01.11.2017 - 20:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ausstellungseröffnung im Stadtmuseum Simultaneum ein Segen für Weiden

Zwar geht das Jubiläumsjahr der Reformation bald zu Ende. Doch eine Ausstellung würdigt das Geschehen im 16. und 17. Jahrhundert noch weit bis ins kommende Jahr hinein.

Die Ausstellung "Reformation - Gegenreformation in Weiden" eröffneten Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (Fünfte und Erster von links). Mit dabei waren auch (von links) Pastoralassistent Stefan Dotzler, Pfarrer Hans-Martin Meuß und Stadtmuseumsleiter Sebastian Schott. Bild: Bühner
von Siegfried BühnerProfil

Stadtgeschichte in der Reformations- und Nachreformationszeit präsentiert die Ausstellung "Reformation - Gegenreformation in Weiden" in den Räumen des Stadtmuseums. Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz und Oberbürgermeister Kurt Seggewiß stellten bei der Eröffnungsfeier die Ausstellungsinhalte vor. Gezeigt werden Gegenstände und Schriftstücke aus der Zeit zwischen 1520 und 1663.

"Sieben Mal mussten die Bürger die Konfession wechseln", stellte der Oberbürgermeister fest. Am schlimmsten wurde es im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648. Mal gehörte man zu den Kaiserlichen, mal zu den Schwedischen. Davon habe sich Weiden lange Zeit nicht erholt. Bis zum heutigen Tag würden sich die Dogmatiker noch immer streiten, bedauerte Seggewiß.

Kulturamtsleiterin Vorsatz würdigte, "dass bereits 1522 die Weidener die neue Lehre angenommen haben". "Zum Leidwesen des Bischofs von Regensburg", ergänzte sie. Nach all den Leidensjahren durch Konfessionswechsel und den Dreißigjährigen Krieg sei die endgültige Einführung des Simultaneums für Weiden zum Glücksfall geworden. Hervorzuheben sei auch die damalige "Druckkunst", denn "ohne sie hätte die Reformation nicht so schnell umgesetzt werden können", stellte Vorsatz fest.

Präsentiert werde in der Ausstellung Museums- und Archivgut. "Der Besucher muss sich deshalb nicht nur durch Schriften kämpfen." Ausführlich werden auch Persönlichkeiten dieser Zeit, die bedeutsam für Weiden waren, präsentiert. Dazu zählt Vorsatz vor allem Erhard Weigel, "einer meiner Lieblings-Weidener". Er habe schon damals eine pädagogische Theorie erfunden, die vergleichbar mit der von Montessori sei. Er war nicht nur Erfinder, sondern auch Theologe, Astrologe und Mathematiker. Ihm sei die Vereinheitlichung der Zeitrechnung zwischen Gregorianischem und Julianischem Kalender zu verdanken.

Vorgestellt werden in der Ausstellung unter anderem auch der Geistliche und Kirchenlied-Dichter Tobias Clausnitzer und Philipp Caspar Pfannenstiel, als "Persönlichkeiten dieser Zeit". Ein Ölbild von Clausnitzer ist als Leihgabe der Evangelischen Gemeinde zu besichtigen. Pfannenstiel hatte der Pfarrei St. Michael eine umfangreiche Bibliothek hinterlassen. Sie ist derzeit im Landeskirchlichen Archiv in Nürnberg untergebracht. Einzelstücke daraus sind in der Ausstellung zu sehen.

Eine ganze Vitrine der Ausstellung ist Martin Luther gewidmet. Ausführlich wird auch der Pfalzgraf Ottheinrich als "Landesherr" gewürdigt. Als "besonderen Höhepunkt" bezeichnen die Veranstalter die St. Michaels-Monstranz der Pfarrei St. Josef. Außerdem können die Besucher der Ausstellung auch "die kleine Glocke unter dem Storchennest des Alten Rathauses aus dem Jahre 1539" bewundern. Für ihre aktive Mithilfe beim Zustandekommen der Ausstellung bedankte sich die Kulturamtsleiterin beim Leiter des Stadtmuseums, Sebastian Schott, und bei Museumstechniker Richard Weiß.

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