04.09.2014 - 00:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Am 25. Oktober Premiere des gemeinsamen Theater Behinderter und Nichtbehinderter ""Desert Rose""" Behinderte und Nichtbehinderte

Wenn ich mich mit meinem Rollstuhl auf der Bühne bewege, fühle ich mich nicht als Behinderter, sondern als Schauspieler. Die Aussage von Bernhard Kistenpfennig ist eigentlich schon die Bestätigung für das gelungene Inklusionsprojekt "gemeinsames Theater Behinderter und Nichtbehinderter". Desert Rose" heißt das Stück, das am 25. Oktober Premiere hat. 45 Proben laufen derzeit.

Derzeit laufen die Proben für das Inklusionsprojekt "Desert Rose". Unser Bild zeigt (von links) Blumenkönigin Martina Kummer, Ajo Cornelia Rother und Astarte Daniela Seuß. Bild: JeniferGlöcklerPausch
von Ernst FrischholzProfil

"Rollywood" heißt das Theater-Ensemble des Allgemeinen Rettungsverbandes Weiden (ARV), der sich in der Stadt in der Offenen Behindertenarbeit stark engagiert. "Rolly" steht für Rollstuhl und "wood" für Hollywood. Ein Name, der alles ausdrückt, war die Gruppe ist: theater- und tanzbegeisterte Menschen mit Handicap. So die Kurzform von Michael Trummer, dem Leiter der Offenen Behindertenarbeit beim ARV.

Initialzündung war der Auftritt von Rollywood zusammen mit Tanzschülerinnen des Studios von Cornelia Bergler beim 40-jährigen Jubiläum des ARV. Darauf aufbauend, etwas Größeres und Professionelleres zu machen, ist die Intention. Bergler brachte sich mit ein und stellt zu den zehn Akteuren von Rollywood zehn ihrer Tanzschülerinnen hinzu. Das ist das Ensemble, für die sie dann als Autorin eigens das Stück von der Wüstenrose "Desert Rose" schrieb.

Tanztheater

Es ist ein Rockmärchen als Tanztheater, das vom Spiel und den Lichteffekten lebt und nur in Phasen von einem Erzähler begleitet wird. Da gibt es eine gute Göttin, die eine Nachfolgerin sucht und das ist die "Wüstenrose", während eine böse Hexe dies zu verhindern versucht. Andrea Zanner vom Team Rollywood spielt die Wüstenblume. Sie ist ganz begeistert, weil sie sich im Spiel nicht ausgegrenzt fühlt und im Theater die Trennung "behindert und nichtbehindert" verschwindet. Dies bestätigt auch Trummer vom ARV. Mitte der 45 Proben zeigt sich, dass die Trennung verschwindet.

Es wird ein knallbuntes Märchen, kündigt Bergler an. Die Bühne im JUZ ist zu hoch und darum baut man eine Vorbühne mit Rampe für die Rollstuhlfahrer. Eine besondere Herausforderung ist dabei, dass Kistenpfennig, der in zwei Rollen als Kobold und Dschiun auftritt, mit seinem Elektrorollstuhl als Motorradfahrer auftreten muss. Wie man das löst, wird sich zeigen.

Für die Autorin und Regisseurin Bergler sind bei den laufenden Proben auch alle gleich. Da gibt es zwischen behindert und nichtbehindert keinen Unterschied. Jeder erhält seinen Tadel oder auch Lob. Für Trummer vom ARV war es eingangs schon eine Frage, wie Nichtbehinderte damit umgehen, weil sie Sequenzen oftmals nachspielen müssen, weil ihre behinderten Mitspieler das nicht gleich auf die Reihe kriegen. Das hat sich ohne Problem gelöst, die Trennung ist verschwunden, sagt Trummer.

"Aktion Mensch" hilft

Nicht nur auf der Bühne, sondern auch in der Technik arbeiten Menschen mit Behinderung. Einer von denen ist Rudi Schultes. Man hat in dem Stück keine Kulissen, sondern das Licht beschreibt den Raum, und dieses Licht steuert der junge Mann von einem Laptop aus. Weil es sich hier um ein Inklusionsprojekt mit einer solch großen Zahl von Menschen mit einem hohen Aufwand für Kostüme und Technik handelt, werden wir von der "Aktion Mensch" unterstützt, berichtet Trummer. Am 25. Oktober ist Premiere, dann wird das Stück nochmals am 26. Oktober und am 4. November als Schulvorstellung gespielt. 200 Plätze stehen im JUZ zur Verfügung. Der Eintritt beträgt vier Euro und ermäßigt drei Euro. Karten gibt es beim ARV oder auch übers Internet mit weiteren Informationen unter www.rollywood.info".

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