22.03.2018 - 19:32 Uhr
Weiden in der Oberpfalz

Ausstellung "Wahn & Sinn" im Kunstverein Weiden Filmemacher mit Herzblut

"Wahn & Sinn" steht auf dem unaufdringlichen Plakat, welches im Kunstverein in der Ledererstraße zu einer kleinen Werkschau mit dem Filmemacher und Wahl-Regensburger Erik Grun einlädt - doch schnell merkt man: Dieser angedeutete Schaffenswahn des ursprünglich aus Thüringen stammenden Regisseurs ist über jegliche negative Assoziation erhaben und lässt sich womöglich am besten umschreiben mit absoluter Leidenschaft.

Sie stehen für "Herzblut statt Kommerz": Organisator Tobias Punzmann, Filmemacher Erik Grund und Wolfgang Herzer (von links) . Bild: hll
von Autor HLLProfil

Auf Einladung von Wolfgang Herzer und kuratiert von Tobias Punzmann berichtet Grun zwischen Gemälden und Skulpturen zunächst von seinem Werdegang. So sei er sich direkt nach der Wende sicher gewesen, ganz bestimmt nicht nach Bayern zu wollen, nur um dann nach einer im Reisebus verbrachten Nacht - Schicksal oder Zufall - mitten in Niederbayern aufzuwachen. Eine letztlich glückliche Fügung: für den Filmemacher Grun und für seine jetzige Heimat, die Oberpfalz.

Inzwischen nimmt Gruns Schaffen beinahe fassbindersche Ausmaße an, unermüdlich schreibt und dreht er mit viel Herzblut, natürlich eigenfinanziert. So seien allein im vergangenen Jahr fünf Lang- und vier Kurzfilme entstanden. Bei der Filmschau, einem winzig kleinen Querschnitt aus dem Schaffen des Regensburgers, zeigt sich, dass bei aller Leidenschaft und Vielbeschäftigung Merkmale wie Produktionsqualität und sorgfältige Inszenierung keine mindere Rolle spielen. Beim Betrachten einer Handvoll von Kurzfilmen - oftmals ohne Dialog - beweist Grun, dass er ein Auge hat für die subtilen kleinen Gesten, Blicke, Gesichtsausdrücke, und mit denen er ganz ohne Worte eine Geschichte erzählen kann.

Manchmal sind dafür nicht einmal Gesichter nötig: So zum Beispiel bei einem amüsanten Kurz-Drama. Angesiedelt "unter dem Wirtshaustisch" berichten nur die Bewegungen der beschuhten Füße der Protagonisten von dem Geschehen, das sich weiter oben abspielt.

Zum Abschluss folgt eine rund 60-minütige Spielfilm-Komödie mit dem Kabarettisten Helmut A. Binser in der Hauptrolle, dessen Titel "Des regln mia af bayerisch" beweist, dass Erik Grun endgültig in seiner zweiten Heimat angekommen ist, mit ihren eigentümlichen Menschen und dieser ganz besonderen und mitunter kargen Sprache. "Mit 'Ja mei' kann man ganze Satzkomplexe abschließen", sagt der Regisseur.

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