08.08.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tennis-Miyagi Mariano Delfino coacht Wimbledon-Sieger Tipps vom Meistertrainer

Tipps vom Trainer eines Wimbledon-Siegers? Beim Tenniscamp des TC Grün-Rot trainieren die Kinder sogar mit ihm.

Immer auf Ballhöhe: Ex-Profi Mariano Delfino (rechts) trainiert Weidener Kinder. Bild: Schönberger
von Julian Trager Kontakt Profil

Wenn Mariano Delfino den Nachwuchsspielern mit der flachen Hand die Vorhand-Bewegung zeigt, sieht das ein bisschen so aus wie bei Mr. Miyagi aus dem Film Karate Kid. Das ist ein Hausmeister, der sich als Kampfsport-Meistertrainer entpuppt, und durch seinen Spruch "auftragen, polieren" sowie die dazugehörige Armbewegung Kult wurde.

Auch der ehemalige Tennis-Profi Delfino ist ein Meistertrainer. 2015 gewann sein Schützling Sumit Nagal aus Indien die Doppelkonkurrenz der Junioren in Wimbledon, dem wichtigsten Tennisturnier der Welt. In den letzten drei Jahren arbeitete der Argentinier als Profi-Trainer für die Tennisakademie von Alexander Watzke. Dabei war er viel unterwegs, bis nach Sri Lanka haben ihn Turniere geführt. Für zwei Tage war er wieder auf dem Sandplatz des TC Grün-Rot Weiden, wo er einst seine Profikarriere begann. Training mit Kindern und Jugendlichen.

Seit 30 Jahren beteiligt sich TC-Trainer Marcelo Matteucci am Ferienprogramm des Stadtjugendrings mit einem Tenniscamp. "Wir feiern heuer Jubiläum", sagt Matteucci. Dass dieses Jahr Ex-Profi Delfino mit dabei ist, sei umso besser. Die beiden verbindet eine langjährige Freundschaft. "Mariano ist mein bester Schüler aller Zeiten", verkündet Matteucci. "Marcelo war mein Papa hier", sagt der 39-jährige Delfino, der 1995 aus Argentinien nach Weiden kam, mit dem Ziel, Tennisprofi zu werden. Die Stadt bedeutet ihm viel: "Weiden ist mein Zuhause." Zusammen mit seiner Freundin und einem Kind zieht er im nächsten Jahr ganz in die Nähe, nach Irchenrieth. Dort möchte er bleiben. Sesshaft werden, nach all den Nomadenjahren auf der Profi-Tour. Ab Oktober wird er Trainer beim TC Grün-Rot, bei der Tennisakademie habe er gekündigt.

Wenn der Profi-Trainer spricht, hören die jungen Spieler aufmerksam zu. Wenn er etwas zeigt, schauen sie genau hin. Mit den Kindern im Tenniscamp hat der in Buenos Aires geborene Delfino viel Spaß. "Das ist eine schöne Gruppe." Aber, und hier spricht der Profi: "Es gibt viel zu arbeiten."

Neben dem Training möchte er sich auch Zeit nehmen, und mit den Nachwuchsspielern reden, Tipps geben. "Die Kommunikation zwischen Trainer und Spieler muss gut und stark sein." Aber vor allem eins müsse der Sport in dem Alter machen: Spaß. "Man muss schwitzen und lachen." Sonst könne man daheim bleiben. Mit dem 30. Ferien-Tenniscamp ist Organisator Matteucci zufrieden. "Super, das ist immer das Highlight im Jahr." Vier Tage lang flitzten und schlitterten 39 Kinder über den roten Sand, knallten die gelben Filzbälle übers - oft aber auch ins - Netz.

Sieben Trainer sorgten für Ordnung, aber auch für Unterhaltung. Am vorletzten Tag feierten alle eine Grillparty. Eine Nacht durften die Tennistalente auf dem TC-Gelände zelten. Aber nur eine Nacht. "Mehr hätte ich nicht durchgehalten. Ich habe nur drei Stunden geschlafen", klagt Matteucci und lacht.

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