10.05.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

101. Todestag von Max Reger am 11. Mai: Rückblick auf den 100., Ausblick zum 102.: Reger hat immer Saison

Es wurde schon hundertmal geschrieben: Das Quadrat der Zahl zehn, die Zahl 100, steht prominent da in unserem Dezimalsystem. Bei Musikern kann sich die Hundert - bezogen auf deren Lebensdaten - in Fest-Events, Publikationen, Aufführungen und Einspielungen manifestieren, so 2016 weltweit im "Fall Reger".

Max Reger in guten Händen: Petra Vorsatz sichert Regers "Leben nach dem Tode" in Weiden. Sie hat immer den passenden Rahmen bereit. Bild: dok
von Peter K. DonhauserProfil

Im 100. Todesjahr von Max Reger (1873-1916) hat es auch in Weiden von früh bis spät "frisch geregert". Petra Vorsatz vom Kulturamt der Stadt sowie Irmi Betz und Astrid Karl vom Festivalbüro gaben mit ihrer langjährigen Erfahrung das Tempo vor. Die Kulturredaktion sprach mit Petra Vorsatz über das Reger-Jahr und die Reger-Tage.

Das Mammutprojekt "Reger-Jahr 2016" ist geschultert mit hervorragenden Künstlern, Wissenschaftlern, mit Vorträgen, Konzerten, Reisen. Wie sieht Ihr Resümee aus?

Petra Vorsatz: Es war letztlich ein Jahr der freudigen Ereignisse. Wir versuchten, Reger in seiner Vielfalt darzustellen. Wir haben neue Besucher gewonnen, bis hin zu den ganz jungen mit "Der Maxe mit der dicken Tatze". Bei uns stimmen auch Preis und Leistung.

Welche Events sind besonders gut angekommen?

Das Eröffnungskonzert mit Tal/Groethuysen, das Mandelring-Quartett, die Reger-Nacht ebenso wie die Orgel-Nacht, die Exkursion zu Reger-Stätten nach Leipzig, um nur einige zu nennen.

Manche an sich hervorragenden Veranstaltungen hätten mehr Zuspruch verdient. Welches waren ihre "Sorgenkinder"?

Das Konzert mit Regers Klarinettenquintett und den acht zeitgenössischen Fortspinnungen. Da waren manche potenziellen Besucher wohl nicht neugierig und mutig genug.

Wie steht es um Ausstrahlung, Besucherzahlen und nicht zu vergessen die Finanzen der Reger-Tage 2016?

als Reger-Stadt hat 2016 über die Oberpfalz hinaus an Renommee gewonnen. Unter Schirmherr Minister Ludwig Spaenle konnten wir uns über einen fünfstelligen Zuschuss aus München freuen, der Magistrat Weidens griff zum 100. tief in das Stadtsäckel. Wir danken auch vielen Sponsoren. Sie ermöglichten uns ein Jubiläumsjahr ohne rote Zahlen.

Die Konzertbesucher und ihr Verhalten ändern sich, auch durch die neuen Medien. Wie reagieren die Reger-Tage darauf?

Viele informieren sich über die Homepage, über unseren Facebook-Auftritt. Mailing-Listen treten neben gedruckte Information. Das Interesse an alternativen Präsentationen von Konzerten, an Verflechtung mit anderen Disziplinen wie Literatur und Kunst wächst. Beflügelt hat uns zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der FOS/BOS und den kreativen Ideen der jungen Leute. Sicher spielt auch das neue Corporate Design "Max-Reger-Stadt Weiden" in violett und vanille eine Rolle.

Wir sind schon neugierig: Wie weit ist die Planung der Reger-Tage 2017 gediehen?

Das Motto der Reger-Tage zwischen 15. September und 8. Oktober lautet aus naheliegendem Anlass "Reger und Reformation". Werke mit Bezug zum protestantischen Choral werden eine Rolle spielen. Geplant sind unter anderem Konzerte mit der Klarinettistin Sharon Kam, dem Geiger Ingolf Turban und eine Konzert-Exkursion zur Klavier-Manufaktur Steingraeber in Bayreuth. Erste Aktionen waren einwöchige Meisterkurse: Mit Prof. Markus Becker für Klavier, mit Prof. Karl-Peter Kammerlander und Sabine Lahm für Liedgestaltung. Die Abschlusskonzerte waren am 5. und 12. März. Im Mai wird die neue "Max-Reger-Chronik" vorgestellt. Wir freuen uns sehr, dass die internationale Max-Reger-Gesellschaft wie schon seit 2013 Weiden als Ort ihrer Jahrestagung wählt.

Angemerkt: Zugabe zum Reger-Jahr

Von Peter K. Donhauser

Die Reger-Tage Weiden haben sich 2016 zum Reger-Jahr ausgewachsen. Mit dem bunten Kaleidoskop zum 100. Todesjahr kam fast jeder auf seine Kosten: Reger in Rezitals, in Kursen, Vorträgen, Exkursionen, der Regermax als Endpunkt wie Impuls einer Entwicklung, Max von und für jung, Reger für reif, für bildende Künstler, für Literaturfreunde, Reger Maximus gedruckt, gespielt, vernetzt, zum Kleben gern auf Briefmarke. Den bewährten roten Motto-Faden zu spinnen, diesmal zwölf Monate lang, war wohl maximal schwierig, wir vermissten ihn.

Unvergessen der exzellente Cellist Wen-Sinn Yang, das starke doch schwach besuchte Orgelkonzert von Bernhard Haas. Der grandiose Klavierabend von Levit und Becker. Das überragende Konzert von Chor und Orchester des Bayerischen Rundfunks - doch halt, hier ließ der Förderkreis für Kammermusik "die Provinz leuchten".

Träume und Zukunftswünsche? Viel Synergie der lokalen Kultur-Initiativen. Weiter experimentellen Mut bei den Veranstaltungs-Formaten: Warum nicht Orgelkonzerte wagen mit vorgeschalteter Orgelführung oder Werkanalyse, stilvollem Catering, Moderation, Videoübertragung des Spielers? Aus dem Schatz vom Max mal mehr Bearbeitungen, ungewöhnliche Besetzungen, Orchesterwerke, Ensemble-Vokalmusik. Lesen, begeistern, kommen, hören: Vollgriffigeres Spiel auf der Klaviatur der Medien klänge gut. Nota bene: Schon pirscht das 150. Geburtsjahr des Maxe heran, 2023 steht es vor den Toren.

Weitere Informationen unter www.maxregertage.de

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