„Augustinus-Pate“ Ron Williams in der Max-Reger-Halle
Ausstrahlung bis in die letzte Reihe

Stimmgewaltig, agil und beeindruckend wie eh und je: Auch mit 75 Jahren zieht Ron Williams die Zuhörer in seinen Bann.
Kultur
Weiden in der Oberpfalz
16.03.2017
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Salopp gesprochen gilt er wohl als "Coole Socke". Andere 75-Jährige müssen ihm das erst einmal nachmachen: Ron Williams liefert am Mittwochabend einen fulminanten Auftritt in der Max-Reger-Halle ab.

Zu verdanken haben dies die Zuhörer in der gut gefüllten Halle dem Weidener Augustinus-Gymnasium: Der Schule wurde 2013 die Auszeichnung "Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage" verliehen, prominenter Pate ist Ron Williams. Mit ihm hat die Schule jemanden gefunden, wie er passender nicht sein könnte: Sänger, Schauspieler, Moderator - ein Entertainer der alten Schule steht am Mittwoch auf der Bühne, und er steht nicht alleine: Mit ihm singen die Chöre des Augustinus-Gymnasiums unter der Leitung von Peter Pollinger sowie die Instrumentalisten vom "Strompost Kollektiv", einer Formation aus ehemaligen Schülern des Gymnasiums.

Chöre zeigen Können


Für die Chöre ist es eine ausgezeichnete Möglichkeit, ihr gesangliches Können vor großem Publikum zu zeigen: Die rund 100 Schülerinnen und Schüler - überwiegend Mädchen - demonstrieren die Qualität des Musikunterrichts am Augustinus. "You're the one that I want" aus dem Musical "Grease", Michael Jacksons "Earth-Song" oder auch die moderneren Nummern "Happy" und "Radioactive" begeistern die Zuhörer. Ron Williams Ausstrahlung reicht bis in die letzte Reihe der Halle. Er erzählt von Ray Charles, der sein Leben lang gegen Rassismus gekämpft hatte, berichtet von Stevie Wonder, der Martin Luther King das Lied "Happy birthday to you" gewidmet hat, und er erzählt von amerikanischen Präsidenten des 20. Jahrhunderts, die so ihre Probleme mit der Akzeptanz der schwarzen Bevölkerung hatten. Außerdem erzählt er von eigenen Erfahrungen mit Rassismus, den er während seiner Militärzeit in Georgia selbst ertragen musste. "Dort habe ich Rassismus kennengelernt, da standen Ausdrucke wie Nigger auf der Tagesordnung", erinnert er sich.

Natürlich singt Williams auch: stimmgewaltig, dem Blues und dem Soul verfallen, jedem Song des Abends seinen eigenen Stil gebend. "Georgia on my mind" steht neben "Mack the Knife", "I can't stand the rain" ergänzt "Somewhere over the rainbow", "Superstition" führt über zu "Summertime". Zwischendrin tänzelt Williams über die Bühne und schäkert mit dem Publikum.

Gefühlt nur 50 Jahre alt


Ein gefühlt 50-Jähriger steht da auf der Bühne, ans Aufhören denkt er nicht. Ein Höhepunkt des Abends: Die Chöre des Gymnasiums verschmelzen bei "Stand by me" mit Williams zu einer harmonischen Einheit. Ganz zum Schluss dann der große Johnny-Nash-Klassiker "I can see clearly now". Der Erlös des Abends fließt an "Amnesty International" und den "Arbeitskreis Asyl".
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