29.08.2017 - 15:28 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Was wurde eigentlich aus dem Spiele-Trend des Sommers 2016? Pokémon geht nicht mehr

Das Spiel ist noch lange nicht aus. Nur wenige Nachgeborene wissen zwar, was ein Tamagotchi war. Dafür balancieren sie einen Fidget-Spinner auf den Fingern. Immer wieder bricht sich ein neuer Spiele-Trend Bahn, dem sie kaum einer entziehen kann. Was wurde eigentlich aus "Pokémon Go", dem Hit des Sommers 2016? Geht irgendjemand noch auf Monsterjagd zwischen Smartphone-Screen und ganz realem Marktplatz? Florian Graf (41), Mitarbeiter im Jugendzentrum und Stadtrat, weiß es.

Vor einem Jahr: Florian Graf (links) geht - wie viele andere - in der Weidener Fußgängerzone auf Pokémon-Jagd. Archivbild: Götz
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Spielen Sie noch "Pokémon Go"?

Florian Graf: Nein. Ich hab's zwar noch auf dem Handy, aber ich spiele es nicht mehr.

Wann haben Sie damit aufgehört?

Vor etwa einem halben Jahr. Ich habe es zuletzt zwar immer wieder gespielt, aber auch immer weniger. Der Reiz war, es auch mal in anderen Städten zu spielen. Ich habe gemerkt, dass man die Monster in Großstädten wesentlich besser jagen kann. Ich war in Köln, bin mit der Trambahn zur "Gamescom"-Messe gefahren. Und allein im Sitzen konnte ich Pokémon sammeln! Es gibt in größeren Städten einfach viel mehr Orte, an denen man spielen kann.

Wie viele Monster haben Sie denn gesammelt?

Über 1000. Von insgesamt 250 Pokémon-Arten habe ich 82 gefunden. Ich bin auf Level 26.

Das ist doch jede Menge.

Na, so viel auch wieder nicht. Ich muss halt alles mal ausprobieren.

Von Berufs wegen?

Das Jugendzentrum ist ja auch Pokémon-Arena. Dort kann man die gesammelten Monster gegeneinander kämpfen lassen. Erst im Juli war dazu übrigens eine größere Gruppe von Spielern hier - ich schätze mal, etwa 15 Leute.

"Pokémon Go" ist also immer noch im Rennen?

Es hat schon ganz massiv nachgelassen. Ich würde sagen, dass etwa ein Prozent der Spieler von vor einem Jahr dabei geblieben ist.

Warum hat sich der Reiz bei Ihnen verflüchtigt?

Im Grunde, weil's immer das Gleiche ist. Irgendwann müsste man gezielt in andere Städte fahren und vielleicht auch mal seltene Pokémon jagen. Und dafür fehlt mir ganz einfach die Zeit.

Zeichnet sich ein neuer Spiele-Trend ab - eine Art "Pokémon Go"-Nachfolger?

Was die Verbindung von Wirklichkeit und Virtual Reality anbelangt, ist mir nichts bekannt. Aber ich bin mir sicher, da wird wieder was kommen.

Welche Spiele-Apps fesseln die Jugendlichen zurzeit?

Zum Beispiel "Deep Town". Da geht es darum, ein Bergwerk zu organisieren, Rohstoffe abzubauen und so weiter. In den vergangenen vier Monaten war auch "Clash Royale" ziemlich "in". Man spielt dabei mit verschiedenen Monsterkarten gegeneinander, um die gegnerische Burg einzunehmen. Ein einfaches, aber sehr taktisches Spiel.

Besitzen Sie eigentlich einen Fidget-Spinner?

Natürlich. Aber der wird etwas langweilig auf Dauer. So zum Zeitvertreib ist das ja ganz nett, aber viel anfangen kann man nicht damit. Weltbewegende Tricks gibt er nicht her. Jojo war cooler.

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