02.03.2018 - 20:00 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

An Thumsenreuth und Krummennaab führt kein Weg vorbei Die "Simultankirchen des Jahres 2018"

Noch ist das Wetter für Radtouren ungeeignet. Doch wer sich demnächst auf dem Simultankirchen-Radweg am Fuße des Steinwalds bewegt, kann die Simultankirchen 2018 besuchen.

Pfarrer Konrad Schornbaum aus Eschenfelden (Dritter von rechts) übergibt die Fahne für die Simultankirchen an Pfarrerin Nadine Schneider aus Krummenaab/Thumsenreuth (Zweite von links) Mit dabei: Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler (links) und Bürgermeister Uli Roth aus Krummenaab. Bild: sbü
von Siegfried BühnerProfil

Der Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz wählte für das Jahr 2018 die Kirchen St. Leonhard in Krummennaab und St. Ägidius in Thumsenreuth zu den "Simultankirchen des Jahres 2018". Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins im Pfarrhaus Neunkirchen übergab Pfarrer Konrad Schornbaum von der letztjährigen Jahressimultankirche in Eschenfelden (Landkreis Amberg-Sulzbach) zwei Radwegfahnen an seine Kollegin Nadine Schneider aus den Kirchengemeinden Thumsenreuth und Krummennaab.

Die Trägerschaft "Simultankirche des Jahres" wechselt jährlich zwischen den Regionen rund um Sulzbach-Rosenberg und um Weiden. Ausnahmsweise dürfen in diesem Jahr zwei Simultankirchen den Ehrentitel tragen. Sie werden beide von Pfarrerin Schneider betreut, die dem Förderverein auch den entsprechenden Vorschlag gemacht hat. Derzeit sind insgesamt 49 Kirchen am Simultankirchen-Radweg beteiligt. Seit 2015 wird der Titel "Simultankirche des Jahres" vergeben.

Zusätzlich zu den Fahnen erhalten die Titelträger das gelb-violette Rad als Leihgabe für Veranstaltungen. Höhepunkt der mit dem Ehrentitel verbundenen Veranstaltungsserie ist am 14. Juli das Simultankirchen-Fest mit der politischen Gemeinde Krummennaab und den Kirchengemeinden und Pfarreien entlang der Route 10 des Simultankirchen-Radwegs sein. Pfarrerin Schneider stellte bei der Jahreshauptversammlung die beiden Kirchen St. Leonhard und St. Ägidius vor und berichtete aus der Geschichte der Simultankirchen. "Ihr Innenleben erzählt die Geschichte beider Konfessionen aus den vergangenen Jahrhunderten", sagte die Pfarrerin. Allerdings sei das gegenseitige Miteinander oftmals auch mit Konflikten verbunden gewesen. Ärger hätte es regelmäßig in der Karwoche gegeben. Die Katholiken legten Wert auf Stille, die evangelische Gemeinde wollte aufgrund der Konfirmation "viel Läuten".

Schon die Einführung des Simultaneums sei aufgrund einer Anordnung von Pfalzgraf Christian August von Sulzbach im Jahre 1663 "gewaltsam" erfolgt. Die Pfarrerin zeigte Bilder aus beiden Gotteshäusern. Darauf zum Beispiel der wunderschöner Hochaltar und die bunte Kassettendecke in der Ägidienkirche.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler, kommentierte den Vortrag mit dem Satz: "Das macht Appetit und Lust vorbeizuschauen, am besten mit dem Fahrrad." In seinem Bericht über die Arbeit des Fördervereins kündigte Pauckstadt-Künkler an, dass vom Verein ein Antrag im Leader-Förderprogramm gestellt werden wird. Damit soll Beschilderung, Ausstattung, Routenführung und anderes des Simultankirchen-Radwegs verbessert werden. "Wir arbeiten auch daran, für jede Kirche eine Lösung zu finden, sie möglichst häufig offen zu halten", sagte der Pfarrer.

Empfohlen wurde am Abend auch der Blick auf die Internetseite des Radwegs (www.simultankirchenradweg.de). Dort gibt es zahlreiche Informationen zu den zehn verschiedenen Routen sowie die jeweiligen, Routenbücher, GPS-Daten und Kirchenflyer zum Herunterladen. Auf der interaktiven Karte sind alle wichtigen Kontaktdaten zu finden.

Das macht Appetit und Lust vorbeizuschauen, am besten mit dem Fahrrad.Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.