19.09.2017 - 16:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Soll die Stadt Weiden das Volksfest organisieren?: Fraktionschefs sind geteilter Meinung

Die Feuerschützen werden das Volksfest nicht mehr stemmen. Die Stadt könnte als Veranstalter einspringen. Dazu braucht es aber das Ja der Politik. Eine erste Umfrage unter den Fraktionschefs zeigt: Die Meinungen sind gespalten.

Dreht sich das Volksfest-Karusell auch im nächsten Jahr? Oder gehen die Lichter aus?
von Isabelle HüllerProfil

Am Donnerstag, 24. September, tagt der Finanzausschuss der Stadt. Dann wird möglicherweise bereits diskutiert, wie es mit dem Volks- und Schützenfest weitergeht. Denn nachdem die Feuerschützen ihren Beschluss am Montag bekanntgegeben haben, ist die Stadt als Organisator der traditionsreichen Veranstaltung im Gespräch. Das meinen die Fraktionsvorsitzenden dazu:

Man könne "die lange Historie des Fests nicht einfach wegwischen", sagt Karl Bärnklau. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen fände es schade, wenn es das Volksfest in Zukunft nicht mehr geben würde. Ob die Stadt als Veranstalter einspringen soll, sei eine "Frage der Priorisierung". Zwar wäre er nicht abgeneigt, die Organisation der Stadt zu übertragen, letztendlich käme es aber auf die Kosten für das Fest an. Bevor er entscheiden könne, brauche er "Zahlen, Daten, Fakten". Bärnklau weist auch darauf hin, dass die Stadt "Geld nicht im Überfluss" habe. Bei zukünftigen Investitionen sehe er die Priorität bei den Grundschulen.

Die Feuerschützen betonen, bis zuletzt mit dem Volksfest schwarze Zahlen geschrieben zu haben. Trotzdem meint der Fraktionschef der Bürgerliste, Christian Deglmann : "Es ist nicht Aufgabe der Stadt, defizitäre Feste zu veranstalten." Wenn in diesem Jahr mehr Besucher gekommen wären, hätte es für die Feuerschützen keine Probleme gegeben. Ursächlich für die geringen Besucherzahlen ist für ihn der neue Volksfestplatz. Die Bürgerliste sei noch "nie ein Freund des neuen Volksfestplatzes" gewesen. Deglmann nimmt weiter an, dass die Veranstaltung teurer wird, wenn die Stadt sie organisiert. Dabei stelle sich die Frage, ob die Stadt nicht wichtigere Aufgaben als den Erhalt des Volksfests habe. Beispielsweise den sozialen Wohnungsbau.

"Wichtig für die Region"

CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch bedauert es, dass das Schützen-Gremium zur Entscheidung gekommen ist, nicht mehr weiterzumachen. Er erinnert daran, dass die CSU einen Antrag gestellt habe, den Verein bei der Organisation des Festes finanziell zu entlasten. Dieser habe kein Gehör gefunden. Gerade weil es im nächsten Jahr ein 120. Volksfestjubiläum gibt, geht Pausch davon aus, dass die Tradition fortgesetzt wird. "Ich glaube, das Fest ist wichtig für die Region." Bei der Organisation kann Pausch sich eine Kooperation der Stadt mit Vereinen vorstellen, auch mit den Feuerschützen.

"Man muss Gespräche führen", meint Roland Richter . Das Volksfest sei eine Traditionsveranstaltung, deswegen könne er sich vorstellen, die Stadt als Veranstalter einzusetzen. Jedoch befürchtet der SPD-Fraktionschef, dass dort nicht genug Personal für die Organisation vorhanden ist. Müssten die Verantwortlichen für das Frühlingsfest dann doch die Planung zweier Veranstaltungen stemmen.

Zudem solle der Termin für das Volksfest diskutiert werden. Zum bisherigen im August seien viele im Urlaub. Gar eine Zusammenlegung mit dem Frühlingsfest wäre für Richter denkbar. "Wir müssen noch mal mit den Schützen sprechen", sagt Richter auch. Denn eine Kooperation mit ihnen wäre für ihn ein weiterer Lösungsansatz. Auch möchte der Fraktionschef in die Überlegungen einbeziehen, ob das Volksfest von den Bürgern überhaupt noch erwünscht ist.

 

 

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