12.03.2018 - 18:46 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Vorsitzender Gebhardt hört Mitte 2018 auf Tierfriedhof am Scheideweg

Sein Entschluss steht. Bis 2020 will Josef Gebhardt all seine Ämter "Stück für Stück" abgeben: den Vorsitz bei der Tafel ebenso wie seinen Sitz im Stadtrat, für den der Genosse dann nicht mehr kandidiert. Der 72-Jährige klagt über "Arbeitsüberlastung": "Ende letzten Jahres, nach dem Umzug mit der Tafel, konnte ich nicht mehr." Schon heuer tritt Gebhardt als Chef des Fördervereins Tierfriedhof ab. Dessen Zukunft ist damit ungewiss.

Er ist Initiator des Tierfriedhofs. Nach sechs Jahren will Josef Gebhardt (72) den Vorsitz des Fördervereins abgeben. Archivbild: hcz
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

In einer Vorstandssitzung am Freitagabend bekräftigte der Neunkirchener, was er bereits vor längerem angekündigt hatte: Spätestens im Juli ist Schluss. In einer Versammlung am 27. März sollen die Mitglieder darüber beraten, wie es weitergeht, wenn Gebhardt und seine Frau kürzertreten. Die beiden schulterten nach den Worten des Vorsitzenden seit der Vereinsgründung vor sechs Jahren die Hauptarbeit - vom Begraben der Tiere über die Dokumentation bis hin zum Betreuen der Homepage. So intensiv "will keiner mehr einsteigen", glaubt der Neunkirchener.

Mehrere Varianten wären denkbar. Unter anderem, dass sich ein Mitarbeiter um die Begräbnisse kümmert - für 20 Euro pro Tier. Oder der Förderverein gibt alle Arbeiten außer der Geländepflege an einen externen Anbieter ab. Oder dieser übernimmt komplett sämtliche Aufgaben. Dann allerdings wäre der Verein am Ende. Daran will Gebhardt nicht denken. Einstweilen hofft er, dass sich ein neues engagiertes Führungsteam findet. Nach der Mitgliederversammlung Ende März könnte dieses "Ende Juni bis Mitte Juli" gewählt werden.

Gebhardt hinterlässt einen intakten Verein. Der sei 265 Mitglieder stark und ausgestattet mit einem Guthaben von 12 000 Euro. Möglicherweise könne man das Areal in Weiden-West von der Stadt erwerben, wenn der Pachtvertrag 2020 ausläuft. Nach einiger Skepsis in der Anfangszeit stelle sich die Frage nach dem Bedarf eines Tierfriedhofs in Weiden längst nicht mehr, betont der Noch-Vorsitzende. "Wir haben einst mit 30 Beerdigungen pro Jahr gerechnet." In den bisherigen sechs Jahren waren es mehr als doppelt so viele: insgesamt 428. Angemerkt

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