Vortrag beim Kreisverband Weiden der Bayerischen Imkervereinigung
Bienenvölker rein halten

Die zunehmende Rassenvielfalt und deren Auswirkungen auf die Imkerei war Thema in der Versammlung des Kreisverbands Weiden der Bayerischen Imkervereinigung im Schützenhaus. Vorsitzender Alois Habeck aus Weiherhammer freute sich über die große Resonanz.

Habeck, auch stellvertretender Landesvorsitzender und 2. Präsident des Verbands der Bayerischen Carnica-Züchter, appellierte gleich zu Beginn der Veranstaltung dringend an alle Imker, den Schutzkreis der Belegstelle zu beachten, damit eine Reinzucht von der Belegstelle gewährleistet sei. Er warnte vor einem Imker, "der mit Toleranzzucht auf sich aufmerksam macht".

Referent Martin Wiesner, der in Eching am Ammersee 100 Bienenvölker bewirtschaftet, zeigte anhand von Bildern verschiedene Bienenrassen und deren Vor- und Nachteile. Mit unserem Klima lasse sich jedoch mit der Carnica, Buckfast, Ligustica und Mellifera am Besten imkern, betonte Wiesner. Er beschrieb die verschiedenen Zuchtmerkmale. Die Nachkommen bei der Reinzucht könnten gute und schlechte Eigenschaften aufweisen. Unter Inzucht verstehe man die Paarung von nahe und sehr nahe verwandten Bienen. Die Kreuzungssucht sei die Begattung von nicht verwandten Bienen meist unterschiedlicher Rassen. Die Kombinationszucht werde zur Bildung neuer Rassen angewandt.

Eine Rasse, deren Zucht im offenen Zuchtbetrieb geschehe, könne nicht erbfest sein, fuhr Wiesner fort. "Kreuzungsversuche können auch total misslingen, etwa durch Umwelteinflüsse, die ja nicht vorhersehbar sind." Die negativen Folgen der aktuellen Rassensituation seien genetische Verarmung der Rassen, Verlust der Biodiversität, Rückkreuzungseffekte unterschiedlicher Ausprägung und wirtschaftlicher Schaden wegen Profit, sagte der Referent.

Als Idealfall nannte Wiesner die Rassenreinzucht. Diese sei notwendig, um schätzbare Eigenschaften zu erhalten und diese hoch zu züchten. Rassenreinzucht erhalte man durch die Paarung von reinrassigen Königinnen mit Drohnen desselben Stocks oder von gleichrassigen fremden Völkern, bemerkte Wiesner.

Die sichersten und besten Ergebnisse verspreche jedoch die instrumentelle Besamung. Schließlich empfahl der Experte den Imkern: "Die Begattung auf der Belegstelle ist die einzige Möglichkeit, gute Bienen zu erhalten." Unter den Gästen waren BIV-Landeschef Edmund Hochmuth, LVBI-Kreisvorsitzender Reinhold Ziegler, der Leiter der Belegstelle Kühweiher, Emmeram Holzgartner, und der Vorsitzende des BZV Weiden, Alexander Ederle.

Kreuzungsversuche können auch total misslingen, etwa durch Umwelteinflüsse, die ja nicht vorhersehbar sind.Martin Wiesner, Bienenzüchter
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