Seniorenzentrum startet ins Herbst-/Winterprogramm
Fit bis in die Fingerspitzen

So bunt wie die Plakate ist auch das Herbst-/Winterprogramm des Maria-Seltmann-Hauses. Da sind sich (von links) Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Seniorenbeauftragter Alfons Heidingsfelder, Sozialdezernent Hermann Hubmann, Seniorenzentrums-Leiterin Susanne Meichner und Sozialamtsleiterin Beatrix Stiegler einig. Bild: Wilck

Schafkopfen für Anfänger und das Glückstraining. Diese beiden Kurse würde Hermann Hubmann belegen, wenn er Zeit dafür hätte. Doch das muss noch bis zur Pensionierung warten, meint er. Andere Weidener nutzen das Angebot des Maria-Seltmann-Hauses bereits rege. Mit dem Herbst beginnt die Hochsaison.

Schon am ersten Tag nach der Sommerpause gingen für viele Kurse Anmeldungen ein, berichtet Susanne Meichner bei der Programmvorstellung. Ein großes Kompliment für die "ungeheuere Vielfalt" kassiert die Leiterin des Seniorenzentrums dabei von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Die teilweise recht ausgefallenen Ziele der Tagesfahrten lobt Sozialamtleiterin Beatrix Stiegler. Dieses Jahr geht es unter anderem zu den Kunstausstellungen im Museum Brandhorst und in die Villa Stuck in München.

Überhaupt erweist sich die ältere Generation gegenüber modernen Themen als sehr aufgeschlossen, weiß Susanne Meichner. Und das spiegelt sich im Programm von September bis Dezember wider. Zum Beispiel im Computerbereich. Smartphone und Tablet sind da angesagt. "Unsere Teilnehmer besitzen oft die neuesten Geräte", sagt Meichner. Bestens geeignet also für Kurse wie "Spiel und Spaß mit Smartphone und Tablet" oder "Routenplanung und Navigation mit Smartphone und Tablet", die sich neu im Angebot finden. Wer sich über die Computerkurse informieren will, sollte den Infovormittag am Dienstag, 19. September, von 9 bis 11.30 Uhr nutzen.

Heilende Finger-Mudras

Auch im Gesundheitsbereich sind die Senioren up-to-date. Zu den Rennern hier zählt unter anderem die japanische Heilkunst Jin Shin Jyutsu. "Acht Finger-Mudras" oder - unter dem Motto "Das Kreuz mit dem Kreuz" - heilende Handgriffe, mit denen sich Blockaden lösen lassen, stehen im Oktober auf dem Programm. Fit bis in die Fingerspitzen, könnte man da sagen. Aber auch Musik setzt Endorphine frei: "Trommeln Sie sich gesund" heißt ein Kurs am 29. November, bei dem Alltagsgegenstände als Instrumente dienen.

Mit Spaß Sprachen lernen können die Teilnehmer in dem Kurs "Englisch 1", für den - wie Meichner betont- "wirklich keinerlei Vorkenntnisse erforderlich sind". Wer dagegen schon geübt ist und sein Englisch in lockerer Atmosphäre weiter verbessern will, ist beim Englisch-Stammtisch am richtigen Platz. Start ist am 18. September.

Vom Bandscheibenvorfall über Tinnitus bis zur "Faszination Jazz" reicht die Themenpalette in der Vortragsreihe, die am 10. Oktober beginnt. Dabei sind medizinische Themen immer besonders gefragt. Als weiterer Renner erwies sich das Erzählcafé über "Oberpfälzer Redensarten und Sprichwörter". Maria Hirsch wird deshalb im Teil 2 am 28. November unter anderem darüber aufklären, was es bedeutet, wenn's heißt: "Döi lacht um a Fünferl a Kirm voll".

Sicherheit für Senioren

In Zusammenarbeit mit der Stadt, der Polizeiinspektion Weiden und der Bundespolizeiinspektion Waidhaus wird das Projekt "SenSiwen" (Seniorensicherheit Weiden) fortgesetzt. Die Seminare "Nepper, Schlepper, Bauernfänger - Betrug im Fokus" oder "Zivilcourage - gegen Gewalt mit Herz und Verstand" sind hier erstmals im Programm. Für Sicherheit im Verkehr macht sich Fahrlehrer Josef Greiner stark. Er informiert Autofahrer zum Beispiel über "Strategien zur Gefahrenvermeidung" oder Fahrassistenzsysteme.

"Bei der Programmgestaltung greifen wir gerne Ideen unserer Kursbesucher auf", sagt Meichner. So kam es auch zu dem Kurs "Schafkopfen für Anfänger", der Sozialdezernent Hermann Hubmann so gereizt hätte. Dabei weiß er durchaus, "dass der Ober den Unter sticht". Aber die Finessen, die ihm in den vergangenen Jahren verloren gegangen sind, würde er gerne wieder auffrischen. Parallel dazu wäre sicher das Glückstraining nützlich. Mit der Erkenntnis: Es gibt Schlimmeres als eine verlorene Schafkopfrunde.

Patientenverfügung und ZoigltourAls Seniorenbeauftragter der Stadt steuert Alfons Heidingsfelder regelmäßig eigene Aktionen zum Programm des Maria-Seltmann-Hauses bei. Nur wer sehr schnell ist, hat noch Chancen auf einen Platz bei der beliebten "Kultur & Zoigl"-Tour. Die führt diesmal mit einem eigens gecharterten Bus nach Falkenberg. Die Teilnehmerzahl ist wegen der Besichtigung der Burg auf 30 Personen begrenzt. Heidingsfelder: "23 Anmeldungen liegen bereits vor." In der Vortragsreihe "Alt werden und dann? Lebensqualität erhalten" steht das Thema Patientenverfügung auf dem Programm. Expertenwissen liefert hier Dr. Susanne Kreuzer, Ärztin für Palliativmedizin.

Bis zu 600 Teilnehmer erwartet Heidingsfelder zum Seniorennachmittag der Stadt am 17. Oktober in der Max-Reger-Halle. Für Stimmung sorgen der Humorist und Gstanzlsänger "Lucky", die Tanz- und Gesangsgruppe "Kalinka" sowie das Trio "Basaltexpress". (ps)
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