Der Chef klingt hundemüde. Nach stundenlangen Aufräumarbeiten kam Jürgen Schittenhelm am Dienstag erst gegen 23 Uhr nach Hause - und am anderen Morgen rückte er schon wieder aus zum Areal Hinterm Rehbühl. Wie lange es dauert, bis das Vereinsheim des Zug- und Begleithundevereins Weiden wieder in Ordnung ist? "Keine Ahnung", antwortet Schittenhelm. "Es muss viel gemacht werden. Das wird sicher eine längere Sache."

Auch das Hundetraining am Dienstagabend war bis auf Weiteres das letzte. Gegen 18.45 Uhr übten im Freien gerade 15 Mitglieder mit ihren Vierbeinern, als der Rauchmelder in der Holzhütte Alarm schlug. Eine Holzwand brannte. Und die Aktiven griffen beherzt ein. Die Hütte, vor knapp 20 Jahren mit viel Eigenleistung erbaut, verfügt zwar über keinen Wasseranschluss. Für erste Löscharbeiten bedienten sich die Mitglieder jedoch aus zwei prall gefüllten Wassertonnen. So gelang es ihnen, die Flammen bis zum Eintreffen der fünf Feuerwehrfahrzeuge zu löschen. Atemschutzträger der Wehr erledigten den Rest, brachen noch etwa eine Stunde lang Holzverkleidung von den Wänden, um Schwelbrände unschädlich zu machen. Wie die Polizei berichtet, war der Brand "an der Wanddurchführung eines Ofenrohres" entstanden. "Die Dämmung hatte an dieser Stelle Feuer gefangen." Offizielle Schadenshöhe: rund 20 000 Euro. Schittenhelm ist sich nicht sicher, ob das wirklich reicht.

Beim Löschen erlitt ein Mitglied laut Polizei leichte Verletzungen. Der Hundeverein muss nun bis auf weiteres auf sein "Kommunikationszentrum" verzichten, wie Schittenhelm bedauert: "Wir trainieren ja nicht nur, sondern sitzen danach auch gerne zusammen und unterhalten uns." Nicht zuletzt an der Reaktion auf den Unglücksfall vom Dienstagabend zeigt sich, wie wichtig so ein Heim für das Zwischenmenschliche im Vereinsleben sein kann: "Auch heute Nachmittag ist die Bude wieder voll mit Mitgliedern, die helfen wollen", freut sich der Vorsitzende. "Die Solidarität in diesem Verein ist riesig."

Auch bei den Reparaturarbeiten wird sie gefordert sein. Für den Wiederaufbau sei erneut viel Eigenleistung vonnöten, schwant dem Chef. Dass er weiterhin auf seine Getreuen zählen kann, das lässt sich an Reaktionen im Internet ablesen. In den Facebook-Kommentaren zum Onetz-Bericht über den Brand ist gleich mehrfach jener schöne Satz zu lesen: "Wir schaffen das gemeinsam."

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